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| 11:30 Uhr

Schuleinführung in Forst
Es rappelt in der Federtasche

 Theo-Odin Petke aus der Evangelischen Schule mit seinen Eltern  Katja und  Patrick sowie seiner Schwester.
Theo-Odin Petke aus der Evangelischen Schule mit seinen Eltern  Katja und  Patrick sowie seiner Schwester. FOTO: Margit Jahn
Forst. 878 Schulanfänger gibt es in diesem Jahr im Spree-Neiße-Kreis. In Forst feierten einige von ihnen bei strahlender Sonne – und mit großen Erwartungen. Von Margit Jahn

Groß war die Aufregung bei Groß und Klein, manchmal sogar etwas mehr bei den Großen. Am Sonnabend hieß es für viele Vorschulkinder, heute werde ich Schulkind. Die Motivation für diesen Tag war bei den Kleinen ganz unterschiedlich.

Steve Butzner (6) ist fein herausgeputzt an diesem besonderen Tag und steht mit seinen Eltern auf dem großen Schulhof der Schule Nordstadt. Die Zuckertüte haben seine Eltern vorher bei der Klassenleiterin abgegeben. Seine Mutter Jeanettte sagt: „Er freut sich auf alles“. Sie hätten in der Familie schon spielerisch und zwanglos schreiben geübt. „Seine Hefte hat er schon allein beschrieben, mit Vor- und Nachnamen“, sagt die stolze Mutter über ihren Schützling. Er höre gerne Geschichten und sei sehr wissbegierig.

Emilia Woschinski (6) freut sich besonders auf ihre vielen Gäste, so ihre Mutter Anke Pietsch. Punkt 8.45 Uhr werden die 48 Schulanfänger in den Vorraum zu ihren Klassenlehrerinnen und begleitenden Horterziehern gebeten. Die Eltern können derweil in die Turnhalle gehen, die nett dekoriert, zum kleinen Festsaal umfunktioniert wurde. Hier erwartet die ABC-Schützen ein kleines musikalisches Programm des Kinderchores sowie der Sänger der Klasse drei.

Anschließend geht es in den Klassenraum und dann gibt es die heiß ersehnten Zuckertüten. „Ich freue mich riesig, es ist wie ein Neustart für mich“, sagt Klassenlehrerin Sylke Otto. Nach 25 Jahren wird sie jetzt wieder eine erste Klasse betreuen, war sie sonst für die größeren Jahrgangsstufen verantwortlich.

 Steve Butzner mit seinen Eltern Maik und Jeanette, sowie Tante und Großeltern.
Steve Butzner mit seinen Eltern Maik und Jeanette, sowie Tante und Großeltern. FOTO: Margit Jahn

Auch die evangelische Grundschule hat 20 Schulanfänger. In der Nikolaikirche werden sie zum Schulgottesdienst von Pfarrer Christoph Lange feierlich begrüßt, erhalten den Segen und ein kleines Blümchen. „Es rappelt in der Federtasche“ ist das Motto. „Schön wird das Fest“, lautet das erste Lied, welches die Gäste dann vom Textblatt mitsingen können. Am Altar ist ein kleiner Wegweiser aufgebaut mit Straßen, die tolle Namen haben. „Buntstiftstrasse“, „Ratzerfummelgasse“ oder „Spitzerplatz“, steht es geschrieben. „Niemand ist ein besserer Mensch, weil er etwas besser kann“, heißt es in der Rede des Pfarrers.

Vor Aufregung fließen hier und da ein paar Tränen in beiden Schulen, die Stimme versagt oder es wird sich schon mal schützend hinter Mama oder Papa versteckt. Der erste große Lebensabschnitt voller Abenteuer und Veränderungen erwartet die neuen Schulanfänger.

„Er hat geschlafen wie ein Stein“, sagt Mutti Katja Petkte über Theo-Odin im Gespräch am Rande mit Horterzieherin Darina Pukàc in Eulo. „Theo war gelassen“, sagt die junge Mutter. „Erst heute früh, als er um 8.30 Uhr den schicken blauen Anzug angezogen hat, war ihm bewusst, jetzt wird es ernst“. 29 Erwachsene und sieben Kinder hat sich Theo eingeladen, denn „er durfte sich seine Gäste selbst einladen“. Die Feier wird in Omas Garten stattfinden, die schon alles liebevoll vorbereitet hat. Papa Patrick Petke resümiert: „Man fühlt sich jetzt verantwortungsvoller. Man hat den ersten Abschnitt richtig gemacht“.

Nach einer kleinen Probestunde kommen die Kinder aus den Klassen und empfangen von den Eltern dann endlich ihre Zuckertüten.Theo mag Drachen – und bekommt eine Drachenzuckertüte. „Dieser Ablauf ist bei uns inzwischen Tradition geworden“, sagt Schulleiterin Kerstin Jannack.