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Spitzengespräch zu Umgang mit Bürgermeister Wesemann

Cottbus. Spitzengespräch am Dienstagabend im Forster Rathaus: Die von Bürgermeister Philipp Wesemann (SPD) angebotene Entlassung als Beamter auf Zeit durch die Stadtverordneten ist mit dem Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg Karl-Ludwig Böttcher beraten worden. Böttcher hatte das Gespräch mit dem Bürgermeister-Stellvertreter Jens Handreck (CDU), dem Stadtverordnetenvorsteher und den Fraktionschefs angeregt. Christian Taubert

"Ich will deutlich machen, dass die Stadt auch eine Fürsorgepflicht gegenüber einem abgewählten Rathauschef hat", sagte Böttcher im Vorfeld.

Dass es unverantwortlich wäre, den seit November 2016 erkrankten Bürgermeister "in ein tiefes Loch fallen zu lassen", ist nach Böttchers Angaben von den Stadtspitzen bereits anerkannt worden. Wesemann würde mit der Entlassung aus dem Beamtenstatus zum Beispiel seine Krankenversicherung verlieren und könnte nicht die bevorstehende Reha antreten.

Der Bürgermeister hatte Mitte September angekündigt, sein weiteres Schicksal vom Votum der Stadtverordneten abhängig zu machen. In einer Presseerklärung hieß es: Wenn die Mehrheit der Forster Stadtverordneten es wolle, "dann bitte ich sie, mich aus dem Beamtenverhältnis auf Zeit zu entlassen".

Ein Abwahlbegehren durch die Bürger war von der Linkspartei angekündigt worden. Wesemann war im März 2015 als 25-Jähriger zum jüngsten Bürgermeister einer Kreisstadt Deutschlands gewählt worden.