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| 17:14 Uhr

Windpark Bahren-West
Forst votiert einstimmig gegen Windräder in Bahren

 Windräder sorgen regelmäßig für heftige Diskussionen.
Windräder sorgen regelmäßig für heftige Diskussionen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Forst. Stadt sieht das letzte unberührte Stück Natur in Gefahr. Einwohner sorgen sich um Brandschutz, Infraschall und Grundwasser. Von Katrin Kunipatz

Am Montag muss Forst seine Stellungnahme zum geplanten Windpark Bahren-West abgeben. In den vergangenen Wochen habe der Fachbereich Stadtentwicklung die Unterlagen durchgearbeitet und eine Stellungnahme verfasst, erläuterte Fachbereichsleiterin Angelika Geisler im Bauausschuss am Donnerstag. Neben den Forster Stadtverordneten hören auch Bewohner des dem künftigen Windpark nächstgelegenen Forster Ortsteils Klein Bademeusel und der Nachbargemeinde Neiße-Malxetal den Ausführungen Waldemar Olheides. Der Sachbearbeiter führt aus, dass die extreme Höhe von über 240 Meter, die Positionierung der Windräder auf einer Erhebung das Orts- und Landschaftsbild verunstalten. Die Anlagen wären weithin sichtbar und würden den letzten verbliebenen Bereich unberührter Natur zerstören, so Angelika Geisler. „Insofern lehnt die Stadt Forst das Vorhaben ab“, heißt es im Gutachten.

Ergänzt wird die Stellungnahme der Stadt durch die Einschätzung des Ortsbeirats Klein Bademeusel. Diese sieht Probleme vor allem hinsichtlich der Brandgefahr und Beeinträchtigungen des Grundwassers. Denn in Klein Bademeusel gibt es Familien, die sich über einen Hausbrunnen mit Trinkwasser versorgen. Weiterhin äußert der Ortsbeirat Zweifel am Schallgutachten. Der Infraschall werde nicht berücksichtigt und die ermittelten Immissionswerte gleichen denen aus einem sechs Jahre älteren Gutachten, bei dem der Investor Ostwind mit kleineren und niedrigeren Anlagen plante. Unterstützung erhält Forst von Anwesenden aus der Gemeinde Neiße-Malxetal, die konkrete Hinweise und Ergänzungen zur Forster Stellungnahme haben. Beispielsweise schalte die Anlage nicht ab, wenn der Seeadler anfliegt, sondern verlangsame die Rotation der Windräder. Konkrete Aussagenfehlten. Es sei deshalb davon auszugehen, dass der Seeadler gestört werde und auch dies verbiete das Naturschutzgesetz bei geschützten Tierarten, so ein Anwohner, der Nachteile befürchtet, wenn sein Name in der Zeitung steht.

Auf die Frage von Kai Grund (Die Linke), ob man eine Chance habe, den Windpark zu verhindern, legt Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke dar, dass dies unwahrscheinlich sei. Die Anlage werde in einem vor eineinhalb Jahren im Regionalplan als Eignungsgebiet ausgewiesenen Bereich geplant und die Stadt Forst sei nur als angrenzende Gemeinde gefragt worden. Die richtige Lösung sei es, die Fläche aus dem Regionalplan herauszubekommen, doch dies sei nur mit starken Argumenten und einer entsprechenden politischen Lobby möglich, so Korittke. Klaus-Dieter Stenzel (SPD) ergänzt, dass sich Forst mit anderen Gemeinden und der Kreisverwaltung zusammenschließen müsse.

Einstimmig bestätigen die Mitglieder des Bauausschusses die ablehnende Stellungnahme der Stadt zum Windpark Bahren-West.