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| 16:15 Uhr

Unterhaltung
Schokoladenkonzert: Eine Ode an die Sinne in Neu Sacro

Während des Geplänkels mit Chocolatier Dirk Beckstedde.
Während des Geplänkels mit Chocolatier Dirk Beckstedde. FOTO: Margit Jahn
Sacro. Von Margit Jahn

Dominieren gewöhnlich derbe und würzige Duftnoten im „Gut Neu Sacro“, einem Landwirtschaftsbetrieb, roch es am Freitagabend hier verführerisch „schokoladig“ im dezent beleuchteten Saal der Erlebnisgaststätte. Der Grund dafür war ein „Experiment“, wie Geschäftsführer Bernd Starick betonte. Nicht nur er konnte sich unter einem Schokoladen-Konzert der Erfurter Künstlerin Christina Rommel zunächst nichts vorstellen, den Zuschauern erging es ebenso.

Die bestens gelaunte Sängerin mit der langen blondgelockten Mähne betrat die improvisierte Bühne und sang ihr erstes sinnliches Lied „Wie ein Hauch aus Schokolade“ und machte gleich darauf dem Publikum und den Organisatoren das Kompliment, dass dieses Konzert „an einem der kuscheligsten Plätze, die wir je hatten“ stattfinde. Das ist wahrlich ein Kompliment aus dem Munde einer Künstlerin, die auf der ganzen Welt Konzerte gibt.

In Vorbereitung auf die Veranstaltung war sie höchstselbst auf das Gut nach Forst gefahren, um sich den Ort für ihre „Besondere Orte-Tour“ anzuschauen – neben Storkow der einzige in Brandenburg – und war mehr als zufrieden. Sie sei besonders gern in ländlichen Gegenden, wo noch Atmosphäre und Ehrlichkeit herrschen und die Menschen besondere Dinge zu schätzen wissen, sagte sie.

„Man muss sich die Schokolade erst einmal verdienen, wie musikalisch seid ihr?“, fragte sie ihr Publikum nach dem ersten Song. Das Publikum sang beim Refrain mit und schnipste im Takt. Und während die vier Musiker um Christina Rommel abwechselnd mit Gitarre, Saxophon, Keyboard, Drum und diversen Percussions-Instrumenten Musik auf der Bühne machten, bereitete Chocolatier Dirk Beckstedde dahinter am langen Tresen seine köstlichen Leckereien vor. Die flachen „Trüffel Pecaré“ wurden anschließend von den zuvor ausgewählten „drei schönsten Schokoladenmädchen“ in vier Runden noch während des Konzertes zur Verkostung verteilt.

Als quasi viertes Schokoladenmädchen schnappte sich die Thüringer Genuss-Botschafterin Christina auch ein Tablett und bediente das Publikum. Nachdem die Gäste ihre Kostprobe auf der Zunge zergehen ließen, hauchten sie bei der Frage von Christina Rommel, wie sie geschmeckt hätte, ein seufzendes und langanhaltendes „Hmmm“. Das war die richtige Antwort, die Chocolatier Dirk Beckstedde dann auch wohlwollend zur Kenntnis nahm.

Zwischen den musikalischen Runden gab es Wissenswertes rund um die Schokolade zu hören. Das Publikum wurde gefragt, wann sie glaubten, dass die Kakaobohnen entdeckt wurden: vor 3500 Jahren – löste Chocolatier Dirk Beckstedde dann auf. Als „Trank der Götter“ wurde die Schokolade damals bezeichnet. Im Mittelalter wurden 100 Kakaobohnen gegen einen Sklaven eingetauscht. Gar heilende Wirkung gegen Depressionen wird der Schokolade nachgesagt. Diverse Kakaobohnen lagen auf dem Tresen. Als Sünde, leckere Poesie, greifbar und essbar gewordenes Glücksgefühl, pure Inspiration und ein kleines Stück Heimat wurde die Schokolade von Christina Rommel philosophisch angepriesen.

Musikalisch gab es dazu das Lied „Was ist das Glück?“ zu hören. Überhaupt war das musikalische Programm fein arrangiert. Das Duett zu „Hands“ zwischen Christina Rommel und Gitarrist Christian Hildebrandt war ebenfalls ein Ohrenschmaus. Weil die beiden Schokoladenkonzerte in Neu Sacro binnen kürzester Zeit ausverkauft waren, soll es am 1./2. November eine weitere Auflage geben.