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| 16:09 Uhr

Ehemaligentreffen der Forster Jahn-Schule
Das Gymnasium war ein Glücksfall

 Biologie und Mathe als Passion: Lehrerin Susann Keckel mit einem Blüten-Modell vor dem Forster Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium, wo sie selbst auch lernte.
Biologie und Mathe als Passion: Lehrerin Susann Keckel mit einem Blüten-Modell vor dem Forster Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium, wo sie selbst auch lernte. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Susann Keckel ist Lehrerin in Forst und hat dort auch Abitur gemacht. Von Steffi Ludwig

Wenn sich am Samstag rund 200 ehemalige Schüler der Forster Jahn-Schule treffen, wird Susann Keckel nicht dabei sein. Die 32-Jährige muss das Mathe-Abitur korrigieren, das ihre Schüler am Freitag geschrieben haben. Die eineinhalb Wochen Zeit dafür sind für die Mutter zweier kleiner Kinder nicht viel. Deshalb zählt jeder Abend, den sie dafür nutzen kann. Auch wenn ihre Schule feiert.

Dennoch ist sie eine außergewöhnliche Ehemalige: Denn sie absolvierte 2006 am Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium ihr Abitur – und ist inzwischen seit vier Jahren an gleicher Stelle Lehrerin für Mathematik und Biologie. „Ich bin sehr gerne hier zur Schule gegangen“, sagt sie. „Die Lehrer haben mich dann auch dazu inspiriert, selbst Lehrerin zu werden.“ Sie studierte in Potsdam Lehramt, genau wie vier Mitschüler vom Forster Gymnasium. Doch nur sie und ein anderer Kommilitone sind wieder zurückgekehrt, sie wollte nicht wie die anderen in Potsdam oder Berlin bleiben. „Ich bin kein Großstadtmensch“, begründet sie.

Und da war ja auch noch ihr zukünftiger Mann, ebenfalls ein Forster, der auch aufs Jahn-Gymnasium gegangen war. Richtig kennen gelernt hatte Susann Keckel ihn jedoch erst, als dieser in Berlin Medizin studierte. „Wir haben uns auf den gemeinsamen Bahnfahrten von Forst aus ineinander verliebt“, berichtet sie. Beide wollten nach dem Studium wieder zurück nach Forst, denn Susann Keckel war zudem mit ihrem ersten Sohn Julian (heute 7) schwanger und beide waren froh, familiäre Unterstützung in der Heimat zu haben.

Und es klappte – ihr Mann wurde Arzt in der Forster Lausitz Klinik. Susann Keckel bekam 2013 ihr gewünschtes Referendariat am Forster Jahn-Gymnasium – und wurde 2015 gleich als Lehrkraft übernommen. „Das war wirklich ein Glücksfall“, freut sie sich. Denn während beim Referendariat noch eine gewisse Wahlfreiheit bestehe, könne man sich bei der Einstellung als Lehrer nur beim Staatlichen Schulamt Cottbus bewerben und müsse dann abwarten, wo man eingesetzt werde. Offenbar sei einmal ihre Fächerkombination Mathe und Biologie recht selten, andererseits sei ein Teil ihrer Mentoren zu dieser Zeit in Rente gegangen, vermutet sie einige Gründe, warum sie die Stelle in Forst bekam.

So konnte sie nahtlos an ihre angenehme Referendariatszeit anknüpfen und sogar die Klassen behalten, die sie damals schon betreut hatte. Kurz darauf wurde ihr zweiter Sohn Linus (heute drei jahre alt) geboren, und nach ihrem Wiedereinstieg wurde Susann Keckel auch als Klassenlehrerin eingesetzt. Mit ihrer Kollegin Christin Guttke teilt sie sich die Leitung der 8. Klasse und unterrichtet die Schüler in Mathe und Biologie. Hinzu kommt der Mathe-Leistungskurs einer 12. Klasse, die jetzt ihre Abiturprüfung abgelegt hat.

Dass sie eine im Vergleich junge Lehrerin ist, findet sie gut. „Ich komme gut klar, das Unterrichten macht viel Spaß“, schwärmt die 32-Jährige. Die Schüler hätten ihr Jung-Sein noch gar nicht so thematisiert. „Aber ich denke, dass es in vielen Situationen von Vorteil ist.“ Auch wenn die Arbeit natürlich auch anstrengend sei, habe sie den Schritt, Lehrerin zu werden, noch nicht bereut: „Ich gehe gerne in die Schule.“ Denn das Forster Gymnasium sei eine sehr gute Schule mit vielen netten Schülern und Kollegen. „Ich wäre traurig, wenn ich wieder weg müsste.“