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| 13:45 Uhr

Baulicher Zustand und Auslastung
Wie weiter mit den Sportstätten?

 Das Stadion am Wasserturm in Forst hat wie auch das Rad- und Reitstadion und die Sportstätte Sperlingsgasse bei Investitionen oberste Priorität.
Das Stadion am Wasserturm in Forst hat wie auch das Rad- und Reitstadion und die Sportstätte Sperlingsgasse bei Investitionen oberste Priorität. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Forst. Auswertung der Forster Untersuchung wurde erstmals vorgestellt. Nun Beratung mit Vereinen. Von Steffi Ludwig und Katrin Kunipatz

Ein deutliches Überangebot an Klein- und Großspielfeldern sowie bauliche und sportfunktionale Defizite vor allem bei Sportplätzen und Außenanlagen – das sind einige Hauptpunkte des Fazits, das bei der Untersuchung der Forster Sportstätten gezogen wurde. Mit der Erarbeitung eines Sportstättenentwicklungskonzeptes hatten die Stadtverordneten 2016 die Stadtverwaltung beauftragt, um unter anderem einen Überblick über den Sanierungsstand zu bekommen. 2017 sollte es bereits fertig sein, doch die Arbeiten daran hatten sich nach Auskunft der Stadtverwaltung umfänglicher dargestellt als gedacht.

Denn es hatte mehrere Begehungen aller Sportstätten mit Vereinsmitgliedern gegeben, Fotodokumentationen sowie Befragungen von Vereinen, Schülern und Bürgern zum Sportverhalten – alle Schulen, 20 der 40 Sportvereine sowie 477 Bürger (etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung) hatten sich beteiligt. Aufgrund dieses Umfangs hatte die Stadtverwaltung zur Auswertung ein Büro aus Dresden hinzugezogen.

Eine erste Auswertung der Ergebnisse gab es nun im jüngsten Ausschuss für Kultur und Soziales der Stadt. Joris Schofenberg, Teamleiter des Planungsbüros Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH, bemerkte unter anderem, dass häufig eine fehlende oder unzureichende Pflege der Sportanlagen als Problematik angesehen wurde (Bewertung der Sportanlagen siehe Kasten). Als weiteres Problem in der Auswertung wurde festgestellt, dass die Auslastung der Sporthallen im Winterhalbjahr sehr hoch sei, dagegen die Auslastung der Außensportanlagen im Sommerhalbjahr zum Teil gering – vor allem bei sanierungsbedürftigen Anlagen wie dem Stadion am Wasserturm.

Deswegen stehe die schrittweise Behebung der baulichen Mängel ganz oben auf der Ziele-Liste, teilweise seien Sanierung und Neubau notwendig. Priorität für Investitionen haben laut der Auswertung drei Projekte: die Entwicklung des Stadions am Wasserturm zur modernen Sportstätte für den Schul-, Vereins- und Freizeitsport, die Entwicklung der Sportstätte Sperlingsgasse als Nachwuchszentrum für den Fußballsport und für den Schulsport sowie die Weiterentwicklung des Rad- und Reitstadions und der angrenzenden Sportflächen.

Die Auslastung der Hallen und Sportplätze müsse optimiert sowie das Überangebot an Klein- und Großspielfeldern in der Stadt verringert werden. Wie das funktionieren soll, müsse besprochen werden. Sportanlagen, vor allem vereinsgebundene, könnten für den Freizeitsport geöffnet werden.

Die Auswertung empfiehlt unter anderem den Zusammenschluss von Sportabteilungen und Vereinen sowie gegebenenfalls eine perspektivische Aufgabe oder Umnutzung von Außensportflächen. Auch Stadtverordneter Klaus-Dieter Stenzel (SPD) stimmte zu: Man müsse die Vereine anregen zusammenzugehen, auch damit die Pflege der Anlagen erleichtert werde, sagte er.

Laut dem zuständigen Verwaltungsvorstand Sven Zuber ist das vorgestellte Papier derzeit noch in der Vorphase der Diskussion, werde jetzt an die Vereine übergeben und dort beraten. Im Februar sei eine zweite Versammlung der Akteure geplant. Voraussichtlich Ende März werde in den Ausschüssen weiter über die Konzeption gesprochen. Eine Beschlussfassung ist für die Stadtverordnetenversammlung am 24. Mai vorgesehen.