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| 20:58 Uhr

Vorwürfe gegen Kreisverwaltung
Die Gesamtschule Kolkwitz und der Wahlkampf

Spree-Neiße. Der Streit um eine weiterführende Schule im Südwesten des Landkreises wird schärfer. Wie es weitergeht, bleibt im Ungefähren. Von Jürgen Scholz

Im Kreistag  warf Gerd Bzdak als Sprecher der Elterninitiative Kolkwitz Bildungsdezernent Hermann Kostrewa (SPD) vor, bewusst das Scheitern für den Start einer Gesamtschule in Kolkwitz bereits im Sommer herbeigeführt zu haben. Ähnliche Vorwürfe hatte der ehemalige Kolkwitzer Bürgermeister Fritz Handow (CDU) geäußert. Bzdak, nach eigenen Angaben kein CDU-Mitglied, sondern bei der Linken, forderte in der Einwohnerfragestunde anhand der Gerüchte einen Untersuchungsausschuss.

Eine Attacke, die für Kostrewa zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommt. Der Bildungsdezernent und Stellvertreter von Landrat Harald Altekrüger kandidiert für die SPD bei den Landratswahlen –  auch gegen Amtsinhaber Altekrüger (CDU). Altekrüger reagierte auf die Vorwürfe Bdzaks abweisend. Er wolle nicht den Eindruck erwecken, Wahlkampf machen zu wollen, so Altekrüger auf die Forderung Bdzaks, konkrete Versagungsgründe zu nennen. Was Altekrüger den Vorwurf von SPD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Petzold einbrachte, sich nicht vor seine Verwaltung zu stellen. Kostrewa, der sich zu den Vorwürfen gegen ihn äußern wollte, wurde  dies von Altekrüger offensichtlich untersagt.

Dabei hatte Altekrüger selbst in seiner traditionell am Anfang einer Kreistagssitzung gehaltenen Rede auch das Schulthema angeschnitten, auf den Kreistagsbeschluss zur Errichtung einer Gesamtschule in Kolkwitz verwiesen und diese Schulform als wichtig und richtig bezeichnet. Selbstverständlich werde der Landkreis auch für die Schülerbeförderung von Kindern aus Welzow, Drebkau und Umgebung sorgen.  „Sollte die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe nicht genehmigt werden, garantiere ich, dass ab dem Schuljahr 2019/2020 eine weiterführende Schule für unsere Landkreisschüler zur Verfügung stehen wird“, sagte Altekrüger, ohne konkret zu werden, wo und wie und in welcher Form das geschehen könnte. Für die Drebkauer Schüler werde für die Übergangszeit geprüft, einen Schülerverkehr nach Großräschen einzurichten und die Schülerbeförderungsatzung für den Südwesten des Kreises auszusetzen.

Schon vor der Bürgerfragestunde hatte der Kreistagsabgeordnete Steffen Marquaß (Die Linke) mit Verweis auf Informationen aus dem Landtagsbildungsausschuss die Frage aufgeworfen, ob dem Land Unterlagen rechtzeitig und inhaltlich korrekt zugearbeitet worden seien. Kostrewa verwies auf die gemachten Zuarbeiten, aber auch darauf, dass seit Dezember die Angelegenheit Chefsache sei, ihm  keine Aufträge zum Abarbeiten vorlägen.

Für die Schulerrichtung in Kolkwitz sei der Kreis aufgefordert worden „formale Nacharbeiten“ einzureichen, hatte Altekrüger zuvor erklärt. Ein Gespräch mit der Amtsverwaltung Burg habe stattgefunden, Gespräche mit Drebkau, das im Bürgermeisterwahlkampf ist und im Alleingang einen Antrag auf Errichtung einer Oberschule in einem Schulzentrum beantragt hat, sowie Kolkwitz und Cottbus sollen folgen. Altekrüger nannte als „klaren Abschluss im Genehmigungsprozess“ ein Gespräch mit der brandenburgischen Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), das für den 23. Mai geplant sei. Das ist nach den Wahlen.