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| 18:42 Uhr

Festival für Zeitreise
Mit Volldampf zum Zeitreisefestival

Gruppenbild mit Bürgermeisterin – gemeinsam mit der Stadt bereiten die Mitglieder von Ravenchild das Zeitreisefestival „Steamrose“ in Forst vor.
Gruppenbild mit Bürgermeisterin – gemeinsam mit der Stadt bereiten die Mitglieder von Ravenchild das Zeitreisefestival „Steamrose“ in Forst vor. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Gäste aus ganz Deutschland wollen Stadt und Ravenchild zu „Steamrose“ nach Forst holen.

Zeitreisen sind möglich. Jedenfalls für Besucher des „Steamrose“-Zeitreisefestivals am 7. September 2019 in Forst. „Ziel der Reise ist die Zukunft einer Vergangenheit, die es nie gab“, erklärt Dirk Ruhbach. Gemeinsam mit seiner Frau Chris leitet er „Ravenchild“, eine Künstlergruppe, die sich auf Feuershows spezialisiert hat und vor sechs Jahren den Steampunk für sich entdeckt. Keine Musikrichtung, betont Ruhbach.

Steampunker sind eher fantasievolle Tüftler und Bastler. Sie versetzen sich mit ihren Kostümen und selbst gebauten Apparaten und Gerätschaften in eine Welt, in der Strom und Elektronen nicht bekannt sind. Dampfkraft und Mechanik treiben die Gerätschaften an. Man reist mit Ballons und Zeppelinen. Die Herren kleiden sich in elegante Anzüge, lange Mäntel und Zylinder. Die Damen tragen Kleider im Stil des viktorianischen Englands. Und jeder Steampunk komplettiert sein Kostüm mit technischen Accessoires, die aus Leder, Zahnrädern, metallenen Resten alter Gerätschaften hergestellt werden. Die Ideen von Jules Verne und H. G. Wells werden weitergedacht, so Ruhbach. Grundlage für diese zuerst in England etablierte Bewegung sind Wissenschaft, Kultur, Kunst und Literatur.

In Großbritannien und den USA gibt es seit vielen Jahren große Zusammenkünfte der Szene und auch in Deutschland finden sich immer mehr Anhänger. Dirk und Chris Ruhbach sind mit Ravenchild seit vier Jahren dabei. „2014 haben wir die erste Steampunk-Feuershow in Europa konzipiert“, so Ruhbach. Dementsprechend sind sie oft bei den entsprechenden Festivals unterwegs und haben mit den Großen der Szene auf der Bühne gestanden. Vor allem haben sie dabei erlebt, wie viele Besucher so eine Veranstaltung anzieht. Mit ihrer Idee für ein Steampunk-Treffen im Rosengarten – deshalb Steamrose – sprachen sie bei der Stadt vor.

Bürgermeisterin, Bauverwaltungsvorstand, Gewerbeverein und Stadtteilmanagerin war schnell klar: Dies ist eine Veranstaltung, die Forst noch nicht gesehen hat. Doch statt im Rosengarten wurde sie auch auf Wunsch des Gewerbevereins in die Innenstadt verlegt. Das „Steamrose“-Zeitreisefestival“ wird in den Räumen des Forster Hof, des Pavillons Genuss und Kunst, des Textilmuseums und des alten Heizkraftwerks stattfinden. Die Berliner und die Cottbuser Straße sowie die Freifläche an der Kirche werden ebenfalls einbezogen. „Die Besucher erwartet eine Mischung aus historischem Jahrmarkt und verrücktem Zirkus“, so Ruhbach. Er habe bereits Zusagen aus Deutschland und einigen Nachbarländern erhalten.

Finanziert wird das gesamte Festival mit Spenden, Sponsoren und Fördermitteln des Projektes „Soziale Stadt“. Die Besucher zahlen keinen Eintritt. Ravenchild hat einen Kalender für das nächste Jahr vorbereitet. Er wird unter anderem in der Touristinfo, im Reisebüro Wolf und der Buchhandlung Berger verkauft. „Alle Einnahmen gehen in den Topf des Festivals“, sagt Dirk Ruhbach.

Einen ersten Eindruck, was auf Forst im September 2019 zukommt, soll es beim Weihnachtsmarkt geben. Geplant ist auch eine Kunstausstellung im Besucherzentrum des Rosengartens im Mai und Juni.