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| 14:29 Uhr

Neues von der Baustelle
Feiner Baustaub statt Badewasser

 Die Fliesen im 25-Meter-Becken überdeckt eine dicke Staubschicht. Das Wandbild ist mit einer Konstruktion aus Holz und Folie sicher abgedeckt.
Die Fliesen im 25-Meter-Becken überdeckt eine dicke Staubschicht. Das Wandbild ist mit einer Konstruktion aus Holz und Folie sicher abgedeckt. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
In der Forster Schwimmhalle ist Abriss fast abgeschlossen. Im Frühjahr beginnt der Aufbau. Von Katrin Kunipatz

„Die Schwimmhalle ist im Augenblick ein hohler Vogel“, sagt Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke. Und sie hat recht. Nichts ist mehr drin im Gebäude an der Jahnstraße, obwohl es von vorn fast unversehrt wirkt. Ein Blick auf die Rückseite lässt einiges erahnen. Am Saunabereich fehlt die Rückwand. Provisorisch ist das Gebäude dort im Moment verschlossen. Aus dem Keller weht Staub nach draußen. Eine Betonsanierungsfirma ist dabei, sämtliche Wände mit Sand abzustrahlen, erklärt Bäderleiter Lutz Berbig. Erst wenn Farbe und Ausblühungen entfernt sind, werde klar sein, ob und wo Sanierungsbedarf bestehe.

„Seit Oktober vergangenen Jahres laufen die Abrissarbeiten in der Forster Schwimmhalle“, sagt Carola Krahl, Sachbearbeiterin Zentrales Gebäudemanagement. Sämtliche Möbel, die Heizung, Technik für die Wasseraufbereitung, Toiletten, Duschen, Zwischenwände, Wandfliesen und Lüftungsanlagen wurden ausgebaut. Übrig geblieben ist allein die tragende Konstruktion. Teilweise sorgen Holzstützen für die nötige Sicherheit. Aus Ziegeln gemauerte Wände und rohe Betonträger bleiben übrig. Dort wo die Duschen waren, liegt lockerer Sand, weil hier sogar der Fußboden entfernt wurde.

Gerade wird die Überlaufrinne am 25-Meter-Becken abgeschnitten. Am Nichtschwimmerbecken fehlt sie bereits komplett. Die Fliesen am Boden und den Seitenwänden der Becken bleiben dagegen dran. Böse Überraschungen gab es in der fast beendeten Abrissphase nicht. Lutz Berbig berichtet von einem Kuriosum: Einem Fahrradtretlager war in der Treppe des Nichtschwimmerbeckens einbetoniert.

Die Schwimmhalle Forst im Umbau FOTO: LR / Katrin Kunipatz

In den nächsten Tagen werden die Becken exakt vermessen, damit die Segmente für das Edelstahlbecken gefertigt werden können, erläutert Heike Korittke. Im Herbst dieses Jahres sollen die bis zu fünf Meter langen Segmente eingebaut werden. Bis dahin wird ein großer Teil der Technik für Heizung und Wasseraufbereitung einschließlich der entsprechenden Rohre und Pumpen im Keller und den Fußböden installiert. Vor dem nächsten Winter müssen auch sämtliche Bauarbeiten an der Gebäudehülle abgeschlossen sein. Das schließt neue Fenster und den kleinen Wintergarten hinter dem Nichtschwimmerbecken ein. Die Umkleiden und der Sanitärbereich werden erst im nächsten Jahr gebaut. Dann kommen auch Fliesen und Farbe an die Wände.

Obwohl mit den Abrissarbeiten später als geplant begonnen wurde, liege man im Zeitplan, betont Heike Korittke. „Wir haben ein versiertes Planungsbüro, das die Bauüberwachung übernommen hat“, sagt sie. Entsprechend dem Ablaufplan werden jetzt die Bauleistungen vergeben. Im Januar waren Heizung-, Lüftungs- und Badewassertechnik dran. Schon im Dezember wurden die Aufträge für die Fensterbauer vergeben. Teilweise brauchen die Firmen mehrere Monate Vorlaufzeit, weil die benötigten Elemente erst angefertigt werden.

 Rund 7,7 Millionen Euro kostet das gesamte Projekt, so Carola Krahl. Das Geld für das Gebäude ist sicher. Große Summen stellen Land und Bund als Fördermittel bereit. Trotzdem sei Forst immer noch bemüht, Fördermittel beispielsweise für die Außenanlagen über andere Förderprogramme zu akquirieren, so Heike Korittke.

„Gemeinsam mit Kämmerer Jens Handreck sind wir sicher, dass es gelingen wird“, so Korittke. Schön wäre es nur, für unvorhergesehene Dinge einen finanziellen Puffer zu haben. Erklärtes Ziel sei es, Anfang 2021 die Schwimmhalle wiederzueröffnen – 30 Jahre nach der ersten Inbetriebnahme. Die Außenanlagen könnten im Frühjahr 2021 komplettiert werden.