Von Nils Ohl

Über den einstigen historischenStadtkern von Forst, dem Bereich zwischen Nikolaikirche und Mühlgraben, ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras gewachsen. Wie aus dieser leeren Fläche wieder eine attraktive „Grüne Mitte“ als belebendes Element der Innenstadt werden kann, stand bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung auf der Tagesordnung.

  Wie Heike Korittke, Verwaltungsvorstand für Stadtentwicklung, erklärte, „begleitet uns das Thema Innenstadtgestaltung ja schon seit Jahren.“

Bernhard Schwarz, Geschäftsführer und Landschaftsarchitekt des Berliner Planungsbüros Sinai, stellte den aktuellen Stand vor. Basis des neuen Entwurfs ist  der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Herbst 2018.

Das Konzept wurde gegenüber den ursprünglichen Planungen, die schon 2012 vorlagen, um drei grundsätzliche Punkte ergänzt. So wurde der gesamte Raum bis zum Mühlgraben einbezogen, der Spielplatz als Wasserspielplatz entworfen und verstärkt Bezüge zur Stadtgeschichte hergestellt.

Das zentrale Element ist der Seerosenteich hinter der Kirche. Gegenüber dem Ursprungsentwurf sind die Ufer stärker geschwungen und weicher gestaltet, wodurch sie organischer wirken. Damit hat sich zwar die  Wasserfläche etwas verkleinert, aber es entsteht mehr Platz für blühende Vegetationsflächen. Zur Kirche hin soll eine Sitzstufenanlage gebaut werden.

Als neues Element ist in der Mitte des Teiches eine Fontäne vorgesehen. Das hat auch den positiven Aspekt, dass mehr Bewegung und damit mehr Sauerstoff in den Teich kommt. Das Wasser wird vom Mühlgraben zugeleitet

Direkt neben dem Teich, Richtung Mühlgraben,  ist der Wasserspielplatz geplant. Der Spielplatz erhält einen eigenen Wasserkreislauf, da wegen der spielenden Kinder Trinkwasserqualität erforderlich ist.

Das Baufeld südliche der Kirche soll an einen privaten Investor verkauft werden. Wie die Bebauung dort im Detail in das Gesamtkonzept  einbezogen werden kann, zum Beispiel durch entsprechende Gestaltung der Grundstücksgrenzen, muss die Stadt noch mit dem Investor klären.

Der Nordteil der Fläche wird an den barocken Stadtgrundriss erinnern. Dazu wird es entsprechende Markierungen und Bepflanzungen geben. Um den Bezug zur Stadtgeschichte herzustellen, sind Baumpflanzungen geplant, die die Obstplantagen von Graf Brühl aufgreifen. Insgesamt wird eine Fläche  von 23 500 Quadratmetern gestaltet, bei geplanten Kosten von knapp 1,6 Millionen Euro.  „Das entspricht 67,33 Euro pro Quadratmeter und liegt im unteren Bereich für Freiraumentwicklung in einer Innenstadt“, rechnet Bernhard Schwarz vor.

Der Vorschlag mit der Fontäne stieß bei den Mitgliedern des Planungsausschusses auf allgemeine Zustimmung.  Fragen kamen zu den Betriebskosten für den Teich und die gesamte Anlage. Diese beziffert das Planungsbüro nach derzeitigem Stand mit 5000 bis 7500 Euro jährlich, unter anderem für Pumpen, Wasserrechte und den Betrieb der Fontäne. Angeregt wurde, zusätzlich zum Spielplatz auch ein Bewegungsangebot für Ältere zu schaffen. Bernhard Schwarz bot an, die Möglichkeit eine solchen Fitnessstrecke im Bereich des Mühlgrabens zu prüfen.

Grundsätzlich fand das Projekt in seiner aktuellen Konzeption die große Akzeptanz des Planungsausschusses. Ausschussvorsitzender  Wolfgang Gäbler von der Fraktion „Gemeinsam für Forst“ fasste die Vorstellung so zusammen: „Es war eine gute Darstellung. Und man kann nicht alles haben.“

Wann das Ganze umgesetzt wird, hängt noch von mehreren Faktoren ab. So sind nun noch wasserrechtliche Verfahren notwendig.

Zum andern müssen die Finanzen endgültig geklärt werden. Eine Teilfinanzierung ist schon gegeben, durch die Erweiterungen ergeben sich aber andere Kosten „Darüber müssen wir jetzt mit dem Fördermittelgeber sprechen, dem Landesamt für Bauen und Verkehr“, erklärt Angelika Geisler, Leiterin des Fachbereiches Stadtentwicklung.