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Stadtwerke Forst
Rumstromern für Autofahrer

Der neue Elektro-Smart der Stadtwerke Forst – Geschäftsführer Wolfgang Gäbler (l.) und Mitarbeiter Daniel Schmidt stellten das neue Dienstauto vor.
Der neue Elektro-Smart der Stadtwerke Forst – Geschäftsführer Wolfgang Gäbler (l.) und Mitarbeiter Daniel Schmidt stellten das neue Dienstauto vor. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Stadtwerke Forst machen Kunden das Elektroauto mit besonderen Konditionen schmackhaft.

Ein Auto zum Rumstromern rollt ab jetzt  durch die Rosenstadt Forst. Der seitenfüllende Aufdruck ist Programm. Bei dem neuen Dienstauto der Stadtwerke Forst handelt es sich um einen Elektro-Smart. Wolfgang Gäbler, Geschäftsführer der Stadtwerke, hat seit Wochen auf dieses Elektroauto gewartet und ist froh und stolz, das in den Hausfarben beklebte Exemplar nun endlich der Öffentlichkeit vorstellen zu können.

Die technischen Daten benennt der Projektverantwortliche Daniel Schmidt: „Mit einem Akku kommt man zwischen 160 und 120 Kilometer weit“, sagt er. Der E-Smart eigne sich deshalb eher für die Stadt oder den Pendlerverkehr, so Gäbler. Das Aufladen könne dann in den Abend- und Nachtstunden erfolgen, wenn der Fahrer zu Hause ist. Dafür bieten die Stadtwerke Ladestationen zum Nachrüsten an, denn normale Steckdosen sind nicht für solch eine Dauerleistung gebaut. Natürlich ist das Nachladen auch an einer der drei öffentlichen Ladesäulen in der Stadt Forst möglich, die im Verlauf der zurückliegenden sechs Monate eröffnet wurden.

Ausprobieren können interessierte Forster den E-Smart im Rahmen des Forster Adventskalenders. Am Samstag, 9. Dezember, zwischen 14 und 18 Uhr wollen die Stadtwerke das Elektroauto beim Gut Neu Sacro vorstellen. Und wer Gefallen an dem nahezu lautlosen Fahren findet, kann – vermittelt von den Stadtwerken – einen solchen Elektro-Smart leasen. Bei den Vertragskonditionen profitieren die Forster von einem Vertrag, den die Gasag mit Smart ausgehandelt hat, so Gäbler.

Mit dem Vorstoß in den Bereich der Elektromobilität verfolgen die Stadtwerke Forst mehrere Ziele. „Wir wollen unseren Mitbürgern die Angst vor den Elektroautos nehmen“, so der Geschäftsführer. Hinzu kämen die Kundenbindung und der Imagegewinn. Außerdem ziehe jedes Elektroauto Strom, und im Netz werde mehr Leistung übertragen. „Da die Netzentgelte bei abnehmender Leistung steigen, hoffen wir diesen Kostenfaktor in Zukunft konstant halten zu können“, sagt Wolfgang Gäbler.

Erst in den nächsten Monate und Jahren wird sich zeigen, ob das Konzept aufgeht. Laut Landkreis Spree-Neiße gibt es im Moment rund 60 Elektroautos im Kreisgebiet.

Bei einer kleinen RUNDSCHAU-Straßenumfrage in Forst räumte nur einer der Befragten, der  71-jährige Michael Borisch ein, sofort auf ein Elektroauto umzusteigen – wenn die Anschaffung nicht so teuer wäre. Er bemängelt aber auch die fehlende Infrastruktur.   Melanie Walter (38) ist ein Manko des Elektroautos dessen Größe. Es sei für eine Familie mit drei Kindern zu klein.

Aber auch Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema. Wolfgang Gäbler sieht für ambulante Pflegedienste Vorteile beim Einsatz von E-Autos. Ines Gropp, Geschäftsführerin der Volkssolidarität Spree-Neiße, sieht im Moment wenig Chancen. Gegenüber dem Kostenträger wäre eine Investition in Ladestationen nicht umzusetzen. Ein weiteres Problem sieht sie in der geringen Reichweite. Beim Mutterunternehmen der Diakonie-Pflege Forst beginnt im kommenden Jahr eine Testphase mit einem E-Smart, erklärt Geschäftsführer Robert Dünnbier. Mit den in Rothenburg gesammelten Erfahrungen werde über den teilweisen Umstieg auf E-Fahrzeuge in Forst entschieden.