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| 17:39 Uhr

Forst
Tagesklinik entsteht im OP-Trakt

Den stillgelegten OP-Trakt will Hans-Ulrich Schmidt wiederbeleben. Hier soll die Tagesklinik für Psychiatrie  untergebracht werden.
Den stillgelegten OP-Trakt will Hans-Ulrich Schmidt wiederbeleben. Hier soll die Tagesklinik für Psychiatrie untergebracht werden. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Mit psychiatrischer Klinik will Geschäftsführer Schmidt Angebot der Lausitz Klinik erweitern. Von Katrin Kunipatz

Gerade hat Hans-Ulrich Schmidt mit Farbe, neuen Bodenbelägen und Licht einige Treppenhäuser im Altbau renovieren lassen. Doch dies sind Kleinigkeiten im Vergleich zu den Ideen, die der Geschäftsführer in den nächsten Jahren für die Lausitz Klinik Forst hat. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung haben den jüngsten Plänen zugestimmt.

Ein fahrbares Gerät zur Magnetresonanztomografie (MRT) einschließlich der Spezialisten für die Auswertung soll regelmäßig für zwei Tage aller zwei Wochen ans Forster Krankenhaus kommen, so Schmidt. Er ist seit zwei Jahren Geschäftsführer der Lausitz Klinik, die seit 2014 zur Ernst-von-Bergmann-Gruppe gehört. Das fahrbare MRT ist ein Projekt der Krankenhaus-Gruppe, das es möglich macht, moderne Hightechmedizin auch im ländlichen Raum anzubieten. Bevor aber der 40 Meter lange Schwerlaster an der Lausitz Klinik andocken kann, sind Umbauten nötig. Die Zufahrt zur alten Rettungsstelle soll verschwinden. Außerdem soll die Räume der Radiologie renoviert werden.

Gebaut wird auch im ehemaligen OP-Trakt. Hier soll im Sommer 2019 die Tagesklinik für Psychiatrie einziehen. 1,5 Millionen Euro kostet das Vorhaben. Die Fachärzte für die Tagesklinik kommen von der Spremberger Krankenhausgesellschaft, mit der die Lausitz Klinik kooperiert. Im Gegenzug betreibt das Forster Krankenhaus mit seinen Fachärzten eine Tagesklinik für Geriatrie in Spremberg. Eine Zusammenarbeit im Bereich der Kinderheilkunde besteht zwischen Forst und dem Carl-Thiem-Klinikum (CTK). Darüber hinaus wurde gerade in Kooperation mit dem Augen MVZ aus Hoyerswerda eine ambulante Augenarztpraxis in den Räumen des Krankenhauses Forst eröffnet. Die Vernetzung mit den umliegenden Krankenhäusern ist erklärtes Ziel des Geschäftsführers. „So kann am Standort Forst eine gute medizinische und pflegerische Versorgung für die Patienten  erreicht werden“, sagt Hans-Ulrich Schmidt.

Ärztliche Fachkompetenz Standort übergreifend einzusetzen, sei im Hinblick auf die älter werdende Gesellschaft wichtig. Nicht der Patient wird zum Reisenden, sondern der Arzt. Der wiederum kann auf die Infrastruktur des Krankenhauses mit Labor oder Radiologie zurückgreifen. Für die Lausitz Klinik wiederum bedeutet es eine höhere Auslastung der eigenen Ressourcen. „Leistungen können wirtschaftlicher erbracht werden“, sagt Schmidt. Langfristig werde so der Krankenhausstandort in Forst gesichert.

Natürlich steht und fällt die Qualität eines Krankenhauses auch mit der Gebäudesubstanz. Forst hat dank des 2007 eingeweihten Neubaus zwei große Vorteile. Die meisten Abteilungen befinden sich im modernsten Teil des Gebäudekomplexes und in den teilweise über 100 Jahre alten Gebäuden gibt es noch Platz. Zwischen 20 und 30 Prozent der Flächen seien im Moment ungenutzt, so Schmidt. Gute Möglichkeiten, um weitere Angebote ins Krankenhaus zu holen. Während die beiden oberen Etagen des seit zehn Jahren stillgelegten OP-Trakts für die psychiatrische Tagesklinik reserviert sind, könnte sich im Erdgeschoss das Sanitätshaus erweitern. Platz sei auch für einen Hörgeräteakustiker. Und es böte sich die Chance eine Apotheke am Krankenhaus anzusiedeln, so Schmidt. Für Patienten des MVZ und des Kinderarztes würden sich Wege verkürzen.