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| 14:36 Uhr

Stadt im Umbruch
Forst plant eine attraktive Mitte

 Zwei Jahrzehnte ging es um Abriss in Forst. Nun gibt es wieder  Pläne zur Bebauung, um die Innenstadt wieder zu verdichten.
Zwei Jahrzehnte ging es um Abriss in Forst. Nun gibt es wieder  Pläne zur Bebauung, um die Innenstadt wieder zu verdichten. FOTO: Beate M“schl
Forst. Forst schrumpft weiter – die Stadtmitte bekommt dabei eine größere Bedeutung. Von Sven Hering

Abwanderung, Geburtenrückgang, demografischer Wandel – die drei Schlagworte verheißen für die Zukunft der Stadt Forst nichts Gutes. Die Einwohnerzahl wird von aktuell 18 533 auf rund 14 000 im Jahr 2030 schrumpfen. 2205 Wohnungen werden im Jahr 2020 leer stehen. Doch damit nicht genug. Zehn Jahre später werden sogar 3299 leere Wohnungen prognostiziert. Trotz des Abrisses zahlreicher Häuser beklagt der größte Vermieter – die Forster Wohnungsbaugesellschaft FWG – eine Leerstandsquote von mehr als 30 Prozent. Alle diese Daten, Fakten, Prognosen sind nachzulesen im Stadtumbaukonzept für Forst.

Doch lamentieren oder gar resignieren will man im Forster Rathaus angesichts der düsteren Prognosen nicht. Stattdessen wird derzeit das Stadtumbaukonzept noch einmal umgekrempelt. Eine Konsequenz aus den oben beschriebenen Zahlen: Die Stadt will sich noch mehr auf die Entwicklung des Zentrums als eine attraktive, starke Mitte konzentrieren. Die Kulisse, in der in den kommenden Jahren Geld in den Stadtumbau gesteckt werden soll, ist deshalb deutlich verkleinert worden – von einstmals 228,2 Hektar auf jetzt 125,6 Hektar – das entspricht, grob geschätzt, etwa 125 Fußballfeldern.

 So stellen sich die Planer die künftige Bebauung auf der Rückbaufläche Rüdigerstraße/M.-F.-Hammer-Straße in Forst vor.
So stellen sich die Planer die künftige Bebauung auf der Rückbaufläche Rüdigerstraße/M.-F.-Hammer-Straße in Forst vor. FOTO: Stadt Forst

„Wir müssen das Thema Wohnen in der Innenstadt noch stärker in den Fokus rücken“, sagt Angelika Geisler, Chefin des Fachbereiches Stadtentwicklung. Für einen ersten Aha-Effekt sorgte sie jüngst in der Sitzung des Bauausschusses. Dort wurden Pläne für die Entwicklung von Rückbauflächen, zum Beispiel in der Rüdigerstraße/Max-Fritz-Hammerstraße präsentiert. Statt Plattenbauten könnten am Mühlgraben kleine, schmucke Stadtvillen entstehen. Attraktive Wohnangebote für junge Familien. „Die Gestaltung der Villen ist natürlich noch völlig offen, wir wollten aber schon mal ein Beispiel zeigen, was wir uns in etwa vorstellen könnten“, so Angelika Geisler.

Grade in diesem Stadtgebiet  werden laut Stadtumbaukonzept bis zum Jahr 2020 rund 190 Wohnungen abgerissen. 177 kommen in der Berliner Straße 48-58, C.-A.-­Groeschke-Straße 65, 65a-c und Am Haag 13-23 dazu. Als Doppelstrategie aus Rückbau und Aufwertung wird das im Konzept beschrieben, das bedeutet auch: Die Stadt – oder besser die Wohungsunternehmen –  sollen Angebote schaffen für bestimmte Zielgruppen (junge Familien, Senioren). Städtebaulich wichtige Gebäude und damit auch die gründerzeitlichen Blockstrukturen sollen erhalten werden. Dazu zählt, dass bisher unsanierte Baudenkmäler wieder in Schuss gebracht werden müssen. Die Innenstadt wird verdichtet, Lücken werden bebaut.

Die zahlreichen Industrieruinen, die es in der Stadt gibt, spielen im Konzept ebenfalls eine Rolle.  Stadtbildstörende Objekte sollen abgerissen werden.  Industrieanlagen könnten mit sozialen, kulturellen oder touristischen Angeboten nachgenutzt werden.

Nicht so schlecht sieht die Sanierungs-Bilanz bei der gründerzeitlichen Bebauung aus. 76 Prozent der Gebäude sind komplett saniert, 14 Prozent zumindest zum Teil. Modernisiert und instandgesetzt werden sollen die Gebäude in der Max-Fritz-Hammer-Straße 4a, Promenade 22 oder Sorauer Straße 40.

Fazit: Ingesamt sind im Stadtumbaukonzept  63 investive Maßnahmen festgeschrieben, dazu gehören Neubau, Sanierung, Erhalt, Rückbau, Erschließungsanlagen und auch Freiflächen. Zehn Objekte sind für das Teilprogramm Sanierung, Sicherung und Erwerb (Altbauaktivierungsstrategie) vorgesehen. Rund 21 Millionen Euro sollen von 2019 bis 2025 investiert werden.