ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:37 Uhr

Forst
Stoppschilder für Problemstelle

Die Kreuzung an der Neißebrücke: Unfallverursacher kamen 2017 und 2018 alle aus Richtung Sacro. Die Rüttelstreifen auf der Fahrbahn halfen nicht, nun sollen Stoppschilder zum Halten zwingen. Ein Missachten kann mit zehn Euro bestraft werden, bei Gefährdung anderer mit 70 Euro und einem Punkt.
Die Kreuzung an der Neißebrücke: Unfallverursacher kamen 2017 und 2018 alle aus Richtung Sacro. Die Rüttelstreifen auf der Fahrbahn halfen nicht, nun sollen Stoppschilder zum Halten zwingen. Ein Missachten kann mit zehn Euro bestraft werden, bei Gefährdung anderer mit 70 Euro und einem Punkt. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Kreuzung an Forster Nordumfahrung ist nun einziger Unfallschwerpunkt in Spree-Neiße.

Bereits zwei Unfälle mit Verletzten hat es im Februar und März diesen Jahres an der Kreuzung Nordumfahrung/Forster Straße nahe des ehemaligen Grenzüberganges bereits gegeben. Hinzu kommen fünf im Jahr 2017, davon drei mit Personenschäden. Dies zusammengenommen war genug, um die Kreuzung wieder als Unfallhäufungsstelle einzustufen. Das hat die Unfallkommission des Landkreises Spree-Neiße, die in der vergangenen Woche tagte, beschlossen.

Wie Sabine Pohle, Sachgebietsleiterin für öffentliche Ordnung, Personenstandswesen und Verkehr beim Landkreis Spree-Neiße, berichtet, habe die Kommission entschieden, Stoppschilder an der Kreuzung von Sacro aus kommend und von Forst aus kommend auf der Gubener Straße aufzustellen.

Denn die Ergebnisse der genauen Prüfung der Unfälle hatten die Kommission überrascht: „Alle Unfallverursacher sind aus Richtung Sacro gekommen – und es handelte sich in allen Fällen um Ortskundige oder sogar Sacroer“, erklärt Sabine Pohle. Was weiterhin überraschte: Die Unfallverursacher gehörten keiner bestimmten Altersgruppe an, sondern waren „bunt gemischt“. Und bis auf einen Fall sei die Straße immer trocken gewesen, und ebenfalls nur einmal war es dunkel.

Bizarr dabei: Gerade aus Richtung Sacro sind ebenso wie aus Richtung Forst auf der Straße Rüttelstreifen aufgebracht – seit 2011, als die Kreuzung bereits wegen einer Reihe schwerer Unfälle als Unfallschwerpunkt eingestuft worden war. Die etwa einen Zentimeter hohen Streifen sollen die Autofahrer beim Darüberfahren aufrütteln und auf die notwendige Gewährung der Vorfahrt hinweisen. Laut Sabine Pohle hätten die Rüttelstreifen trotz ihrer Jahre noch ihre Wirksamkeit. „Deshalb können wir uns nicht wirklich erklären, wie es zu diesen Vorfahrtsfehlern kommt.“ Mit den Unfallverursachern zu sprechen sei nicht möglich aufgrund des Datenschutzes. „Möglicherweise spielt auch die Großräumigkeit der Kreuzung eine Rolle, dass also keine Hindernisse die Sicht einschränken und man deshalb besonders vorsichtig sein muss“, überlegt sie.

Deshalb seien die Stoppschilder derzeit die geeignetste Maßnahme, habe die Kommission entschieden. Sie werden auch aus Richtung Forst aufgestellt, obwohl von dort zuletzt kein Unfallverursacher kam, da nur eine Seite eine gewisse Un­schlüssigkeit symbolisieren würde, so Sabine Pohle. Die Schilder müssten jedoch erst bestellt werden und würden dann von der Stadt Forst als Straßenbaulastträger aufgestellt, erklärt die Sachgebietsleiterin.

Zusätzlich sollen in der nächsten Zeit Zählungen der Autos an der Kreuzung vorgenommen werden, kündigt sie an. Alle Richtungen sollen berücksichtigt werden – bis auf die des Grenzüberganges, da durch die dortige Straßenführung schon vorsichtig gefahren werde.

Ein Gerät werde die Fahrzeuge zählen und ihr Tempo messen. So soll eine Durchschnittsgeschwindigkeit sowie Geschwindigkeitsspitzen ermittelt werden. Denn wie die Unfallkommission einschätzt, fahren viele Autos auf der Nordumfahrung aus Richtung Mulknitz/Guben schneller als die vorgeschriebenen 70 und kurz vor der Kreuzung 50 Kilometer pro Stunde, was die Schwere der Unfälle erhöhe. Vor einigen Jahren sei ein Auto aus Sacro kommend mit 126 Kilometern pro Stunde gemessen worden – bei vorgeschriebenen 50 Kilometern pro Stunde und trotz Rüttelstreifen. „Wir werden die Kreuzung nun ganz besonders im Blick haben und sehen, ob die Maßnahmen etwas bringen“, resümiert Sabine Pohle.

Thoralf Haß will im Hornoer Krug Kabarett, Theater und Konzerte anbieten.
Thoralf Haß will im Hornoer Krug Kabarett, Theater und Konzerte anbieten. FOTO: Steffi Ludwig / LR