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So ein Zirkus - Döberner Kinder werden zu Stars der Manege

Die Kinder der Mosaik-Grundschule Döbern begeisterten die zahlreichen Zuschauer im ausverkauften Zelt.
Die Kinder der Mosaik-Grundschule Döbern begeisterten die zahlreichen Zuschauer im ausverkauften Zelt. FOTO: mle1
Döbern. In der vergangenen Woche hatten die Kinder der Mosaik-Grundschule Döbern ganz besonderen Unterricht. Eine Woche lang verwandelte sich das "Klassenzimmer" in eine Manege. mle1

Im Rahmen einer Projektwoche mit dem "1 .Ostdeutschen Projektcircus Andre Sperlich" brachten Familie Sperlich und ihr Team den Schülerinnen und Schülern die Welt des Zirkus nahe. Die gesamte Schule war dabei, insgesamt 308 Schüler aus 14 Klassen. "Die Organisation war sehr anspruchsvoll", verriet Nanett Vietzke vor der Freitags-Aufführung. "Die Kinder arbeiteten in gemischten Gruppen aus allen Klassenstufen von eins bis sechs mit den Zirkusleuten."

Alle Aktivitäten und das gesamte Training fanden im Zirkuszelt auf der Festwiese gegenüber dem "Deutschen Haus" statt. Eine lange Schlange stand an der Kasse. Zur Freitagnachmittagsvorstellung war das Zelt der Sperlichs proppenvoll. Eltern und Großeltern, Geschwister,Verwandte, Freunde und Bekannte waren in den Zirkus gekommen. Es musste zusammengerückt werden, um die vielen Zuschauer zu fassen, die 350 Plätze reichten kaum. "Am Samstag wird es bestimmt genauso voll", mutmaßte Nanett Vietzke. Insgesamt gab es vier Vorstellungen der kleinen Artisten. Das Lampenfieber war den kleinen Artisten anzusehen. Aufgeregt rutschten sie auf den Holzbänken hin und her. Eine poppige Lasershow eröffnete die Vorstellung. Und dann war es endlich soweit. Für die Mädchen und Jungen der Mosaik-Grundschule öffnete sich der Vorhang. Die Zuschauer klatschten rhythmisch zur Eröffnungsmusik. In den folgenden 120 Minuten wurden sie mit Tina in eine Welt voller Magie, Artistik und Zauberei entführt. Eine Mädchengruppe eröffnet das magische Treiben mit einem Schwarzlicht-Tanz mit bunten Tüchern. "Herzlich willkommen und lassen sie sich überraschen", begrüßte Zirkusdirektor Andre Sperlich die Zuschauer und gibt die Manege frei. Tina erzählte eine phantastische Geschichte, die das Programm zusammenhielt. Rund 150 Kinder zeigten während der Vorstellung, was sie gelernt hatten. Mädchen tanzten mit Tüchern und Reifen, der Zauberer ließ einen Jungen in einer Tonne verschwinden, in die anschließend Piraten ihre Säbel steckten. Artisten jonglierten auf einem Seil und mit Tauben. Sie erhielten viel Applaus von den Zuschauern, wie auch alle anderen Kinder in der Manege, als Lohn für eine gelungene Vorstellung.

Lena-Marie Schorr aus der Klasse 6a war bereits das zweite Mal dabei. Gemeinsam mit Hailey Rhodes aus der 4a gehörte sie zu den Mädchen, die die Vorstellung mit dem Tüchertanz eröffnete. Den beiden hat es sehr gefallen und sie haben sich auch schon vorher für den Zirkus interessiert. "Wie die das alles so hinbekommen", war die große Frage für Lena-Marie; das interessierte sie am meisten. In den Tagen der vergangenen Woche konnte sie es noch einmal hautnah mitmachen.

"Die Proben waren kein Zuckerschlecken für die Kinder", erklärte die stellvertretende Schulleiterin Ines Kammel-Liersch.

Der Zirkus ist bereits zum zweiten Mal in der Schule. "Bereits beim ersten Mal hatte ich Gänsehaut, so hat mich die Zusammenarbeit der Schüler mit den Artisten beeindruckt", so Ines Kammel-Liersch. "Und dieses Mal ist es genauso. Es macht unheimlich Spaß, ist aber auch sehr anstrengend." Sie freut sich besonders über die zahlreichen Besucher.

Im Vordergrund der Projektwoche stand das gemeinsame Arbeiten in den Übungsgruppen, dabei spielten gegenseitige Rücksichtnahme und die Entwicklung der Teamfähigkeit eine wichtige Rolle.

Eine Woche lang waren Disziplin, Fleiß, Verständnis und Toleranz gefragt, damit als Projektergebnis das Programm präsentiert werden konnte. Die Kinder erhielten Einblicke in das Leben und die Arbeit von Artisten sowie den organisatorischen Ablauf einer Zirkusveranstaltung.