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| 21:46 Uhr

Ärger an Forster Grundschule in Keune
Nächste Runde im Streit um Ekel-Toiletten in der Schule

 Marode Toiletten, braunes Wasser aus der Leitung: Die Zustände an der Grundschule Keune haben Eltern jetzt öffentlich gemacht.
Marode Toiletten, braunes Wasser aus der Leitung: Die Zustände an der Grundschule Keune haben Eltern jetzt öffentlich gemacht. FOTO: privat
Forst. Rathaus-Spitze soll handeln: Die Fraktionschefs der Forster Stadtverordnetenversammlung stellen sich hinter die erzürnten Eltern und fordern jetzt zumindest provisorische Abhilfe. Von Sven Hering

Nachdem eine Elterninitiative auf die unhaltbaren Zustände der Toiletten an der Grundschule in Keune aufmerksam gemacht hat, fordern die Chefs der Forster Stadtverordnetenfraktionen jetzt eine möglichst schnelle Reaktion der Verwaltung. Allerdings weisen die Abgeordneten auch auf eine Zwickmühle hin, in der sich die Rathaus-Mitarbeiter befinden.

„Das Problem dort liegt länger zurück“, betont Ingo Paeschke (Linke). „Mit der Entscheidung, die Schule zu schließen, die wir als Linke nie mitgetragen haben, ist natürlich in den vergangenen Jahren sanierungstechnisch nichts gemacht worden.“ Dass die Schule nun, nach dem Beschluss zum Weiterbetrieb, saniert werden müsse, sei keine neue Erkenntnis. „Das Problem der Sanitäranlagen war uns so allerdings noch nicht bekannt. Und ich glaube, da wird es auch keine Lösung über Nacht geben“, ergänzt er. Für Reparaturen allerdings gebe es im Haushalt auch Mittel. „Diese Entscheidung zu treffen, ist aus meiner Sicht Sache der Verwaltung, dafür brauchen wir nicht die Stadtverordneten.“

„Ich kenne die Zustände vor Ort nicht so genau und auch die Elterninitiative ist noch nicht an uns herangetreten“, sagt Thomas Engwicht (Gemeinsam für Forst). „Generell sehe ich dort das Problem, dass es schon so lange diese Hängepartie gibt. Wir sind für eine neue Schule am Standort, sind aber auf diesem Weg noch nicht wirklich vorangekommen.“ Das aktuelle Problem gehöre in die  Verwaltung, dafür gebe es die Fachleute im Rathaus.

Hermann Kostrewa (SPD) betont: „In erster Linie ist natürlich die Verwaltung gefragt.“ Er habe als Vorsitzender des Bauausschusses Kontakt zur Bauamtsleiterin Heike Korittke aufgenommen. „Sie wollte sich das Angebot der von den Eltern kontaktierten Baufirma anschauen.“ Kostrewa erklärt: „Das Thema generell ist für uns nicht neu, wir wissen, dass dort Handlungsbedarf besteht.“ Wichtig sei aus seiner Sicht, dass die Eltern ernst genommen werden.

„Renovieren geht nur mit Fördermitteln, das wissen wir“, erklärt Jens-Uwe Wussmann (CDU). „Trotzdem muss man sehen, dass man das Problem mit kleinen Mitteln irgendwie hinbekommt.“ Schüler, die schon länger in der Einrichtung sind, hätten sich vielleicht an die Zustände gewöhnt. Das könne aber keine Ausrede sein.

„Es ist ein schwieriges Thema“, sagt Konstantin Horn (AfD). „Aus Sicht der Eltern, mein Sohn ist ja auch auf dieser Schule,  kann ich das Problem verstehen.“ Die Sicht der Stadtverwaltung könne er aber ebenfalls nachvollziehen. Bis vor wenigen Jahren sollte die Schule noch geschlossen werden. Daher seien keine Investitionen mehr für diese Einrichtung geplant worden. Durch die Elterninitiative wurde die Schließung verhindert. „Seitdem, gehe ich zumindest davon aus, hat die Stadtverwaltung die Problematiken des Objektes auf dem Schirm. Wollen wir an dieser Stelle nicht vergessen, dass für die Kinder gerade eine neue Sporthalle für das Objekt errichtet wird“, so Horn. „Als Fachmann kann ich nur sagen: um die Geruchsbelästigung zu beseitigen, sind schwerwiegende Sanierungen erforderlich. Die WC-Anlagen funktionieren und ich würde es als bedenklich sehen, vor einer anstehenden Kernsanierung noch mal große Summen Geld zu investieren.“

Beim jüngsten Tag der offenen Tür hatte es für einige Eltern der künftigen Erstklässler eine böse Überraschung gegeben. Den Zustand der Sanitäranlagen bezeichneten sie als eine Katastrophe. Es stinke, aus der Leitung komme braunes Wasser.  Schnell hatte sich eine Initiative gegründet, die sich dafür einsetzt, zum Schulstart halbwegs annehmbare Verhältnisse herzustellen. Ein Bauunternehmen hat einen Voranschlag erstellt. Rund 5000 Euro würde es kosten, die Toiletten in einen passablen Zustand zu versetzen. Die Eltern haben angeboten, bei der Sanierung mit anzupacken.

Die Forster Bauamtschefin Heike Korittke erklärte auf RUNDSCHAU-Nachfrage: „Es handelt sich um ein öffentliches Gebäude, dabei sind wir an ganz klare Vorschriften gebunden.“ Dennoch werde sie sich gern die Vorplanungen der Elterninitiative anschauen.

 Eine Komplettsanierung der Schule sei nach ersten Planungen mit mindestens 10 Millionen Euro veranschlagt. Ohne Fördermittel sei dieses Vorhaben für die Stadt nicht zu stemmen.

 Die Verwaltung soll eine provisorische Lösung finden.
Die Verwaltung soll eine provisorische Lösung finden. FOTO: privat
 Marode Toiletten, braunes Wasser aus der Leitung: Die Zustände an der Grundschule Keune haben Eltern jetzt öffentlich gemacht.
Marode Toiletten, braunes Wasser aus der Leitung: Die Zustände an der Grundschule Keune haben Eltern jetzt öffentlich gemacht. FOTO: privat
 Die Verwaltung soll eine provisorische Lösung finden.
Die Verwaltung soll eine provisorische Lösung finden. FOTO: privat