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Forst
Schulneubau ist Herausforderung

Seit 15 Monaten ist Mike Lenke amtierender Amtsdirektor, blieb aber in seinem Büro.
Seit 15 Monaten ist Mike Lenke amtierender Amtsdirektor, blieb aber in seinem Büro. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Döbern-Land. Weitere Projekte in Döbern-Land sind für Mike Lenke Kita-Sanierungen und Einheitsgemeinde. Von Katrin Kunipatz

Durchaus positiv blickt Mike Lenke auf das vergangene Jahr zurück. Seit 15 Monaten leitet er als amtierender Amtsdirektor die Verwaltung. Ein sehr langer Zeitraum, der so im Oktober 2016 nicht absehbar war. „Dank der Unterstützung durch meine beiden Fachbereichsleiter und die Kollegen ist es gelungen“, sagt Lenke. Zwar seien einige Aufgaben zurückgestellt und andere neu verteilen worden, aber letztlich habe man sich arrangiert und viel erreicht.

Als wichtigstes Projekt nennt Mike Lenke die Errichtung des neuen Schulgebäudes für die Grundschule. Der Grundstückskauf ist abgeschlossen. „Jetzt wird die EU-weite Ausschreibung der Planungsleistung vorbereitet“, so Lenke. Für die rechtlichen Aspekte der Ausschreibung holt sich die Amtsverwaltung Unterstützung bei einem darauf spezialisierten Planungsbüro. Außerdem wurde in der Bauverwaltung befristet für die Begleitung des Schulneubaus eine Person eingestellt. „Zusätzliches Personal ist nötig, weil die Amtsverwaltung noch nie ein so großes Projekt zu bewältigen hatte“, begründet der amtierende Amtsdirektor. Nach Schätzungen wird der Schulneubau etwa acht Millionen Euro kosten. Ein großer Teil der Summe wird aus Fördermitteln finanziert, der Bescheid soll Mitte des Jahres vorliegen.

Aus Sicht Lenkes mindestens genauso bedeutsam wie das Schulgebäude ist die Einheitsgemeinde. Keinesfalls wolle er die Meinungsbildung in den Gemeinden vorwegnehmen, aber „wir als Verwaltung wollen wirtschaftlicher und effektiver arbeiten“, sagt er. Dies sei in der gegebenen Struktur nicht möglich. Allein die Haushaltsaufstellung für das Amt und alle sieben Gemeinden binde Ressourcen und sei zeitlich aufwendig. Weiterhin rechnet er vor, dass durch geänderte Schlüsselzuweisungen rund 750 000 Euro mehr zur Verfügung stünden. Da den kommunalen Verwaltungen immer neue Aufgaben übertragen würden, könnte man, statt zusätzliches Personal einzustellen, die vorhandenen Mitarbeiter effektiver einsetzen, so Lenke. Nach seiner Einschätzung arbeiten die Gemeinden zielorientiert an einem Zusammenschluss. „Die Amtsverwaltung favorisiert den Wechsel zum Jahresende 2018“, sagt Lenke. Als Termin im Gespräch sei aber auch das Ende der Legislaturperiode in den Kommunalparlamenten Mitte 2019.

In gewisser Weise erleichtert schaut Mike Lenke auf die Einwohnerzahlen: „Sie sind leicht rückläufig, aber nicht so stark, wie prognostiziert.“ In einzelnen Ortsteilen gibt es sogar Zuwachs, weil mehr Kinder geboren werden und sich junge Familien im ländlichen Raum ansiedeln. Grund genug, in die entsprechende Infrastruktur zu investieren. Im vergangenen Jahr sind Maßnahmen in der Kita Bohsdorf und der Kita Gosda (Wiesengrund) abgeschlossen worden. Froh zeigt sich der amtierende Amtsdirektor auch, dass der Jugendclub Trebendorf im Dezember 2017 übergeben wurde. In diesem Jahr sollen vier Projekte starten: der Anbau für den Hort in der Döberner Kita „Regenbogen“ für rund 280 000 Euro, die Sanierung der Kita „Schlumpfenvilla“ in Friedrichshain mit einer Summe von rund 280 000 Euro, die energetische Sanierung der Kita „Sonnenblume“ in Groß Schacksdorf für rund 250 000 Euro und die umfassende Sanierung der Kita „Kinderparadies“ in Tschernitz für 1,7 Millionen Euro.

Zur Infrastruktur gehört ebenfalls der Straßenbau. Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED läuft. „Momentan versuchen wir, unterstützt von den politischen Mandatsträgern, die Erneuerung der Spremberger Straße anzuschieben“, erklärt Mike Lenke. Für diese ortsverbindene Straße bestehe dringend Handlungsbedarf, zumal mit Feuerwehr, Rettungswache, Kindergarten und Caritas-Heim wichtige Anlieger auf diese Zufahrt angewiesen seien.

Weitere Projekte, für die das Amt Döbern-Land Fördermittel eingeworben hat, betreffen den Abriss leerstehender Wohngebäude in Döbern. Uwe Eppinger erläutert, dass dafür Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau-Ost verwendet werden. Über den Stadt-Umland-Wettbewerb erhält Döbern Zuschüsse, um den oberirdischen Teil der alten Heiztrasse am Stadteingang und ehemalige Gebäude der Glasindustrie an der Spremberger Straße abzureißen.

Beim Thema Wahl des neuen Amtsdirektors hält sich Mike Lenke zurück und verweist auf den Amtsausschuss als Träger des Verfahrens. Am 19. Februar soll die Wahl stattfinden. Lenke jedenfalls hat sich nicht um die Stelle beworben und sei ganz bewusst in der Übergangszeit nicht ins Büro des Amtsdirektors umgezogen.