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| 15:33 Uhr

Döbern
SPD-Bürgermeister fraktionslos im Parlament

 Döberns Bürgermeister Jörg Rakete
Döberns Bürgermeister Jörg Rakete FOTO: Jörg Rakete
Döbern. Bei der jüngsten Kommunalwahl ist SPD-Mann Jörg Rakete als Döberner Bürgermeister in seinem Amt bestätigt worden. Damit führt er automatisch die Stadtverordnetenversammlung an. Dort wird er aber nicht der SPD-Fraktion angehören. „Ich kann damit freier agieren“, erklärt er. Von Sven Hering

Es ist eine ungewöhnliche Entscheidung: Döberns Bürgermeister Jörg Rakete (SPD) wird in der neugewählten Stadtverordnetenversammlung als fraktionsloses Mitglied agieren. Der SPD-Mann hat sich dafür entschieden, nicht in die gemeinsame Fraktion aus SPD und Sankt Florian einzutreten.

„Ich kann damit freier agieren, was zum Beispiel die Leitung der Sitzung betrifft“, sagt Rakete. „In dieser Funktion habe ich sowieso die Verpflichtung, neutral zu sein“, ergänzt er.

In der Kommunalpolitik generell, erst recht aber in einer 3000-Einwohner-Stadt wie Döbern habe Parteipolitik nichts verloren, zeigt sich Rakete überzeugt. „Es geht einzig um die Angelegenheiten von Döbern, es geht darum, wer die besten Ideen für die Zukunft der Stadt hat – und diese sollten umgesetzt werden“, betont Rakete.

Bei der jüngsten Bürgermeisterwahl hatte sich der SPD-Amtsinhaber mit rund 64 Prozent der Stimmen (1046 Stimmen) deutlich gegen seine Mitbewerber Detlef Fabian (AfD, 329 Stimmen) und Roy Hoffmann (parteilos, 256 Stimmen) durchgesetzt.

Beide Mitbewerber werden allerdings auch in der neuen Stadtverordnetenversammlung vertreten sein. Fabians AfD bildet gemeinsam mit der Haus- und Wohnungseigentümerschutzvereinigung (HWESV) eine Fraktion. Hoffmann sitzt als fraktionsloses Mitglied im Parlament.

„Ich glaube, dass wir in der neuen Stadtverordnetenversammlung eine gute Mischung haben“, sagt Rakete, nachdem sich das Parlament zur konstituierenden Sitzung getroffen hatte. Er hoffe, dass sich die neuen Abgeordneten mit frischen Ideen einbringen werden, andererseits aber auch die kontinuierliche Arbeit der vergangenen Legislaturperiode fortgesetzt werde, so der Stadtchef.

Sein bei der Kommunalwahl errungenes Mandat für die Stadtverordnetenversammlung hat Rakete übrigens zurückgegeben. Eine Formalie, weil er als Bürgermeister automatisch einen Sitz im Parlament hat. Der damit frei gewordene Platz hätte eigentlich von der SPD durch einen Nachrücker-Kandidaten besetzt werden können. Doch weil die Sozialdemokraten nicht genügend Bewerber auf der Liste hatten, wird dieser Platz nicht neu vergeben.

Die Personalnot ist kein Einzelfall. Die CDU musste schon im Vorfeld der Wahl gänzlich passen. Ihr war es nicht gelungen, überhaupt einen Bewerber für die Mitarbeit in der Stadtverordnetenversammlung zu finden.