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| 01:05 Uhr

Schlagsahne für die Schuppen

Forst.. Seit gut zwei Wochen ist das Forster Freibad wieder geöffnet. Schon jetzt lässt sich absehen, dass die moderne Anlage von den Kindern begeistert angenommen wird. Gestern stattete nun der Meeresgott seinen Kontrollbesuch ab – das erste Neptunfest im neuen Bad. Von Jan Lehmann

„Lasst sie fliegen, lasst sie fliegen“ , skandieren die Kinder aufgekratzt im Freibad. Neptuns Häscher schleppen ihr Opfer Jasmin zum Beckenrand. Der grün gewandete Gott der Tiefen zählt laut bis drei und Jasmin klatscht im hohen Bogen ins Wasser. Damit ist sie getauft, aus dem Becken steigt das „Quasselnde Seepferdchen“ .
So wie Jasmin ergeht es am Freitag einigen. Das Ritual ist immer das gleiche: Neptun Rainer Hoffmann liest laut den Namen des nächsten Täuflings vor. Dann machen alle große Augen. Wo steckt der Arme? Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Kapitulieren und freiwillig zur Taufe schreiten oder das Heil in der Flucht suchen. Die meisten wählen die erste Variante, nur ein paar Jungs nehmen die Beine in die Hand. Ein aussichtsloses Unterfangen, Neptuns Häscher sind in der Überzahl. Es entkommt niemand.
Dann geht es ans Eingemachte. Die Täuflinge werden auf den Gummireifen-Thron gesetzt, Meeresjungfrau Maria verpasst ihnen eine Schaumkur vom Feinsten. Mitten ins Gesicht, bloß gut, dass das nur Schlagsahne ist. „Da wachsen die Schuppen ordentlich“ , freut sich Neptun, „gleich gibt es noch einen besonderen Schluck.“ Das ist der „Trank des Vergessens“ , für den ist Nixe Jana verantwortlich. Aus einer goldenen Flasche füllt sie ihre große Kelle und flößt den Kindern dieses eklige Gebräu ein. Ein Riesenspaß für alle. Eins, zwei, drei - ab geht es ins Wasser. So werden aus Axel die „Lustige Seegurke“ und aus Cornelius ein „Lauschendes Seemonster“ .
Am Rande steht die kleine Jill und schaut ganz unglücklich. Nicht weil sie Angst hat, sondern weil Neptun ihren Namen noch nicht aufgerufen hat. „Ich wäre auch so gern getauft worden“ , flüstert sie ihrer Erzieherin zu. Die kann ihr nicht helfen, doch Neptun hat ja noch ein paar Taufurkunden in der Hand.
Tatsächlich, ganz zum Schluss ruft er nach Jill und die klettert stolz auf die Gummireifen. Eine Portion Schaum ins Gesicht, ein Schluck von der großen Kelle und fertig ist die „Kleine Meereshexe“ .
Die größte Gaudi für die Kinder ist dann die Jagd nach Janusz Dudojc. Der Betreuer der Fußballer aus Lubsko soll auch getauft werden und stürmt los. Hinter ihm die ganze Schar. Eine Runde durchs Kinder- und Jugenddorf, dann großes Geschrei: „Wir haben ihn.“ Neptun reibt sich die Hände. Er hat schon den passenden Namen: „Wir taufen dich auf 'Entengrütze'.“