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| 15:56 Uhr

Unter Anleitung von Künstlern entstehen seit Jahren immer neue Werke
Die Schule wird zum Gesamtkunstwerk

 Stolz präsentieren die Oberschüler ihr Werk. Seit sechs Jahren hinterlassen sie kreative Spuren an der Döberner Schule.  
Stolz präsentieren die Oberschüler ihr Werk. Seit sechs Jahren hinterlassen sie kreative Spuren an der Döberner Schule.   FOTO: Angela Hanschke
Döbern. Während einer Projektwoche haben Schüler in Döbern auch zwei Mosaike geschaffen.

Bis zum Jahr 2013 reicht die Zusammenarbeit der Praxisorientierten Oberschule „Germanus Theiss“ mit der Lübbenauer Projektpädagogin Edeltraud Lessing und dem freiberuflichen Bildhauer Matthias Münch aus Oehna bei Jüterbog zurück. Damals wurde der Eingangsbereich mit Pop-Art-Malerei auf Holzplatten neu gestaltet. Inzwischen folgten zahlreiche weitere Projekte, bis schließlich das gesamte Schulareal selbst zum Gesamtkunstwerk wurde.

Am Freitag fand das jüngste Projekt seinen Abschluss. Zwei Mosaike, je 1,5 Quadratmeter groß, wurden hinter zwei ehemalige Kastenfenster montiert, die ihnen räumliche Tiefe verleihen. Aus unzähligen Fliesen-Stücken haben die 14 Achtklässler eine sommerbunte Landschaft mit fröhlichen Menschen und ein opulentes Bild mit abstrakter Ornamentik zusammengefügt. Kreativität verlangten ihnen auch zehn kleinformatige Schilder mit gefrästen, mit Schnüren, mit Drähten, mit Fäden sowie Schrauben und Muttern gestalteten Schriftzügen ab.

Entwickelt wurde das Projekt, das die sperrige Bezeichnung „Inisek – Initiative Sekundarstufe“ trägt, durch Undine Passow, Lehrerin für Wirtschaft, Arbeit und Technik,  und fachlich begleitet von Heike Deunert.

Aufgrund des Kälteeinbruchs wurden die letzten Arbeiten in die Aula verlegt. Nach dem Aufräumen blieb noch etwas Muße, die Werke zu betrachten. „Ein Projekt mit sehr komplexen Anspruch“, nannte es die ehemalige Kunsterzieherin Edeltraud Lessing, die weiter ehrenamtlich mit Jugendlichen arbeitet. „Alle erproben derzeit im Hinblick auf die Berufswahl ihre Stärken, lernen aber auch, woran es noch mangelt.“ Ebenso waren Selbständigkeit, Teamarbeit, eine Vielzahl von handwerklichen Fähigkeiten, aber auch Schlüsselkompetenzen wie Kritikfähigkeit, Durchhaltevermögen und Kommunikation gefragt.

Freiwillig eingebracht haben sich – zwischen ihren Prüfungsvorbereitungen und freien Nachmittagen – auch fünf zukünftige Schulabsolventen: Ben Eichel aus Döbern, Sonny Volprich und Julian Müller (beide aus Gahry), Maxi Werchan aus Döbern sowie Adrian Petrick aus Groß Schacksdorf und Benjamin Raeder aus Groß Kölzig. „Wir schnupperten in Berufe wie Tischler, Maler, Metallbauer und Fliesenleger hinein. Und natürlich machte es auch Spaß“, sagte Sonny Volprich, Mechatroniker in spe. Ben Raeder hat sich für eine Ausbildung zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger entschieden.

„Weil unsere Schüler selbst Hand angelegt haben, wurden die Werke geachtet und alles blieb im Originalzustand“, zog Heike Deunert Bilanz. Lediglich ein großes Mosaik aus dem Jahre 2013 ist nicht mehr im Gesamtkontext mit den anderen damals entstandenen Bildern zusehen. Verdeckt wird es durch eine nachträglich eingezogene Brandschutzwand. An der werden in Kürze die neuen Fenster-Mosaike die Blicke auf sich ziehen.

 Stolz präsentieren die Oberschüler ihr Werk. Seit sechs Jahren hinterlassen sie kreative Spuren an der Döberner Schule
Stolz präsentieren die Oberschüler ihr Werk. Seit sechs Jahren hinterlassen sie kreative Spuren an der Döberner Schule FOTO: Angela Hanschke
(aha)