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| 14:03 Uhr

Zukunft
Spätes Geschenk für Nix-Verein

Denise Roy und Daniel Nothnick vom Nix-Verein mit den endlich unterzeichneten Leistungsvereinbarungen und den Wunschbaum-Geschenken.
Denise Roy und Daniel Nothnick vom Nix-Verein mit den endlich unterzeichneten Leistungsvereinbarungen und den Wunschbaum-Geschenken. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Die Sozialarbeiter können nach langer Ungewissheit mit neuem Konzept ins neue Jahr gehen. Von Steffi Ludwig

Als schönes, aber sehr spätes Weihnachtsgeschenk bezeichnet Daniel Nothnick vom Forster Nix-Verein die Einigung über die Zukunft der Sozialarbeiter Anfang dieser Woche, während er vor den Geschenken sitzt, die der Verein für die Wunschbaum-Aktion zusammengetragen hat. Endlich, nach einem halben Jahr „Achterbahnfahrt“ und Ungewissheit, können die sechs Mitarbeiter des Nix-Vereins ihre Leistungsvereinbarungen mit der Unterschrift des Landkreises Spree-Neiße für das nächste Jahr in den Händen halten. Zum 1. Oktober hatten alle die Kündigung erhalten, aber die neuen Verträge waren nicht wie in den Jahren zuvor eher unterzeichnet worden, sondern erst jetzt.

Grund dafür war der Plan des Landkreises, die Schulsozialarbeit auszubauen und dafür auch einige Stellen der Jugendarbeit abzuziehen. Für den Nix-Verein bedeutete das unter anderem, dass die bisherigen zwei Stellen im Bereich Streetwork, die Daniel Nothnick und Denise Roy bisher besetzten, nach Ansicht des Landkreises nicht mehr zeitgemäß seien. Auch der Jugendclub Waggon stand zur Diskussion.

Doch nach einer Reihe Verhandlungen mit Landkreis und Stadt (RUNDSCHAU berichtete) ist laut Daniel Nothnick nun ein Konzept abgestimmt, mit dem der Nix-Verein leben könne. Und das sieht so aus: Das Schülerfreizeitzentrum bleibe in seiner Besetzung mit Christian Klar und Robert Bassy bestehen. Auch die Sozialarbeit an der Gutenberg-Oberschule laufe mit Luise Zuchold – als Elternzeitvertretung für Nicole Bossog – weiter wie vorher.

Neu ist, dass er und Denise Roy nun nicht mehr mit je 20 Stunden als Streetworker arbeiten, sondern mit je 30 Stunden als Jugendkoordinatoren. Dafür übernehme der bisherige städtische Jugendkoordinator Bernd Höer, der zur Hälfte auch Sozialarbeiter an der Grundschule Nordstadt war, letztere Funktion ganz. „Wir werden zwar einige mobile Angebote weiter betreuen, aber die Streetwork wird sich einschränken – obwohl wir nicht finden, dass sie nicht mehr zeitgemäß ist“, sagt Daniel Nothnick. Der Schwerpunkt der Jugendkoordination werde dann auf der Netzwerkarbeit liegen. Wie das im Detail aussieht, werde noch abgestimmt.

Offen sei laut Daniel Nothnick jedoch, wie es mit dem Jugendclub Waggon weitergeht. Bisher haben Nothnick und Sozialarbeiter Jan Krupski mit je 20 Stunden dort gearbeitet. Jan Krupski werde nach dem neuen Konzept jedoch ein neues Schulprojekt leiten, das sich mit Schulverweigerung befasst. Dies solle alle Forster Schulen umfassen, geklärt werden müsse noch, ob auch das Gymnasium und private Schulen einbezogen werden, so Nothnick. „Und wir hoffen natürlich, dass es mit dem Waggon weitergeht.“ Der Landkreis finanziere hier nicht weiter. Im Januar soll es noch einmal Gespräche mit der Stadt geben. Verwaltungsvorstand Sven Zuber hatte im Kultur- und Bildungsausschuss vorgeschlagen, dass die Stadt die Betriebskosten übernehme. Der Nix-Verein habe nun bei der Stadt beantragt, auch eine halbe Stelle zu finanzieren, bestätigt Zuber. „Wir werden hier im Januar entscheiden, welche finanziellen Mittel wir zur Verfügung haben“, so Zuber. Denn bei der Förderung der Jugendarbeit hätten sich einige Verschiebungen ergeben, sodass möglicherweise hiervon Geld verwendet werden könnte. Auch beim Familientreff des Paul-Gerhardt-Werkes gebe es noch Klärungsbedarf, hier hatte es laut Zuber auch noch eine Stellenverschiebung gegeben.

Der Nix-Verein möchte sich bei der Stadtverwaltung und den Stadtverordneten für ihren Einsatz bedanken. „Das war eine schöne Erfahrung, dass sie so für uns und mit uns gesprochen haben“, so Nothnick.

Die Zukunft des Jugendclubs Waggon klärt sich erst im Januar.
Die Zukunft des Jugendclubs Waggon klärt sich erst im Januar. FOTO: Steffi Ludwig / LR