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| 14:37 Uhr

Millioneninvestition in die Bildung
Spree-Neiße-Kreis plant 25-Millionen-Euro-Schule

 Neben dem Gewerbegebiet am Annahofer Graben bei Klein Gaglow (rechts in Bild) soll die Gesamtschule des Landkreises Spree-Neiße entstehen. Das Gewerbegebiet liegt an der Kreuzung von B169 und L 50 im Bereich der Großgemeinde Kolkwitz auf der Gemarkung Hänchen.
Neben dem Gewerbegebiet am Annahofer Graben bei Klein Gaglow (rechts in Bild) soll die Gesamtschule des Landkreises Spree-Neiße entstehen. Das Gewerbegebiet liegt an der Kreuzung von B169 und L 50 im Bereich der Großgemeinde Kolkwitz auf der Gemarkung Hänchen. FOTO: LR / Jürgen Scholz
Forst/Kolkwitz. Im Kolkwitzer Ortsteil Klein Gaglow sollen ab 2022 die ersten Schüler unterrichtet werden. Der Landkreis Spree-Neiße will in den Bau einer neuen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe 25 Millionen Euro investieren. Von Sven Hering

Nach jahrelangem Vorgeplänkel kann es jetzt ganz schnell gehen. Noch im April will der Kreistag Spree-Neiße den Neubau einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe beschließen. Mit einem Architektenwettbewerb soll anschließend ermittelt werden, wie das Gebäude aussieht. Standort und Finanzierung stehen fest. Die RUNDSCHAU beantwortet die wichtigsten Fragen:

Was ist das für eine neue Schule? Der Landkreis hat sich für eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe entschieden. Dem inklusiven Charakter soll in Form des gemeinsamen Lernens von Anbeginn an nachgekommen werden. Die Schule umfasst die Jahrgangsstufen 7 bis 13. Sie vermittelt eine grundlegende, erweiterte oder vertiefte allgemeine Bildung und umfasst den Bildungsgang zum Erwerb der erweiterten Berufsbildungsreife, den Bildungsgang zum Erwerb der Fachoberschulreife und den Bildungsgang zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife.

Wo wird die neue Schule stehen? Die Schule wird im Kolkwitzer Orsteil Klein Gaglow, Am Annahofer Graben gebaut. Der Standort sei zentral und verkehrsgünstig gelegen, so die Verwaltung.

Was kostet die Schule? Der Landkreis kalkuliert mit rund 15 Millionen Euro für das Schulgebäude. Die erforderliche Drei-Feld-Turnhalle wird mit fünf Millionen Euro veranschlagt. Als Planungskosten werden ebenfalls fünf Millionen Euro kalkuliert. Der Architektenwettbewerb steht mit 150 000 Euro in den Unterlagen. Wirtschaftsdezernent Carsten Billing erklärt: „Es gibt aktuell kein Programm, das einen Schulneubau in dieser Konstellation fördert. Wir sind aber dabei, nach Möglichkeiten zu suchen.“ Baudezernent Olaf Lalk ergänzt: „Wir wollen eine ökologisch hochwertige Schule bauen, so sind die Kosten angesetzt. Bei einer jährlichen Baukostensteigerung von fünf bis sechs Prozent müssen wir aber Gas geben.“ Landrat Harald Altekrüger verspricht: „Die Jury für den Architektenwettbewerb wird mit Fachleuten besetzt sein, die auch Erfahrung mit derartigen Projekten haben.“

Wieviele Schüler werden dort Platz finden? Die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe wird zum Beginn des Schuljahres 2022/2023 mit der Sekundarstufe I (7. Klassen) vier- bis fünfzügig starten. Bei entsprechendem Bedarf wird des Weiteren zum Schuljahr 2023/2024 mit der Sekundarstufe II (11. Klassen) begonnen. Insgesamt sollen mehr als 700 Schüler unterrichtet werden.

Wird es genügend Lehrer geben? Landrat Harald Altekrüger sieht hier keine Probleme. Er betont: „Das ist Sache des Landes. Wenn wir den Stempel des Ministeriums haben, wird das Schulamt eine Ausschreibung für den künftigen Schulleiter und die Lehrer machen. Das ist nicht unsere Aufgabe.“

Warum braucht der Landkreis eine neue Schule? Im Rahmen der Schulentwicklungsplanung für die Jahre 2017 bis 2022 wurde festgestellt, dass bei den weiterführenden Schulplätzen im Landkreis Spree-Neiße kein regional ausgewogenes Angebot besteht. Während in den Städten Forst (Lausitz), Guben und Spremberg, sowie in den Ämtern Burg (Spreewald), Döbern-Land und Peitz Angebote vorhanden sind, fehlen diese im südwestlichen Teil des Landkreises vollständig. Davon sind insbesondere die Stadt Drebkau, die Gemeinde Kolkwitz, die Stadt Welzow und die Gemeinde Neuhausen/Spree betroffen. Die Schüler besuchen bislang überwiegend weiterführende Schulen außerhalb des Landkreises Spree-Neiße, hauptsächlich in Cottbus. Damit sind für die Schüler zum Teil sehr lange Fahrwege, meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln, verbunden. Weil die Schülerzahlen in den kommenden Jahren steigen, in der Stadt Cottbus aber schon Kapazitätsprobleme herrschen, will der Landkreis dafür Sorge tragen, dass im Südwestbereich des Landkreises für den wachsenden Schülerbedarf ausreichend Schulplätze zur Verfügung stehen. In Zukunft werden in der Region für rund 300 Schulabgänger pro Jahr (derzeit 200 Schüler) entsprechende Plätze benötigt.