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Schülerbeförderung in Döbern-Land erneut in Kritik

Döbern. In der Amtsausschussitzung Döbern-Land am Montagabend in Döbern ist erneut Kritik an der Schülerbeförderung im Landkreis geäußert worden. So berichtete die Döberner Stadtverordnete Yvonne Fischer (CDU), dass wiederholt Schüler aus Jämlitz-Klein Düben zu spät zum Unterricht im Gymnasium in Spremberg gekommen sind, weil sie in Döbern den Anschlussbus nicht pünktlich erreicht haben. B.M.

Besonders ärgerlich sei, wenn diese Schüler auch noch auf der Rückfahrt von Spremberg nur noch die Rücklichter ihres Anschlussbusses sehen und dann eine Stunde auf den nächsten Bus Richtung Zschorno warten müssten. "Schüler haben einen enorm langen Tag. Wenn sie dann noch anderthalb Stunden später nach Hause kommen, fehlt Zeit für die Hausaufgaben, das muss nicht sein", so Fischer. Sie habe mit zuständigen Mitarbeitern des Unternehmens DB Regio Bus Ost gesprochen und die Situation geschildert und dabei andere Dinge erfahren, "die mich richtig wütend machen". So sei offenbar immer noch nicht klar, wo die Schülerfahrkarten für das Schuljahr 2015/16 gekauft werden können.

Nach dem, was sie erfahren habe, sollen die Eltern zudem den kompletten Preis bezahlen. "Das wären für die Strecke Döbern-Spremberg 614 Euro für eine Jahreskarte. Das funktioniert nicht. Ich kann nur hoffen, dass die Kreistagsabgeordneten aus unserem Amtsgebiet das mitnehmen und intervenieren", appellierte Fischer und fragte: "Sollen sich die Eltern die Differenz zwischen Eigenanteil und Beförderungsentgelt für den ÖPNV selbst beim Landkreis abholen." Es sollte dringend geprüft werden, was dazu im Vertrag geregelt ist.

Amtsdirektor Günter Quander, der von ihr gebeten wurde, sich ebenfalls um das Problem zu kümmern, wies darauf hin, dass der Adressat eindeutig der Landkreis ist. "Grundsätzlich sind wir in dem Verfahren nur Zaungäste", so Quander.

Der Kreistagsabgeordnete Egbert S. Piosik (Freie Bürger) signalisierte, das Problem mitzunehmen in die Beratung der Arbeitsgruppe ÖPNV im Kreistag am 28. April. Der Amtsausschussvorsitzende Eberhard Müller bat zusätzlich um schriftliche Information an den Ausschuss.

Döberns Bürgermeister und Kreistagsabgeordneter Jörg Rakete (SPD) schlug vor, dass sich alle im Amtsausschuss vereinten fünf Kreistagsabgeordneten aus Döbern-Land zu dem Thema zusammensetzen, um eine Handhabe zu suchen. "Wir waren alle zusammen im Kreistag sehr aktiv. Die letzte Aussage des zuständigen Finanzdezernenten Carsten Billing war, dass die Anlaufprobleme gelöst sind und weitere kleinere Probleme nachjustiert werden", erinnerte Rakete an die Bemühungen nach den unrühmlichen Pannen beim Anbieterwechsel im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).