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Veranstaltung
Spendable Einwoher versüßen Zampern

Bei Ilona Senftleben lassen sich die Zamperer Herzhaftes und Süßes gut schmecken.
Bei Ilona Senftleben lassen sich die Zamperer Herzhaftes und Süßes gut schmecken. FOTO: Angela Hanschke
Groß Schacksdorf. Kunterbunte Kostüme: Marienkäfern, Teufeln, Clowns und trendigen Huckepack-Kostümen.

25 Zamperer sind am Samstag nicht nur durch Unter- und Oberdorf gezogen, sondern auch durch die Waldsiedlung. Ein echter Knochenjob unter der Regie des Traditionsvereins, den jedoch die neue Kapelle und die spendablen Einwohner versüßten.

Kurz nach 9 Uhr erreichte die Schar unter den Klängen des Kufsteinlieds an der Dorfaue das Grundstück Krätsch/Senftleben. Dort hatte Ilona Senftleben Leberwust- und Fleischwurststullen angerichtet, warmen Kaffee bereitgestellt und den am  Vortag nach DDR-Rezept gebackenen Schneewittchenkuchen aufgeschnitten. Kurz darauf trafen Frank Sprechert und Enno Böttcher – zwei mit Zylindern versehene „Fastnachtshaudegen“ mit der Hauptkasse ein. Günter Krätsch und sein Nachbar erfreuten sich an der munteren bunten Gesellschaft.

„So schön und aufwendig waren die Kostüme in unserer Jugendzeit nicht“, sagte Dieter Kulka angesichts von schmucken Marienkäfern, Teufeln, Clowns und trendigen Huckepack-Kostümen. Damals, in den 1950er Jahren, zogen die Zampernickel in abgetragenen Kleidungsstücken los, sorgten mit Gesichtsmasken bei den Grundstücksbesitzern für großes Raten, wer wohl dahinter stecke und erschreckten mit dem Lärm von Klatschen und Ratschen sowie am Ofenrohr geschwärzten Händen die Kinder. „Die sind gelaufen!“, erinnerte sich Dieter Kulka vergnügt. Und Günter Krätsch ergänzte: „Damals wurde die Dorffastnacht noch an zwei Tagen gefeiert, mit Tanz am Samstag und am Sonntag. Wir haben die Mädels abgeholt, sind nach dem Sträußchenanstecken paarweise in einen der beiden Gasthöfe einmarschiert“. Auf den „Altweiberbänken“ verfolgten betagte Einwohnerinnen, angeregt kommentierend, das Treiben der Jungen, während alte Herren oben in der Gaststube Skat und Doppelkopp spielten. Inzwischen gibt es seit Jahrzehnten weder Gastwirtschaft noch eigene Fastnachtsmusikanten im Dorf.

Zum Fastnachtstanz brechen die Groß Schacksdorfer deshalb am 10. Februar mit dem Bus nach Jocksdorf auf.  Zusteigemöglichkeiten gibt es um 18.30 Uhr an der Feuerwehr und zwischen 18.45 Uhr und 19.30 Uhr auf dem Parkplatz am Kindergarten.

(aha)