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| 17:47 Uhr

Grundschule Döbern
Schulbau umschifft erste Klippe

So ähnlich soll die neue Grundschule in Döbern aussehen.
So ähnlich soll die neue Grundschule in Döbern aussehen. FOTO: SEHW Architektur
Döbern. B-Plan und geänderter Flächennutzungsplan liegen aus. Einwände bis 7. Dezember möglich. Von Katrin Kunipatz

Ende 2019 soll der Bau der neuen Grundschule in Döbern starten. Vor dem ersten Spatenstich muss jede Menge Papierkram erledigt werden. Helge Kohlbacher stellt Unterlagen für den Bauantrag zusammen. Er ist im Fachbereich Bauen der Amtsverwaltung maßgeblich für den Schulneubau verantwortlich. „Ziel ist es den Bauantrag bis Anfang Dezember einzureichen“, erklärt Fachbereichsleiter Uwe Eppinger. Der Fördermittelantrag für das rund 12 Millionen Euro teure Objekt sei fristgerecht eingereicht worden, so Kohlbacher. Um den engen Zeitplan zu halten, bereitet die Verwaltung in Abstimmung mit dem Berliner Planungsbüro den nächsten Schritt vor. Denn – vorausgesetzt die Fördermittelzusage kommt – sollen im nächsten Jahr Bauleistungen ausgeschrieben und vergeben werden.

Aber damit an der Ringstraße überhaupt gebaut werden darf, muss der Flächennutzungsplan geändert und die landwirtschafliche Fläche zu Bauland werden. Ein ebenfalls nötiger Bebauungsplan (B-Plan) legt fest, was entstehen darf. Die Unterlagen liegt jetzt in der Bauverwaltung des Amts Döbern-Land in Hornow aus. „Jeder kann bis zum 7. Dezember Einblick nehmen und sich äußern“, erklärt Uwe Eppinger. Die Einwendungen werden hinsichtlich ihrer Relevanz bewertet. Das letzte Wort haben die Döberner Stadtverordneten, die im Januar oder Februar über die Änderung des Flächennutzungsplans und den B-Plan abstimmen.

Dies könnte zur Zitterpartie werden. Schon die Auslegung des B-Plan – eigentlich ein formaler Akt – gelang nur knapp mit sieben Ja- zu fünf Nein-Stimmen. Für zusätzliche Überraschung sorgte in der Oktobersitzung der Antrag von Monika Löffler und Gerd Döhler (Fraktion HWESV und AfD). Sie streben ein wasserrechtliches Verfahren an, um die offenen Gräben auf dem künftigen Schulgrundstück verrohren zu lassen. Man wolle eine potenzielle Unfallquelle ausschließen. Außerdem böte die geschlossene Grünfläche im Katastrophenfall Platz für Rettungswege.

Zwei bis drei Jahre würde die Entscheidung eines solchen Antrags dauern, erläutert Sigrun Kniewel, stellvertretende Fachbereichsleiterin Bauen, im Bauausschuss Döbern diese Woche. Bei diesem Zeitverzug wären die Fördermittel weg, konstatiert Bürgermeister Jörg Rakete (SPD). Der ebenfalls angefragte Diplom-Geologe Klaus Greulich sprach sich schriftlich gegen eine Verrohrung aus, weil diese das natürliche Entwässerungssystem beeinträchtigt. Bei Starkregen könnte es durch den Rückstau zu Überschwemmungen kommen.

Gerd Döhler zieht schließlich, „um den Schulneubau nicht zu gefährden“ den Antrag seiner Fraktion zurück. Gleichzeitig fordert er breitere Brücken für die Schüler. Auch Ausschussvorsitzende Yvonnne Fischer (CDU) mahnt, die Aussage des Geologen Greulich zum Anlass zu nehmen, um über das Gesamtprojekt nachzudenken. Mit dem Schulbau werden Teilflächen des Grundstücks versiegelt. Der Geologe erläuterte, dass über das bestehende Grabensystem auf dem künftigen Schulgelände ein Einzugsgebiet von 42,7 Hektar entwässert werde. Fischer fürchtet deshalb zusätzliche Kosten und Gefahren durch Nässe für das Gebäude. „Man hätten es anderes regeln können“, sagt sie, ohne im Ausschuss konkret zu werden. Telefonisch war sie für Nachfragen nicht erreichbar.

Der Amtsausschuss hatte mehrheitlich im September 2017 für den Neubau des Grundschulgebäudes gestimmt. Die Sanierung der Mosaikgrundschule wurde aus Kostengründen verworfen. Außerdem bietet der Neubau die Chance das neue Schulzentrum Döbern an einem Standort zusammenzuführen.