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Tausend Bilder mit Erinnerung

Noch nie gezeigte Fotos fanden das Interesse der Besucher des Klinger Heimattreffens.
Noch nie gezeigte Fotos fanden das Interesse der Besucher des Klinger Heimattreffens. FOTO: Foto: Bernd Möschl
Klinge.. Klang es anfangs ein wenig wie Trotz angesichts der bis Mitte der 90er-Jahre noch drohenden Abbaggerung, so steht mittlerweile Zukunftsgewissheit über der seit 1960 ersten wieder aufgelegten Ansichtskarte: „Klinge lebt!“ Der Klinger Heimatverein hat sie pünktlich zum 4. Heimattreffen am Samstag fertiggestellt und zum Fest auf dem Sportplatz der „Adler“ verteilt. Von Bernd Möschl

Fast jeder der Anwesenden griff zu, denn das ist nicht nur eine schöne Erinnerung. „Ein Fünfziger vom Preis der Ansichtskarte (die übrigens ganz normal zu 80 Cent zu haben ist) wird für die Beschaffung unserer alten Gutsglocke verwendet“ , sagt Bernd-Rainer Ackermann und nimmt damit schon ein fest anvisiertes Ziel voraus. „Wir sind optimistisch, dass die Original-Glocke in zwei Jahren das 5. Klinger Heimattreffen einläutet“ , meint der Vorsitzende des Heimatvereins Klinge.
Auf dem Spendenkonto sei bereits Bewegung, merkt Michael Galle gut gelaunt an. Er hat auch allen Grund, zufrieden zu sein. Denn die Besucher haben begeistert registriert, dass unter den über 1000 Fotos in der Zelt-Ausstellung zahlreiche so noch nie gezeigte sind. Beispielsweise die Luftaufnahmen aus den 60er- oder frühen 70er-Jahren, bevor für Klinge der Untergang kommen sollte. Alle hier wissen, dass es zum Glück nicht ganz so kam. Ein Rest des 500-jährigen Gutsdorfes blieb stehen und damit ein Kern, an dem sich heute mehr und mehr das Wiederaufleben kondensiert.
Der Energieriese Vattenfall hat zum Klinger Heimattreffen am Samstag einen geländegängigen Passagier-LKW für Rundfahrten im Rekultivierungsgelände bereit gestellt. Ortskundige Führer stellte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV). Ein halbes Dutzend Mal wurde die Fuhre voll. Es ging auf Aussichts-Rundfahrt um den künftigen Klinger See.
Wer gerade nicht mit im sonst streng gesperrten Vattenfall-Betriebsgelände unterwegs war, ließ es sich bei Kaffee und Kuchen, Gegrilltem und Bier wohl ergehen. Goyatzer Blasmusikanten spielten zum Tanzen auf. Der freundlichen Einladung der Schmogrower Trachtentanzgruppe zur Annemarie-Polka konnte und wollte sich niemand entziehen.
Obwohl nicht ganz so viele wie erwartet da waren, fanden es die Anwesenden und Organisatoren „rundum toll“ . Auch Ehrenfried Lehmann vom Weißagker Heimatverein schloss sich der Meinung gern an. „An den Klingern können selbst wir uns ein Beispiel nehmen, obwohl wir im Mai mehr Zulauf hatten zum Heimat- und Blütenfest, das erstmals im benachbarten Gosda, im Schafstall, stattfand.“ Der Weißagker bewundert vor allem das ungebrochene Engagement und den Ideenreichtum derjenigen, die sich als Klinger fühlen.
Auch er weiß, das es immer schwieriger wird, solche Treffen zu organisieren. Denn in diesem Jahr fehlt vom Landkreis die Zuwendung ganz und gar.

Hintergrund Noch ein Fest in Klinge
 Vom 1. bis 3. August feiert die Sportvereinigung „Adler“ Klinge ihr Sportfest. Der erste Höhepunkt ist Freitagabend ab 17.30 Uhr ein Altliga-Turnier, bei dem die „Haudegen“ von Laubsdorf, dem Forster ESV, den Klinger Adlern und aus Hamburg gepflegten Fußball spielen. Samstag ab 13 Uhr tun es ihnen die gegenwärtig aktiven Kicker aus weitem Umkreis nach. Auch eine Elf aus Tuplice in Polen will da mitmischen.