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| 02:35 Uhr

Stadtwerke wollen mehr Sicherheit

Wolfgang Gäbler ist seit 2011 Geschäftsführer bei den Stadtwerken Forst. Eine Wasserleitung in Richtung Döbern wird als Reserveversorgung gebaut.
Wolfgang Gäbler ist seit 2011 Geschäftsführer bei den Stadtwerken Forst. Eine Wasserleitung in Richtung Döbern wird als Reserveversorgung gebaut. FOTO: Nicolay-Guckland
Forst. Der Bevölkerungsrückgang beschäftigt die Stadtwerke Forst, die Gas, Wasser und Strom vertreiben. Durch Mischkalkulationen und ständige Investitionen sollen die Kosten verträglich bleiben, doch je weniger Nutzer es gibt, desto höher steigen die Kosten. Anne Nicolay-Guckland

Im kommenden Jahr werden viele Themen die Stadtwerke Forst. Der kommunale Energieversorger, der nur noch zu einer Sperrminorarität von 25,1 Prozent der Stadt Forst gehört, hat einiges vor, im kommenden Jahr. "Es ist noch nie so viel in einem Jahr investiert worden in die Versorgung hier vor Ort", erklärt Geschäftsführer Wolfgang Gäbler.

Allein in das Strom- und Gasnetz wurden in diesem Jahr 1,8 Millionen Euro investiert, 2016 soll es knapp eine Million Euro werden. So werden momentan etwa störanfällige Freileitungen in die Erde verlegt. Das erklärt Carsten Döring von der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg. Vor sieben Jahren ist das Forster Strom- und Gasnetz in die Netzgesellschaft ausgegliedert worden.

Auch im Bereich Trinkwasser und Fernwärme werden von den Stadtwerken Investitionen getätigt. So wird etwa das Trinkwassernetz für den Havariefall aufgerüstet. "Wir werden in Zukunft kein autarkes Netz im Bereich Trinkwasser mehr haben", erklärt Geschäftsführer Wolfgang Gäbler. Bis jetzt müsste im Havariefall die Stadt mit Wassertankfahrzeugen versorgt werden, wenn es im Wasserwerk zu einem Ausfall kommen sollte, denn eine Verbindung zu einem benachbarten Trinkwassernetz gibt es nicht. "Wir sind momentan dabei eine Verbindungsleitung nach Groß Schacksdorf zu bauen, und damit eine Verbindung zum Wasserwerk in Döbern zu schaffen. Im kommenden Jahr soll diese betriebsbereit sein", so Gäbler. Dazu wird eine bestehende, undichte Trinkwasserleitung unter der Autobahn genutzt, in die ein kleineres Rohr eingeschoben wird.

Kostendruck im Trinkwasserbereich gibt es trotzdem. "Die Bevölkerungsentwicklung geht an den Stadtwerken nicht vorbei, und das gilt für die gesamte Infrastruktur", sagt Gäbler. "Je weniger Nutzer es gibt, desto höher werden die Kosten für jeden." Die Bereitstellung von Trinkwasser ist eine Mischkalkulation, die gerade im ländlichen Raum immer schwieriger wird, da wenige Nutzer die Erhaltung der Infrastruktur finanzieren müssen. Pro Jahr nutzen etwa 300 Personen weniger das Forster Trinkwassernetz.

Neben den ständigen Investitionen in das Trinkwassernetz, unter anderem auch während der innerstädtischen Sanierung der B 112-Ortsdurchfahrt , wurde im Bereich Fernwärme in diesem Jahr die Grundschule Mitte an das Fernwärmenetz angeschlossen. 2016 wird statt einer Kesselerneuerung, die nach 25 Jahren Betrieb notwendig wäre, das Rathaus an das Fernwärmenetz angeschlossen.

Neben den ständigen Arbeiten an den bestehenden Netzen, sind die Stadtwerke im Bereich Sponsoring aktiv. "Wir sehen uns als Versorger für die Stadt und wollen das Geld, was wir im Bereich Sponsoring verdienen, hier in der Region ausgeben", hebt Gäbler hervor.

Insgesamt 40 Vereine und soziale Einrichtungen haben die Stadtwerke in den vergangenen drei Jahren unterstützt. Dazu gehörte natürlich auch das Forster Stadtjubiläum in diesem Jahr. Gesetzt wird dabei auf ein breit angelegte Unterstützung. Das soll auch im kommenden Jahr sichtbar werden, wenn die Stadtwerke das eigene Jubuliäm feiern. 25 Jahre gibt es die Stadtwerke dann. "Wir wollen bei einem Hoffest vor allem mit unseren Partnervereinen zusammen feiern", erklärt Diana Loichen, bei den Stadtwerken zuständig für Marketing, den Ansatz. Im April soll das Fest stattfinden.

Zum Thema:
Im Energiesektor wurde die Trennung von Erzeugung, Netzbetrieb und Vertrieb von Strom und Gas durch die Europäische Union beschlossen. Um einzelnen Unternehmen, die Strom oder Gas verkaufen und vor Ort das dazugehörige Netz besitzen, keine Marktvorteile zu verschaffen, wurde der Trennungsgrundsatz, das sogenannte Unbundling, beschlossen. Die Stadtwerke Forst haben deshalb am 1. Januar 2009 ihr Strom- und Gasnetz an die Netzgesellschaft Forst (Lausitz) übertragen. Die Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg betreibt das Forster Strom- und Gasnetz, (Verwaltung, Abrechnung, Investitionen).