Von Sven Hering

Freilaufende Hunde, die auf dem Forster Friedhof ihr „großes Geschäft“ verrichten, haben für eine aufgeregte Debatte in den sozialen Netzwerken gesorgt. Verantwortungslose Hundehalter, die ihre Tiere nicht unter Kontrolle haben, seien keineswegs die Ausnahme, hieß es. Hinweise an die Besitzer der Tiere, sich doch bitteschön um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu kümmern, seien auf Unverständnis gestoßen. „Ich mag Hunde sehr (und die können ja auch gar nichts dafür), aber ich finde das Verhalten einiger Hundebesitzer befremdlich“, schreibt eine Forsterin im sozialen Netzwerk Facebook. Eine andere Hundebesitzerin erklärt: „Ich wohne in Forst und mache immer von meinen Hunden die Geschäfte weg, habe aber auch viele Hundebesitzer beobachtet, die es überhaupt nicht interessiert.“ Sie plädiert dafür, dass diese Leute eine Strafe zahlen sollten. Eine Hundebesitzerin schreibt: „Ich habe meine Hundedame heute auch auf den Friedhof mitgenommen, da ich anschließend mit ihr in die Natur wollte. Im Auto konnte ich sie aufgrund der Temperaturen nicht lassen. Allerdings achte ich wirklich auf die Stellen, wo sie ihr Pfützchen macht. Grabsteinnähe ist aus Achtung vor den Toten tabu. Und sollte sie tatsächlich (war aber noch nie der Fall) ein Häufchen machen....Tüten sind immer dabei... Man sollte als Hundebesitzer echt Rücksicht und Respekt bewahren. Funktioniert bei mir und meinem Hund wunderbar und hatten dadurch noch nie Probleme mit Mitmenschen.“

„Es kommt schon hin und wieder vor, dass Leute ihre Hunde hier frei herumlaufen lassen, das habe ich erst letzte Woche beobachtet“, sagte eine ältere Frau, die die RUNDSCHAU in dieser Woche auf dem Hauptfriedhof traf. Auch sie hatte ihren Hund dabei – allerdings ordnungsgemäß angeleint. Manchmal, so erklärte die Frau, die sich um die Pflege eines Grabes kümmerte, würden Hundebesitzer den Friedhof als Auslauffläche für ihre Tiere nutzen. Ein großes Problem sehe sie allerdings nicht.

Ist es gestattet, Hunde mit auf den Friedhof zu nehmen? Grundsätzlich ja, heißt es aus der Forster Stadtverwaltung. Es bestehe allerdings Leinenpflicht und die Pflicht, die Hinterlassenschaften zu entfernen. Im Ordnungsamt beziehungsweise bei der Stadt seien bisher keine Beschwerden eingegangen. Dennoch hätten die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes das Thema auf dem Schirm. So werden laut Verwaltung auch auf dem städtischen Friedhof regelmäßig Kontrollgänge vorgenommen. Sollten sich Beschwerden häufen, würden gegebenenfalls auch zusätzliche Kontrollgänge eingeordnet.

Bei Feststellung von Verstößen greife auch auf dem Friedhof die Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Forst mit dem entsprechenden Bußgeldkatalog.

Hundehalter befürchten, dass bei einer Zunahme des Problems die Stadt auch anderweitig aktiv wird. „Ich befürchte, dass dann dank der Rücksichtslosigkeit mancher Hundebesitzer ein generelles Hundeverbot auf dem Friedhof ausgesprochen wird. Das würde ich selbst wieder schade finden“, so eine Forsterin.