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Forst
Sonntags öffnen – einige wagen es

Öffnen am Adventssonntag ist für Händler Heinz-Peter Bischoff selbstverständlich. Sein traditioneller Modelleisenbahntag findet am 10. Dezember statt.
Öffnen am Adventssonntag ist für Händler Heinz-Peter Bischoff selbstverständlich. Sein traditioneller Modelleisenbahntag findet am 10. Dezember statt. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Gewerbeverein will Forster kulinarisch locken. Händler erwarten mehr vom Weihnachtsmarkt Von Katrin Kunipatz

Nicht das Einkaufen, sondern das besondere Erlebnis soll an den verkaufsoffenen Adventssonntagen im Mittelpunkt stehen, erläutert Andreas Wolff. Der Vorsitzende des Gewerbevereins der Rosenstadt hat deshalb die Händler aufgerufen, am 10. Dezember unter dem Motto „Forst kulinarisch erleben“ den Kunden ein entsprechendes Angebot zu machen. „Wir wollen es erstmals probieren und die Gäste gemütlich empfangen“, so Wolff. Neben internationalen Getränken will der Inhaber eines Reisebüros beispielsweise mediterrane Kekse anbieten.

Die Händler wurden vor wenigen Wochen noch einmal auf den Termin und das Motto am zweiten Advent aufmerksam gemacht. Da die Teilnahme an den verkaufsoffenen Sonntagen jedem freigestellt ist, hat der Gewerbeverein keine Rückmeldung erbeten. Andreas Wolff kann nicht einschätzen, was von welchem Händler für die Besucher vorbereitet ist. Die RUNDSCHAU wollte es wissen und schaute bei einigen Innenstadthändlern auf der Cottbuser und der Berliner Straße vorbei.

„Als Vorreiter bei der Sonntagsöffnung bin ich natürlich dabei“, sagt Heinz-Peter Bischoff. Der Inhaber des Spielzeuggeschäfts in der Berliner Straße wird am 10. und 17. Dezember öffnen. Schwierig sei es jedoch das Motto des Gewerbevereins umzusetzen. Für den Verkauf von Lebensmitteln für den Verzehr brauche es zusätzliche Genehmigungen, deren Beschaffung mit hohem Aufwand verbunden sei, so Bischoff. Stattdessen wird er am zweiten Advent seinen traditionellen Modellbahnertag durchführen. „Gut wäre es, wenn sich Händler und Gastronomen bei so einem Projekt abstimmen würden“, sagt Heinz-Peter Bischoff. Aber Diana Podlesch vom Pavillon Genuss und Kunst hat in diesem Jahr keine Zeit. Am zweiten Advent hat sie die Sängerin der Gruppe Lift, Dina Straat, zu Gast. Der Termin wurde bereits im März zugesagt und könne nicht verschoben werden.

Gemütlich wird es bei Petra Richter in der Rosen-Parfümerie am 10. Dezember. „Es gibt Kunden, die gern mit dem Partner kommen wollen“, sagt sie. Für diese sei ein verkaufsoffener Sonntag günstig. Um dem kulinarischen Motto zu entsprechen, will die Inhaberin Glühwein anbieten.

Geöffnet hat am zweiten Advent auch die Buchhandlung Berger. Inhaberin Katrin Berger wird Kürbiswaffeln backen. „Die Enkelkinder essen sie gern mit Zucker und Zimt“, berichtet sie. Bei den Kürbissen greift die Buchhändlerin auf die Früchte aus dem eigenen Garten zurück. Drei Stück der Sorte Roter Zentner seien noch da und werden nun als Zutat für die Waffeln dienen. Verbunden ist der verkaufsoffene Sonntag diese und nächste Woche mit einer Rabattaktion in der Buchhandlung. Trotzdem erwartet Katrin Berger nicht viele Besucher. „Es gibt einfach zu viel in Cottbus, Berlin und rund um Forst. Die Leute werden mit Veranstaltungen regelrecht zugeschüttet“, sagt sie.

Eine andere Erklärung für das mangelnde Interesse der Kunden hat Frank Holstein, Inhaber des Schuhgeschäfts auf der Cottbuser Straße. „Es ist einfach kein Geld da bei den Leuten“, sagt er. Deshalb schließt er weder am 10. noch am 17. Dezember seinen Laden auf. Geschlossen bleiben auch Butzke Brilen und die Schleiferei & Spielebude von Stephan Kruschel. Im Blumen- und Geschenkelädchen erklärt Monika Hartel, dass es sich für ihr Geschäft nicht rentiert. Am Muttertag oder Totensonntag sehe es dagegen anderes aus. „Und wer am Heiligabend einen Blumenstrauß braucht, kann die längere Öffnungszeit am Samstag nutzen“, so Hartel.

Das Reformhaus in der Berliner Straße bleibt ebenfalls an den Adventssonntagen zu. „Meine Stammkunden kommen unter der Woche, um frische Ware zu kaufen“, sagt Sylvia Heidenreich. Sie würde sich freuen, wenn tatsächlich an den Sonntagen Auswärtige in die Stadt kämen. Doch es seien zu wenige und deshalb nutzt die Inhaberin den Sonntag als ihren einzigen freien Tag.

Andere Geschäfte konzentrieren sich allein auf den dritten Adventssonntag, wenn in Forst der Weihnachtsmarkt stattfindet. Die Touristinformation, das Bekleidungsgeschäft Katrins Treff, Ernstings Family, Funk und Technik und einige andere Läden öffnen nur dann.

Roman Dubrau hat sich aufgrund der Erfahrung der vergangenen Jahre für nur einen verkaufsoffenen Sonntag im Dezember entschieden. „Es lohnt sich für uns nur zum Weihnachtsmarkt, wenn viele Leute unterwegs sind“, sagt der Inhaber des Elektronikfachgeschäfts auf der Berliner Straße.