| 02:45 Uhr

Schulkonzept als letzte Amtshandlung

Die Mosaik-Grundschule Döbern könnte gemeinsam mit der Oberschule "Germanus Theiss” ein Schulzentrum bilden.
Die Mosaik-Grundschule Döbern könnte gemeinsam mit der Oberschule "Germanus Theiss” ein Schulzentrum bilden. FOTO: Beate Möschl
Döbern. Das lang erwartete Schulkonzept für Döbern hat Amtsdirektor Günter Quander am Donnerstag dem neuen Ausschuss für Schulträ gerangelegenheiten vorgelegt. Er hat es allerdings allein fertiggestellt und will es erst in den letzten Tagen seiner Amtszeit bis zum 2. November abstimmen. Somit verzögert sich auch ein Beschluss. Steffi Ludwig

Er sollte es dem Amtsausschuss Döbern-Land eigentlich schon zur Sitzung am 12. September vorlegen, das Konzept zur Bildung eines Schulzentrums aus der Mosaik-Grundschule und der Oberschule "Germanus Theiss" inklusive Schulsanierung in Döbern - und das bereits abgestimmt mit Schulleitungen, Schulverwaltungsamt des Landkreises und dem Staatlichen Schulamt. Nun hat Amtsdirektor Günter Quander das Papier am Donnerstag dem neuen Ausschuss für Schulträgerangelegenheiten druckfrisch vorgelegt - allerdings völlig unabgestimmt. Er habe das Papier trotz seines Urlaubs in mühsamer Fleißarbeit allein fertiggestellt und als eine seiner letzten Amtshandlungen "gerne zu Ende gebracht", sagte Quander.

Am 2. November läuft seine Amtszeit aus, sein Stellvertreter Mike Lenke, bisher Fachbereichsleiter für Verwaltungs- und Büroservice, wird die Geschäfte vorerst übernehmen. Mit Lenke wollte sich Quander Freitag verständigen. Warum er sich zum Schulkonzept weder mit Lenke noch mit Katrin Michaelis von der Schulverwaltung Döbern-Land im Vorfeld abgesprochen hat, wundert Ausschussmitglied Kirsten Schütz. Quander erklärt dies mit fehlender Zeit und sich überschneidenden Urlauben. Es sei es sein persönlicher Anspruch gewesen, das Konzept selbst aufzustellen. Die für den Schulentwicklungsplan zuständige Schulverwaltung des Landkreises und das staatliche Schulamt will er kommende Woche informieren.

Da das Papier so frisch ist, kann im neu gebildeten Schulträgerausschuss - für dessen Vorsitz Jörg Rakete und als Stellvertreter Peter Drobig gewählt wurden - nur wenig diskutiert werden.

Der Amtsausschuss hatte sich im März diesen Jahres einstimmig zur Bildung eines Schulzentrums und zur Sanierung der Mosaik-Grundschule positioniert. Letztere werde voraussichtlich 3,5 Millionen Euro kosten, aber auch an der Oberschule bestehe ein nahezu ebenso großer Sanierungsbedarf, wie Quander erst vergangene Woche erfahren habe. Wenn ein Fördermittelantrag gestellt werde, müsste dieser für das Schulzentrum insgesamt gestellt werden, so der Amtsdirektor. Erschwerend kämen Änderungen bei der europaweiten Ausschreibung von Planungsleistungen im April 2016 hinzu, weshalb Mitarbeiter des Amtes derzeit Seminare zum Thema besuchten. Deshalb werde sich ein Baubeginn verzögern, sagte er auf Nachfrage vom Döberner Bürgermeister Jörg Rakete. Die Eltern erwarteten, wie erst angegeben, dass es nächstes Jahr losgehe und in drei Jahren fertig sei, mahnte Rakete. Dies werde wahrscheinlich nicht zu halten sein, räumte Quander ein.

Peter Drobig schlug vor, die baulichen getrennt von den inhaltlichen Aspekten eines Schulzentrums zu betrachten. Eberhard Müller bemerkte, dass das pädagogische Konzept das wichtigste sei und empfahl, schnellstmöglich mit den Schulen in Kontakt zu treten. Jörg Rakete forderte, das Thema im nächsten Amtsausschuss zu behandeln. Es müsse eine konkrete Zeitschiene her.

Wie es mit der Stelle des Amtsdirektors weitergeht, ob sie ausgeschrieben wird oder eine Bürgermeisterwahl nach einer Einheitsgemeinde-Bildung notwendig werde, müsse der Ausschuss nochmals beraten, sagte Amtsausschussvorsitzender Egbert Piosik auf Nachfrage. Spätestens bei der Amtsausschusssitzung im Dezember werde darüber beschlossen.

Zum Thema:
Der nächste Ausschuss für Schulträgerangelegenheiten soll am 22. November um 18 Uhr im Döberner Rathaus stattfinden. Der Amtsausschuss Döbern-Land tagt das nächste Mal am 14. November um 19 Uhr im Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses Döbern. Die ursprünglich für kommenden Montag, 24. Oktober, geplante Sitzung ist somit verschoben worden, da einige Mitglieder verhindert sind.