In Forst sind zwei Menschen Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Der Fund der Leichen hat am Montag einen Großeinsatz in der Stadt ausgelöst. Polizei und Staatsanwaltschaft halten sich mit Informationen bedeckt, bestätigen bisher nicht einmal, dass es einen Schwerverletzten gegeben hat, der nach Informationen anderer Medien unter Polizeibewachung in einem Krankenhaus behandelt wird.

Nach Informationen der „Märkischen Allgemeinen“ soll es sich bei dem Fall um einen Auftragsmord im Mafia-Milieu handeln. Die Opfer sollen serbische Staatsbürger sein.

Krieg der Kotor-Clans?

Detaillierter sind die Informationen, die Medien in Montenegro zu dem Fall verbreiten. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet, soll es sich bei dem Fall um einen Streit innerhalb der sogenannten Kotor-Mafia handeln. Kotor ist eine Hafenstadt in Montenegro. Die dortige Polizei berichtet von einem „Krieg“ unter den Angehörigen des Skaljari- und des Kavac-Clans.

Die beiden Toten von Forst sollen dem Skaljari-Clan angehören. Nach Informationen der „Märkischen Allgemeinen“ sollen die Männer in Forst regelrecht hingerichtet worden sein. Mehrere Schusswaffen mit Schalldämpfern seien in der Nähe von Forst gefunden worden.

Es geht um 200 Kilo Kokain

Die Killer könnten im Auftrag des Kavac-Clans gehandelt haben. Möglicherweise als Rache für einen anderen Mord. Am 21. Dezember 2018 wurde vor einem Wiener Café ein Angehöriger des Kavac-Clans erschossen. Auslöser der Bandenkriegs sollen 200 Kilogramm Kokain sein, die einer der beiden Gruppierungen gestohlen wurden.

In Forst soll eine Cannabis-Plantage hinter dem Haus gefunden worden sein, in dem die Toten am Montag gefunden wurden.

Anwohner berichten von Männern in Kapuzenjacken

Anwohner berichten der RUNDSCHAU von Autos mit Berliner Kennzeichen, die immer in der Nacht gekommen sein sollen. „Sie haben sich auf verschiedene Parkplätze gestellt, manchmal auch auf die, die für die Anwohner reserviert  sind“, erzählt eine ältere Frau. Junge Männer mit Kapuzenjacken seien ausgestiegen.

BKA dementiert Beteiligung

Im Lauf des Dienstags wurde in Medien auch über die Beteiligung eines BKA-Informanten an der Gewalttat in Forst spekuliert. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat am späten Nachmittag eine Beteiligung an den Ermittlungen dementiert. „Wir sind nicht involviert“, sagte eine Sprecherin auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Bürgermeisterin: Keine Gefahr für Bewohner in Forst

Die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek erklärte am Dienstagabend: „Für die Bewohnerinnen und Bewohner in unserer Stadt besteht keinerlei Gefahr.“

Die Fakten zum Fall von Forst: Was wir wissen, was wir nicht wissen.

Der Fall von Forst in Bildern: Das hat sich am Montag in der Stadt ereignet

Bildergalerie Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz waren vor Ort, als eine Evakuierung von 116 Anwohnern angeordnet wurde. Sie mussten ihre Häuser verlassen, weil die Polizei zwei verdächtige Pkw nach Sprengstoff untersuchen wollte. Die Anwohner kamen bei Verwandten oder in einer nahegelegenen Turnhalle unter.

Verbrechen mit zwei Toten Rätsel über Gewalttat in Forst

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