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Seniorenkreis feiert das Vierteljahrhundert

Fotos aus einem Vierteljahrhundert gingen von Hand zu Hand.
Fotos aus einem Vierteljahrhundert gingen von Hand zu Hand. FOTO: aha1
Döbern. Am Mittwoch haben die Frauen vom Seniorenkreis Eichwege dessen 25-jähriges Bestehen gefeiert. Dessen Anfang lag im Winter des Jahres 1992 – als blaue Briefe von Arbeitgebern auch die Einwohner von Eichwege erreichten, als Post und Konsum schlossen und vor allem ältere Menschen vereinsamten, weil ein Gesprächspartner fehlte. aha1

Elvi Schoeder, damals selbst erst gerade Anfang 50, beobachtete diese Entwicklung mit Sorge. Kurz entschlossen lud sie Bekannte und Nachbarinnen zu Kaffee und Kuchen ein. Fünf Frauen kamen. Und immer gab es den Wunsch, diese monatlichen Treffen unter dem Motto "Für- und Miteinander" fortzusetzen. Als Bedingung galt: Jeder bringt noch einen Einwohner mit - zu Sommerfest, Geburtstags- und Weihnachtsfeier sowie dem jährlichen Ausflug.

15 Frauen gehören derzeit zum Seniorenkreis. Auch Saskia Stahn und Renate Pniok vom Döberner Seniorenbeirat feierten am Mittwoch mit. Auch die langjährige Eichweger Pfarrerin Ursula Orgis war aus Bad Muskau gekommen. "Bei ihr fand ich offene Arme, als ich eine passende Räumlichkeit bei der Kirchengemeinde suchte", berichtete Elvi Schoeder, die auch immer auf die Unterstützung ihres Ehemannes bauen konnte. "Zu besten Zeiten waren wir 24 Mitglieder", sagte sie nachdenklich. Doch auch in schweren Zeiten, als sich Krankheiten einstellten oder ein Leben im Pflegeheim unumgänglich war, bewährte sich die Gemeinschaft. "Wir haben alle begleitet und besucht." Doch die Eichwegerinnen leben nicht nur in der Vergangenheit. Bei der Kaffeetafel drehen sich die Gespräche um aktuelle Ereignisse. Es wird gesungen und das Gedächtnis trainiert. Eng ist die Zusammenarbeit mit dem betreuten Wohnen in der Döberner DRK-Wohnanlage. Seit 15 Jahren ist Elvi Schoeder eine der Unentwegten beim Döberner Seniorenbeirat und bringt in dessen Arbeit und die Vorbereitung der Seniorenwoche die Ideen der Eichwegerinnen ein. Jahrelang hat sie sich regelmäßig für die Hortkinder in Döbern engagiert. "Ohne meine Mitmenschen und die Hinwendung zu ihnen könnte ich nicht leben", sagte sie.