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Schüler-Kunst-Tage in Cottbus zeigen große Vielfalt

Auf eine fantastische Fahrt nahmen die Tänzer von Rhyth Lights aus Cottbus die Zuschauer mit.
Auf eine fantastische Fahrt nahmen die Tänzer von Rhyth Lights aus Cottbus die Zuschauer mit. FOTO: rur
Cottbus. Mehr als der 300 Kinder und Jugendliche haben bei den 18. Cottbuser Schüler-Kunst-Tagen mit Musik, Tanz, Kabarett, Schauspiel und Bildern ihre Begabungen vorgestellt. Hunderte Zuschauer nahmen die Darbietungen mit viel Applaus auf. rur

Der Pegasus-Preis in einer Vitrine bildete den ruhenden Pol im Foyer der Kammerbühne während der drei Festivaltage. Um ihn herum drehte sich ein bunter, sich ständig wandelnder Reigen junger Künstler, Betreuer, Eltern, Besucher und Juroren. Während die Einen aufgeregt in die Probenräume drängten, sammelten sich die Anderen nach den Auftritten aufgeregt aber glücklich, um die Einschätzungen der Jury zu hören.

Eine kleine Bilderflut

"Wir haben einige Teilnehmer weniger als im Rekordjahr 2013. Da liegt daran, dass mehrere Schauspiel- und Tanzensembles kleiner sind", erläuterte Mitorganisatorin Sabine Ludwig vom gastgebenden Verein Jugend und Kinder der Stadt Cottbus (JUKS). "Dafür haben so viele Mädchen und Jungen wie noch nie Bildende Kunst ausgestellt. Einige Probleme gab es bei den Bands. Wir mussten mehrmals nachfragen, um genügend junge Musiker zu finden."

Trotz kleiner Verschiebungen gegenüber den Vorgängerveranstaltungen setzten sich besonders bei Schauspiel und Tanz langjährige Entwicklungen fort. Es dominierten klassische Stücke und zeitgenössische Bearbeitungen. Schulklassen, die sich für den Wettbewerb gemeldet hatten, blieben wegen begrenzter Proben- und Vorbereitungsmöglichkeiten näher am Original.

Theatergruppen nutzten die größeren Möglichkeiten für freie Bearbeitungen, die sich stärker an gegenwärtigen Problemen und Entwicklungen orientierten. Eigene Stücke oder das Zusammenwirken von Schauspiel und Musik blieben selten. Solche Pläne einzelner Ensembles im Vorfeld wurden meist zugunsten von Klassikern verworfen.

18 Monate Probenzeit

Warum das so war, zeigte eindrucksvoll die Inszenierung "DNA" vom Theaterjugendclub des Staatstheaters Cottbus. Eineinhalb Jahre erforderten die Proben für das Gegenwartsstück. Hinzu kam der Aufwand für das Bühnenbild. Mehrere Vorstellungen im Vorfeld verliehen den Akteuren die nötige Sicherheit für ihren begeistert aufgenommenen Auftritt. Ihr Spiel ging dem Publikum unter die Haut.

Dieser Erfolg lag auch am Thema, das sich mit Mobbing und Gruppendynamik, der Verantwortung des Einzelnen für das gemeinsame Tun in einer zugespitzten Szenerie um Tod, falsche Anschuldigungen, Angst um die eigene Zukunft und die Konsequenzen eigener Handlungen widmete. "Die Rolle eines Opfers zu spielen war nicht einfach. Aber jeder hat nicht nur an seiner Rolle gearbeitet sondern sich für das gesamte Stück eingesetzt", erzählte Adrian Rocksch, einer der jüngsten Darsteller des Theaterjugendclubs.

Alle Ensembles, auch im Tanzbereich profitierten von den guten Auftrittsmöglichkeiten mit Probe- und Vorbereitungsräumen sowie der Bühne mit professioneller Licht- und Tontechnik, die gute Möglichkeiten bot, eigene Vorstellungen umzusetzen.

Besonders bunt und abwechslungsreich ging es beim Ballett zu. Märchenmotive, Geschichten, lustige Szenen und Adaptionen bekannter Tänze waren in der jüngeren Altersgruppe zu sehen. Die Älteren boten Fantasie und Showelemente bis hin zur überzeugenden Umsetzung von Szenen aus "Alice im Wunderland" durch "Mosquito" aus Senftenberg. Großer Wert wurde auf Körperbeherrschung, anspruchsvolle Choreografien, Tempo und viel Ausdruck gelegt.

Wie viel Überwindung die Auftritte kosteten, wurde bei der Band "Laranna" aus Finsterwalde deutlich. Sie brachten Coverversionen bekannter Titel gekonnt zu Gehör, schreckten aber noch davor zurück, eigene Songs vor großem Publikum zu singen.

Erfahrungen sammeln

Quer durch die Sparten standen für die Festivalteilnehmer neben dem Beifall des Publikums das Urteil und die Hinweise der Fachjury im Vordergrund. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten die Akteure, wenn Schauspieler Gunnar Golkowski, der Ballettchef des Staatstheaters Dirk Neumann, Tänzerin Jennifer Hebekerl oder Kabarettist Gerd Hoffmann das Gesehene analysierten, lobten, aber auch Kritik an Ablauf, Ausdruck und Gestaltungselementen übten.

Die Berliner Theatergruppe "Olamicorama" übernachtete sogar im JUKS-Vereinshaus, um alle drei Tage der Schüler-Kunst-Tage verfolgen zu können.