Zunächst war ein wenig Arbeit gefragt: Die Blutbuche wurde vorsichtig in das bereits vorbereitete Loch gehoben und die Wurzel dann mit Sand verfestigt. Mit ein paar kräftigen Hammerschlägen wurden die Holzpfähle in den Boden gerammt, um die noch junge Pflanze zu stützen. Dann noch etwas Wasser aus der Gießkanne auf die Pflanzstelle – und das Werk war vollbracht.

Arbeiten, sich schinden, vielleicht mehr als viele andere Gleichaltrige konnten sie schon damals, die ehemaligen Sportschüler, die sich jetzt in Forst an ihrer alten Schule, dem heutigen Jahn-Gymnasium, getroffen haben. Ilona Watzlaw (gebürtig Schulz) brachte die Truppe zu der Wiedersehensfeier zusammen. Sie bedankte sich bei Dietmar Schonopp, der die Idee mit der Baumpflanzung hatte, aber auch bei Lutz Wiesner, der sich um die Organisation des Treffens kümmerte. „Mit ihm hatte ich fast eine Standleitung“, so Ilona Schulz.

Ehemalige Sportschüler kehren an Wirkungsstätte zurück

„Wir treffen uns heute hier im fortgeschrittenen Alter, um zu den Wurzeln unserer Bildung und Erziehung zurückzukehren“, sagte sie in ihrer kurzen Begrüßungsansprache. „Als Kinder haben wir hier Wurzeln geschlagen, wie man feststellen kann, wurden daraus prächtige Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensläufen“, so Ilona Watzlaw, die es später nach Frankfurt (Oder) verschlug. „Mögen auch die Wurzeln dieses Baumes gut anwachsen als Symbol unserer Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit. Wir hoffen, dass die Generation, die an dieser Schule lernt, genauso empfindet wie wir.“

Sprinttraining im Schulflur

Später dann wurden Erinnerungen an die damalige Zeit ausgetauscht, Episoden erzählt. Es ging um schicke Trainingsanzüge oder überhaupt nicht gern gesehene Liebesbeziehungen, die mit einem Rüffel vor dem Fahnenappell endeten. Es herrschte ein strenges Regime, da waren sich alle einig. Das allerdings sorgte auch für Erfolge. So wie bei Birgit Radochla-Michailoff, die 1964 als erste Turnerin der DDR mit Silber in Tokio eine olympische Medaille gewann.

1954 wurde in Forst die Sportschule gegründet. Die Bedingungen waren anfangs kompliziert. So fand das Sprinttraining im Schulflur statt, ist der Chronik zu entnehmen. Ein kleiner Schulgarten versorgte die Küche mit frischem Obst und Gemüse, und die Schüler züchteten außerdem noch Hühner, Schweine und Kaninchen.