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| 13:41 Uhr

Interview
Sonntag Königin – Montag Azubi

Rosenkönigin Jessica I. hat viel erlebt im vergangenen Jahr. Für sie war es vor allem: „aufregend“.
Rosenkönigin Jessica I. hat viel erlebt im vergangenen Jahr. Für sie war es vor allem: „aufregend“. FOTO: LR / wuntkebild.de / zvg
Ein Jahr gelang Jessica Schmidt dieser Spagat. Das Amt brachte ihr viel Selbstbewusstsein ein. Von Katrin Kunipatz

Rosenkönigin Jessica gibt am Freitag die Krone weiter. Zuvor eröffnet die 21-Jährige am Donnerstagabend die Schnittrosenschau. Im Interview blickt sie auf das vergangene Jahr zurück und verrät, worauf sie sich nach dem Ende ihrer Pflichten am meisten freut.

Wie fühlen Sie sich jetzt kurz vor dem Ende der Amtszeit?

Jessica Ich bin schon ein bisschen traurig. Dieses Jahr ging so schnell vorbei. Ich kann es noch gar nicht fassen. Ich erinnere mich genau, wie ich mich vor einem Jahr ganz aufgeregt zu Hause vorbereitet habe. Und jetzt ist es schon wieder vorbei, das ist schade. Aber es ist eine schöne Erfahrung gewesen.

Beschreiben Sie das zurückliegende Jahr mit einem Adjektiv!

Jessica Nur ein Einziges? (überlegt) Aufregend!

Was war so aufregend?

Jessica Es waren so viele verschiedene Termine und jeder war anders. Vorher habe ich mich immer gefragt: Was erwartet mich? Was mache ich? Wie läuft es ab? Es war vor allem auch die eigene Aufregung.

Wie bewahren Sie die Erinnerungen an die Auftritte und Erlebnisse als Rosenkönigin?

Jessica Ich habe bis jetzt nur gesammelt. Von überall habe ich Zeitungsartikel gekriegt, Fotos, Gastgeschenke der anderen Hoheiten. Alles habe ich zu Hause.

Wie viel Platz nimmt es ein?

Jessica Naja, es ist schon eine ganze Menge. Im Moment habe ich erst mal alles in einem Teil meines Wohnzimmerschrankes untergebracht.

Wann werden Sie es sortieren?

Jessica Ich habe bald Urlaub. Es wird also recht zeitnah passieren.

Gibt es ein Erlebnis, das Sie besonders stark beeindruckt hat?

Jessica Die Krönung. (lacht) Die Begegnungen mit den Kindern – gerade erst zum Kindertag im Rosengarten. Kinder sind immer besonders begeistert. Sie freuen sich, sie umarmen einen, andere sind eher schüchtern. Aber es hat mir immer wieder Spaß gemacht, auf Messen zum Beispiel, Menschen von meiner Heimatstadt und dem Ostdeutschen Rosengarten zu berichten. Gerade auch dann, wenn sie uns noch nicht kannten.

Gibt es auch Momente, die weniger schön waren?

Jessica Bei den Auftritten nicht. Aber manchmal vor einem Auftritt das Fertigmachen. Oder, wenn man sonntags aufsteht und vielleicht einen schlechten Tag hat und deshalb ein bisschen schlechte Laune. Aber sobald man da ist, war alles auch wieder vergessen.

Wurden Sie vor jedem Auftritt von einem Profi zurechtgemacht?

Jessica Nicht vor jedem Auftritt. Bei größeren Veranstaltungen bin ich vorher zum Friseur gegangen und zur Kosmetik. Bei kleineren habe ich es selbst gemacht. Dafür habe ich etwa eineinhalb Stunden gebraucht. Beim Friseur war es natürlich etwas länger.

Sie haben wenige Wochen nach der Krönung die Ausbildung zur Mechatronikerin begonnen. Wie konnten Sie Berufsschule und Amt vereinbaren.

Jessica Grundsätzlich hat es ganz gut geklappt, denn die meisten Auftritte sind am Wochenende. Unter der Woche war ich arbeiten oder in der Schule und am Wochenende Rosenkönigin. (lacht) Es war ein bisschen wie ein zweigeteiltes Leben.

Haben der Betrieb und die Mitschüler gewusst, dass Sie Rosenkönigin sind?

Jessica Der Betrieb hat es gewusst und es gab keine Probleme. Bei den Mitschülern habe ich es etwas zurückgehalten. Sie haben es nach und nach erfahren. Viele fragten, was man macht und wie lange es geht, aber es gab keine großartig positiven oder großartig negativen Äußerungen. Es wurde hingenommen und dann war gut.

Gibt es Wissen und Erfahrungen aus Ihrer Zeit als Rosenkönigin, die Ihnen für das weitere Leben nützen werden?

Jessica Gerade was das Reden am Mikrofon oder vor großen Menschenmassen betrifft, habe ich viel dazugelernt. Ich bin wesentlich selbstbewusster geworden. Und was vielleicht in Bewerbungsgesprächen hilfreich ist: Wenn man eine Antwort gerade nicht weiß, wie man es schafft, drum herum zu lenken. Und natürlich auch, wie man den eigenen Typ mit Kleidung und Frisur unterstreicht und hervorhebt.

Kennen Sie die 28. Rosenkönigin schon?

Jessica Ja, ich saß mit in der Jury. Natürlich darf ich nichts verraten.

Gibt es einen ganz wichtigen Tipp, den Sie Ihr mit auf den Weg geben wollen?

Jessica Sie soll sie selbst sein. Sie soll sich nicht verstellen. Jeder ist ein individueller Mensch, keiner ist perfekt und das muss auch gar nicht sein. Man sollte so natürlich sein, wie möglich. Das ist immer am besten.

Worauf freuen Sie sich nach Ihrer Zeit als Rosenkönigin, wenn Sie das Kleid nicht mehr anziehen müssen?

Jessica Erst mal, dass es wieder etwas ruhiger wird. Dass ich gerade jetzt im Sommer an den Wochenenden auch öfter wieder mit Freunden etwas unternehmen kann. Aber ich werde es auch vermissen. Es war eine schöne Zeit.

Was wird Ihnen am meisten fehlen?

Jessica Das werden zuerst einmal die Hoheitentreffen sein, dieses Aufeinandertreffen war etwas besonders. Ich habe mit den anderen Hoheiten sehr viel erlebt und viel Spaß gehabt. Wir werden wohl weiter in Kontakt bleiben. ... und das Auto. (lacht) Es fuhr sich sehr gut.

Mit Jessica Schmidt
sprach Katrin kunipatz