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"Schweine-Baron" kommt nach Wadelsdorf

FOTO: Anja Guhlan
Wadelsdorf. Schweine vom Fließband: Der niederländische Züchter Adrianus Straathof nimmt im Wald bei Wadelsdorf die alte Ferkel-Anlage wieder in Betrieb. Mit der Produktion soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Die Bürger aus Wadelsdorf stehen den Plänen kritisch gegenüber. Anja Guhlan

Die Wadelsdorfer Bürger und die Gemeindevertreter waren ganz schön aufgebracht, als ihnen vor Kurzem der niederländische Schweinezüchter Adrianus Straathof erstmals von seinen Plänen einer Ferkelzucht berichtete. Viele der Anwesenden haben sich vorher im Internet über den neuen Besitzer der Anlage informiert. Momentan macht der Schweinezüchter Straathof unter dem Namen "Schweine-Baron" nur negative Schlagzeilen: So soll Straathof seine Ferkel in teilweise illegal errichteten Bauten produzieren und soll auch gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen in manchen seiner insgesamt neun Anlagen in Ostdeutschland verstoßen haben. In den Niederlanden besitzt er nach eigenen Aussagen auch noch Anlagen. Die Wadelsdorfer sind nicht glücklich über diese Schlagzeilen, befürchten sie für das kleine Dorf nun das Schlimmste.

Adrianus Straathof stellt sich in einem Gespräch allen Fragen. Bereitwillig gibt er Auskunft über seine Pläne. Und er gibt auch zu, das eine oder andere in der Vergangenheit falsch gemacht zu haben. Für die Zukunft spricht er von Besserung. "Wir bemühen uns", meint er.

Die Straathof Holding hat im März vorigen Jahres die Anlage von dem Vorbesitzer gekauft. Über den privaten Grundstücksverkauf wurde laut Bauamtsleiter Uwe Eppinger sowohl das Amt Döbern-Land als auch die Gemeinde Hornow-Wadelsdorf über den Notar informiert. Seit Juli 2013 ist das Amt mit dem Landkreis Spree-Neiße und dem Landesumweltamt in einem Informationsaustausch, sagt Eppinger. Eppinger sieht sich und sein Amt ohnehin nicht als die entscheidende Behörde: Nach seinen Angaben ist das Landesumweltamt zuständig, ihm obliegt die immissionsschutzrechtliche Prüfung des Vorhabens.

Die Straathof Holding hat im März vorigen Jahres die Anlage gekauft. Straathof plant am Standort eine Ferkelaufzuchtanlage in Form eines Tochterunternehmens namens "Spreefa GmbH". So soll die Anlage in Wadelsdorf mit 1574 Sauen und fünf Ebern sowie 753 Jungsauen und 4470 Aufzuchtferkeln wieder in Betrieb genommen werden. "Voraussichtlich noch in diesem Jahr", meint Straathof. Von dem Aufbau einer Mastanlage nimmt Straathof Abstand, auch beim Amt Döbern-Land liegt noch kein Antrag für die Wiederinbetriebnahme einer Mastanlage vor. Auch auf die Frage einer Bürgerin ob Straathof die Anlage in Wadelsdorf auch noch erweitern will, verneint er.

Die Wadelsdorfer haben dennoch Angst, etwa vor massivem Gestank. Straathof versucht zu erklären, dass "keine nachteiligen Auswirkungen durch Geruch, Ammoniak oder Staub gegenüber dem genehmigten Zustand hervorgerufen werden". Vielmehr zeigt er in einer Präsentation auch Vorteile auf: So profitiere die Gemeinde von den Einnahmen durch die Gewerbesteuer. Auch will Straathof nach Inbetriebnahme acht Beschäftigte einstellen, die Neuanstellungen sollen aus der Region akquiriert werden. Aber auch bei der Umsetzung des Vorhabens sollen regionale Baufirmen oder Handwerksfirmen durch die Vergabe von Aufträgen profitieren. Nun können die Wadelsdorfer nur hoffen, dass Straathof sein Vorhaben so erfüllt, wie er es derzeit bei den Entscheidungsträgern darlegt. Behörden sind ihrer Meinung nach nun in der Pflicht, die Einhaltung der Auflagen zu kontrollieren.

www.straathof.de