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| 09:11 Uhr

Stichwahl
Eine Bürgermeisterin für Forst

Fairer Verlierer: Thomas Engwicht gratulierte Simone Taubenek kurz nach Feststehen des Ergebnisses zu ihrem Wahlsieg.
Fairer Verlierer: Thomas Engwicht gratulierte Simone Taubenek kurz nach Feststehen des Ergebnisses zu ihrem Wahlsieg. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Simone Taubenek siegt im Kopf-an-Kopf-Rennen mit 472 Stimmen vor Thomas Engwicht. Von Steffi Ludwig und Katrin Kunipatz

Gespannte Stille herrschte am Sonntagabend vor allem an zwei Orten in Forst: im Pavillon Genuss & Kunst, wo Bürgermeisterkandidat Thomas Engwicht (parteilos) mit Familie und Freunden den Ausgang der Wahl verfolgte, und im Kompetenzzentrum, wo Simone Taubenek (parteilos) mit ihren Unterstützern vor der Leinwand mit den sich fortlaufend aktualisierenden Ergebnissen wartete.

Als acht von 28 Wahllokalen ausgezählt waren, lag Thomas Engwicht noch vor Simone Taubenek. Doch ab dem zehnten Wahllokal führte die 52-jährige Leiterin des Direktionsstabes der Polizeidirektion Süd. Bei Wahllokal 22 hatte Simone Taubenek dann schon das notwendige Quorum, 15 Prozent aller Wahlbeteiligten, mit 2428 Stimmen erreicht. Spannend wurde es noch einmal beim letzten, relativ großen Wahllokal in Noßdorf – es dauerte geschlagene 20 Minuten, ehe das vorläufige Endergebnis um 19.20 Uhr angezeigt wurde. Doch dann konnte zumindest im Kompetenzzentrum der Prosecco geköpft werden: Simone Taubenek hatte in der Stichwahl  53,7 Prozent der Stimmen erreicht, Gärtnermeister Thomas Engwicht mit 46,3 Prozent insgesamt 472 Stimmen weniger.

Der bis dahin relativ ruhig wartenden Kandidatin stiegen dann doch die Tränen in die Augen, als ihr Mann und die beiden Söhne als erste gratulierten. „Ich bin erleichtert und freue mich auf die neue Aufgabe“, sagte sie. Und sie sei froh, dass die anstrengende Zeit des Wahlkampfes vorbei sei. „Ich möchte mich bei allen Wählern bedanken, denn ich bin für Forst ja eine relativ unbekannte Frau.“ Erster Anrufer auf ihrem Handy war ihr Amtsvorgänger  Philipp Wesemann, der ihr zum Sieg gratulierte. „Ich wünsche Frau Taubenek Gesundheit und hoffe, dass die Stadtverordneten sachlich mit ihr zusammenarbeiten“, so Wesemann, der sich noch einmal persönlich mit Taubenek treffen will, zur RUNDSCHAU. Auch die Verwaltungsvorstände Jens Handreck, Sven Zuber und Heike Korittke gratulierten.

Thomas Engwicht zeigte sich als fairer Verlierer. Noch bevor der letzte Wahlbezirk ausgezählt war, startete er zum Kompetenzzentrum, um Simone Taubenek zu gratulieren. „Gern hätte ich die Aufgabe des Bürgermeisters angenommen“, sagte Thomas Engwicht. Weitere politische Ambitionen hege er im Moment aber nicht. Er wolle sehen, wie sich die Lage in der Stadt entwickelt. Am Montag werde er ganz normal arbeiten gehen. Auch Simone Taubenek wird am Montag in der Polizeidirektion Cottbus ihren Dienst verrichten. Erst, wenn sie die Wahl offiziell angenommen hat, wird sie Bürgermeisterin sein.

Die Wahlbeteiligung lag mit 42 Prozent naturgemäß niedriger als beim   ersten Wahlgang am 22. April, als 46,4 Prozent der Forster an die Wahlurne gingen. Allerdings waren es bei der Stichwahl 2015 mit 45,5 Prozent mehr Wähler gewesen.

FOTO: LR / Katrin Janetzko