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| 14:00 Uhr

Forst
Spannendes  zum Leben und Wirken von Werner Groß

Pfarrer Bodo Trummer liest Eintragungen aus dem alten Buch vor.
Pfarrer Bodo Trummer liest Eintragungen aus dem alten Buch vor. FOTO: Margit Jahn
Forst. Reinhard Natusch gibt zum 150. Geburtstag des Sacroer Pfarrers Einblicke in dessen Wirken.

(mjn) Ein etwas stiller Geburtstag ist es geworden, aber sehr feierlich. Genau auf den Tag, am 2. Juni lud der Ortschronist und „Dorfmuseumsvater“ Reinhard Natusch zum 150. Geburtstag von Pastor Werner Groß zu Kaffee und Kuchen auf das Dorfmuseumsgelände ein und verband damit eine neue Ausstellungseröffnung.

„Lobet den Herr’n“ erklang zur Eröffnung das Geburtstagsständchen aus der Trompete von Markus Witzsche, dem musikalischen Leiter des Blasorchesters Cottbus, bevor der Reinhard Natusch die Gäste begrüßte, die sich an diesem warmen Sonnabend Nachmittag ein schattiges Plätzchen an den langen Tischen gesucht hatten. Man sah es schon den leuchtenden Augen von Reinhard Natusch an, der sagte: „Wir haben eine sehr schöne Ausstellung vorbereitet.“ Und das haben sie, davon konnten sich die Besucher im Anschluss der Laudatio von Pfarrer Bodo Trummer überzeugen.

Trummer fasste den Lebenslauf von seinem Vorgänger, der am 2.Juni 1868 in Görlitz geboren wurde, spannend zusammen, und gab manch interessante Anekdote kund. „Ein geniales Zeitfenster, das sich da auftat“, nannte Trummer die Zeit, in der Pastor Groß in Sacro wirkte und was er mit seiner Gemeinde damals schaffte. „Frischer Wind durchwehte Sacro“ hieß es in der Rede.

Heike Korittke vertrat offiziell die  Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek, und überbrachte Reinhard Natusch eine Geldspende der Stadt Forst, worüber er sich sehr freute. Geld werde immer gebraucht. In der guten Stube konnte man sich dann interessante Schautafeln und Skizzen anschauen.

Der Blickfang war aber das erwähnte und bestens erhaltene Familienbuch, welches man so nur selten zu sehen bekommt. Bodo Trummer zog sich dafür bereit gelegte Handschuhe an, um die alten Papierseiten zu schonen, blätterte im Buch und erklärte den Besuchern, wie genial und akribisch Groß seine Aufzeichnungen verfasst hat. Sogar mit Querverweisen, was sehr spannend war. Es ist schon ein ganz besonderer Augenblick, wenn über 400 Jahre Geschichte mit Vorfahren so detailliert aufgeschrieben sind, und man seine Wurzeln nachverfolgen kann. Die Sacroer haben somit ein einmaliges und ganz wunderbares Stück Geschichte, mit der sie sich identifizieren können. Aber dies alles wäre ohne das Herzblut, welches der Hüter des Wissens, Reinhard Natusch immer wieder in die alte, und auf diese Art lebendige, Geschichte steckt, nicht möglich. Es scheint, ein 24-Stunden-Tag reicht bei ihm nicht aus, denn für die Museumsnacht, die am 8.September stattfindet, hat er schon originelle Ideen.

Ganz im Sinne von Pastor Groß wird am 9. sowie am 30. Juni ein Sommertheater in der Kirche aufgeführt. „Kultur als Lebensquelle“ bezeichnete Pfarrer Trummer unter anderem diese Aktion, die in Sacro schon lange Tradition hat.