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| 19:48 Uhr

Döbern
Schülerverkehr bleibt Ärgernis

Jeden Morgen geht es in Döbern eng zu. Gefährlich wird es, wenn Eltern auf dem Gehweg halten oder Busse zu schnell fahren.
Jeden Morgen geht es in Döbern eng zu. Gefährlich wird es, wenn Eltern auf dem Gehweg halten oder Busse zu schnell fahren. FOTO: Steffen Krumpa / zvg / LR
Döbern. Amtsausschuss will im Januar mit Eltern, Landkreis und DB Regio die Probleme besprechen. Von Katrin Kunipatz

Chaotisch geht es jeden Morgen in Döbern auf der Ringstraße zu. Etwa zur gleichen Zeit müssen 306 Grundschüler und noch einmal 300 Oberschüler pünktlich zum Schulbeginn gegen 8 Uhr in ihren Schulen sein. Der Schulweg verläuft für die Buskinder, die über die Hälfte der Schüler ausmachen entlang der Ringstraße.

Hinzu kommen Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Mosaik-Grundschule bringen. Der Parkplatz an der Ringstraße ist eigentlich zu klein für die vielen Fahrzeuge. Deshalb parken Eltern auch entlang der Ringstraße, teilweise sogar auf dem Fußweg, beschreibt Steffen Krumpa im Amtsausschuss die Situation. Er ist Elternsprecher und Mitglied der Schulkonferenz der Mosaik­grundschule. Er erklärt weiter, dass sich daraus für die Kinder auf den Fußwegen teilweise gefährliche Situationen ergeben.

Schon im vergangenen Jahr gab es eine Elternpetition. Vorgeschlagen wurde, die grüne Wiese gegenüber dem Deutschen Haus als zusätzliche Stellfläche zu nutzten. Diese Idee verwarfen die Döberner Stadtverordneten. Stattdessen wurde auf der gesamte Ringstraße bis zur Oberschule die Geschwindigkeit auf Tempo 30 reduziert.

Dem amtierenden Amtsdirektor Mike Lenke ist das Problem hinreichend bekannt. „Aber unser Ordnungsamt ist nur für den ruhenden Verkehr verantwortlich“, erläutert er. Für die Mitarbeiter sei es schwierig, dreimal pro Woche Kontrollen durchzuführen. „Es ist frustrierend, wir kommen nicht weiter“, so Lenke. Dabei müsste man eigentlich nur an Vernunft und Rücksichtnahme der Eltern appellieren.

Aber auch die Busfahrer hielten sich nicht an die Vorgaben. Elternsprecher Steffen Krumpa beobachtet immer wieder Busse, die zu schnell auf der Ringstraße unterwegs sind. Beschwert hätten sich die Eltern schon mehrfach beim Landkreis, weil Schüler in den Bussen keinen Sitzplatz bekommen und die Fahrer trotz der stehenden Schüler zwischen den Ortschaften – entgegen den Vorschriften – nicht langsamer fahren. Die Antwort der DB Regio Ost sei ernüchternd gewesen: Die Zahl der Busse sei ausreichende und zu den Geschwindigkeiten gab es gar keine Aussagen, so Krumpa. Bei der Polizeidienststelle Döbern erhielt der Elternsprecher die Antwort, dass Geschwindigkeitsmessungen mit dem Laser auf der Ringstraße nicht möglich seien. Dafür beobachtete Steffen Krumpa kürzlich einen Polizisten vor Ort, der das Gespräch mit den Busfahrern suchte.

Wirklich neu sind die geschilderten Probleme nicht. René Prüfer verweist auf einen Zeitraum von fast zehn Jahren, die er das Thema begleitet. Er nennt weitere Punkte: Anschlüsse, die nicht zusammenpassen und Kinder, die deshalb zwei Stunden auf den nächsten Bus warten müssen oder die komplizierte Antragstellung für den Schülersonderverkehr. Dank Handyvideos gebe es für die vorgebrachten Geschwindigkeitsüberschreitungen Beweise, so Steffen Krumpa, der aufgrund seiner Arbeit mehrmals in der Woche vor der Grundschule sein könne. Eberhard Müller, René Prüfer und Jörg Schmidt – die Amtsausschussvertreter von Neiße-Malxetal – haben deshalb einen Antrag vorbereitet. Vertreter des Nahverkehrsbetreibers sollen im Amtsausschuss Stellung beziehen. „Als Schulträger sind wir für die Kinder verantwortlich“, sagt Müller.

In der Diskussion regt Ausschussvorsitzender Egbert Piosik an, ebenfalls Eltern und Vertreter des Landkreises einzuladen. Der Döberner Bürgermeister Jörg Rakete drängt darauf, das Thema zügig zu behandeln. Die Schulleiter und die Straßenverkehrsbehörde sollten ebenfalls eingeladen werden. Im Januar soll die Amtsausschusssitzung stattfinden, bei der alle Beteiligten zusammen kommen. Der amtierende Amtsdirektor ist nun angehalten, in Absprache mit den Gästen einen Termin zu finden. „Wir müssen es jetzt ansprechen, damit es im nächsten Schuljahr besser funktioniert“, so Lenke.