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| 14:57 Uhr

Sensenmann bringt „Kuckuck“ zum Toben

Vier Künstler, vier Genres - das Konzept der Langen Nacht des Kabaretts.
Vier Künstler, vier Genres - das Konzept der Langen Nacht des Kabaretts. FOTO: Haß (LR-COS-REM-105)
Groß Jamno. Zur fünften „Langen Nacht des Kabaretts“ hat der „Kuckuck“ in Groß Jamno Kabarettfreunde eingeladen. Am Konzept hat sich nichts geändert: Vier Künstler unterschiedlicher Genres inklusive Moderator gestalten ein humorvolles Programm. tfs1

Bis zum Beginn der Veranstaltung wurde der Name des Moderators geheimgehalten. Umso größer das Erstaunen im Publikum, als "Der Tod" persönlich die Gäste begrüßte. Mit einer "maximal pigmentierten" Kutte betrat er die Bühne und erklärte, dass sein Ruf ramponiert sei und er eine Image-Kampagne durch die Republik starten will. "Das Sprichwort sagt, die Besten sterben immer zu früh. Fühlt man sich da nicht benachteiligt?" fragte er.

Dann erzählt "Der Tod" von seiner Klientel. Letztens hatte er "Welcome-Party-Wochen" für die FDP veranstaltet. Viele Anfragen bekomme er von Männern, die ihn gerne mit ihrer Schwiegermutter bekanntmachen wollen.

Mit Konfettiregen leitete "der Tod" zum nächsten Programmpunkt über: Benjamin Eisenberg aus Bottrop, "der Stadt, wo die Altkleidersammlung nichts abholt, sondern noch etwas hinzu stellt". Eisenberg hat sich dem politischen Kabarett im Stile Dieter Hildebrandts verschrieben und parodierte Persönlichkeiten wie Jürgen Rüttgers und Angela Merkel. Der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sprach er nur in einer Sache Kompetenz zu: der Nachwuchsgewinnung. Und "Alice Schweizer, äh Schwarzer" sei Schuld an den schlechten Straßen in Deutschland, sagte er.

Für den musikalischen Teil des Abends war die Hannoveranerin Anna Piechotta zuständig. Ihr Schlaflied für "noch zu erwartende Kinder" war gespickt mit Gruseleinlagen - praktisch eine Kriegserklärung an die kleinen Quälgeister.

Paul Bokowski hat sich dem Poetry-Slam verschrieben. Das sind kleine selbst geschriebene Gedichte und Geschichten, von denen er einige vorlas. So erfuhren die Gäste des "Kuckucks" von seiner Nachbarin, die eine ernste Krankheit habe. Ihr seien die Arme am Fensterbrett festgewachsen. Eine andere Episode erzählte von einer Waschmaschine, die sich heimlich durchs ganze Zimmer bewegte und später von der Polizei in Görlitz aufgefunden wurde. Gegen Mitternacht endete die "Lange Nacht des Kabaretts". Birgit Hendrischke als Veranstalterin war zufrieden. "Wir hatten anfangs Bedenken, ob der Humor ‚Des Todes‘ ankommt. Aber die Reaktionen zeigen, dass wir richtig gelegen haben", sagt sie.