"Bei dieser Kinderzahl bleibt uns keine Wahl. Eine Klassenbildung ist nach den gesetzlichen Vorgaben nicht zu vertreten", sagt Cornelia Orphal, derzeit stellvertretende Leiterin des Schulamtes Cottbus, mit Blick auf die Wadelsdorfer Grundschule. Schon in den vergangenen Jahren konnten dort die neuen Klassen jeweils nur mit einer Ausnahmegenehmigung gebildet werden. "Diese Ausnahmegenehmigungen sind nötig, sobald die Zahl der Erstklässler auf weniger als 20 Kinder sinkt", erklärt Cornelia Orphal. Gesetzlich angestrebte Klassenstärken sind jeweils 25 Kinder. Eine Ausnahme wird es für Wadelsdorf deshalb nach Auskunft des Schulamtes nicht mehr geben.

Auch für die Grundschule Schacksdorf wurde dem Amt Döbern-Land Anfang Februar mitgeteilt, dass keine erste Klasse gebildet wird. Die Grundschule versucht, die notwendigen 20 Schüler für die Klassenbildung doch noch zusammenzubekommen. "Doch das ist unserem Schulamt glaubhaft nachzuweisen. Es sollte nicht passieren, dass am Ende doch nur zwölf oder dreizehn Kinder da sind. Dann wird das Amt gezwungen sein, diese Kinder im Sommer auf andere Schulen aufzuteilen. Das ist etwas, was keiner will", kündigt Cornelia Orphal an. Die Grundschule Schacksdorf hatte genau wie Wadelsdorf bereits in den vergangenen drei Jahren Ausnahmegenehmigungen für die Bildung neuer ersten Klassen erhalten.

Gemeinsam mit Norbert Blaschke, dem Investor der Schacksdorfer Waldsiedlung, bemüht sich die Amtsverwaltung nun, die nötigen Schüler für Groß Schacksdorf nachzuweisen. Doch die Situation ist schwierig, die Gnadenfrist denkbar kurz. Die Verwaltung wurde vom Schulamt angewiesen, Gespräche mit den Eltern zu führen, dass eine Klassenbildung nicht zustande kommt. In Wadelsdorf ist dies am gestrigen Abend bereits geschehen, in Groß Schacksdorf soll ein Termin in Kürze folgen. Sollte innerhalb der kommenden 14 Tage die nötige Schülerzahl doch noch zusammenkommen, würde der Termin in Schacksdorf entfallen.

Bei den Treffen sollen die Eltern über andere Wahlmöglichkeiten für ihre Kinder informiert werden. Diese können in Döbern, aber auch außerhalb des Amtes in Forst und Spremberg liegen. "In Döbern sind genügend Kapazitäten vorhanden", kündigt Amtsdirektor Günter Quander (parteilos) schon einmal an.

Man sei bemüht, die Entscheidung des Schulamtes noch ein wenig hinauszuzögern, sagt Quander mit Blick auf Schacksdorf. Lange könne man damit aber nicht mehr warten. Das Grundproblem im Schacksdorfer Schulbezirk sind wie in Vorjahren die zahlreichen Kinder, die zwar theoretisch nach Schacksdorf kommen müssten, stattdessen aber zur evangelischen Grundschule in Groß Kölzig angemeldet werden.

Die Hoffnung, dass dort diesmal aufgrund der Kapazitäten Kinder abgelehnt werden, scheint allerdings vergebens. Laut Quander hat man von der Schule Signale bekommen, dass 22 bis 23 Kinder auf der Liste für das neue Schuljahr stehen. Ebenso viele Schüler sollen in Groß Kölzig aufgenommen werden. Sollte es dabei bleiben, dass keine ersten Klassen genehmigt werden, bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass die kleinen Grundschulen geschlossen werden. "Die Nicht-Genehmigung von Klassen ist noch nicht das Ende des Schulstandortes", so Quander. Die nicht genehmigte erste Klasse bedeute auf keinen Fall das Aus für die Schule, stellt auch Cornelia Orphal vom Schulamt klar. Kommen im nächsten Jahr wieder genügend Kinder zusammen, könne in Wadelsdorf erneut eingeschult werden. Wie es in Schacksdorf weitergeht, bleibt allerdings abzuwarten. Eine kurzfristige Schließung zum neuen Schuljahr wird es nicht geben.

Die Eltern der betroffenen Schüler wollen weiter um ihre Schulstandorte kämpfen. Aus Wadelsdorf haben sie bereits einen Brief an das Staatliche Schulamt geschickt.