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| 14:00 Uhr

Ausverkaufte Veranstaltung
„Wir hatten als Cindy & Bert eine gute Zeit“

 Cindy Berger begeisterte die Zuhörer im Pavillon. Mit ihr im Gespräch: Lutz Hoff.
Cindy Berger begeisterte die Zuhörer im Pavillon. Mit ihr im Gespräch: Lutz Hoff. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Schlagerstar erzählt im Forster Pavillon die Geschichte ihres Erfolges und Lebens. Von Angela Hanschke

Über ihr Leben und ihre Karriere hat Moderator Lutz Hoff die Sängerin Cindy Berger innerhalb der Reihe „Talk im Pavillon“ am Samstag befragt. Ihr Name elektrisiert die Fans noch immer. Gemeinsam mit ihrem inzwischen verstorbenen Ex-Mann Norbert Berger feierte sie als Gesangsduo Cindy & Bert große Erfolge und prägte praktisch vor allem in den 1970er Jahren die Schlagerwelt sowie das Lebensgefühl der vom Fernweh bewegten Deutschen.

In Forst wurde sie schon vorab mit starkem Applaus und Beifallrufen begrüßt, während im Hintergrund der größte Hit „Immer wieder sonntags“ erklang. Bereits lange zuvor waren sämtliche Plätze im „Genuss und Kunst“ ausverkauft. Etwas erhöht war am Samstag dort auch der Männeranteil. Mit großer Offenheit und Intensität sprach die sympathische Künstlerin in der „Plauderecke“ über Sonnen- und Schattenseiten des Berufes und sparte dabei auch Privates nicht aus.

Der Gitarrist Bert habe sie quasi auf der Suche nach einer Sängerin für seine Amateurband auf die Bühne geholt, erzählte sie. Lediglich fünf Lieder hatte sie damals im Repertoire, konnte jedoch bereits auf mehrere Gewinne bei Nachwuchs-Entscheiden verweisen. Der Skepsis des Café-Eigners begegnete sie mit großem Ehrgeiz und studierte in kurzer Zeit weitere Titel – von Heintje bis Aretha Franklin – ein.

Damals drückte die junge Saarländerin noch als Jutta Gusenberger die Schulbank im Gymnasium und arbeitet später bei einer Versicherung als Sekretärin. Nicht nur stimmlich harmonierte das Gesangspaar. „Wir wussten ziemlich schnell, dass wir uns sehr mögen“, verriet Cindy Berger. Eine Sympathie, die anfangs vor den besorgten Eltern der damals 16-Jährigen und der Band geheimgehalten wurde.1967 wurde geheiratet und die Auftritte häuften sich.

„Esther und Abi Ofarim waren damals unsere Vorbilder“, so Cindy Berger. Beide gaben 1972 – vorerst probeweise für ein Jahr – ihre Berufe auf. Doch ihre Karriere nahm schnell an Fahrt auf. Bereits 1969 nahmen sie ihre erste Single „Saturday Morning“ auf. „Unser erstes Album hatte wahnsinnig gute Texte und gute Arrangements. Doch nichts für die Plattenfirmen und die Kasse“, sagte sie im Rückblick.

Den ganz großen Durchbruch brachte dann „Immer wieder sonntags“, ein Titel, den sie anfangs nur widerstrebend einsangen. „Wir waren jung und wollten eigentlich Rock-’n’-Roll machen und fühlten uns etwas veralbert. Doch nach dem großen Erfolg hatten wir keine Chance mehr. Der Titel lief und lief.“ Das galt auch für „Spaniens Gitarren“ und „Wenn die Rosen erblühen in Malaga“ – zwei der Hits, die sie am Samstag in Forst live und begleitet von einer Sympathiewelle der Forster Fans sang.

„Wir hatten als Cindy & Bert eine gute Zeit“, betonte Cindy Berger. Dennoch ließ sich das einstige Traumpaar nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Sascha und 20-jähriger Ehe scheiden und trennte sich auch beruflich. Noch heute spricht die Sängerin mit großer Wärme von ihrem einstigen Gesangspartner. Dieter Thomas Heck bewegte beide im Jahre 1994 anlässlich einer Superhitparade dazu, nochmals gemeinsam aufzutreten.

Der Auftakt eines Comebacks, den der Tod von Bert im Jahre 2013 beendete. Viele Jahre lang pflegte sie ihre Mutter, bis diese verstarb. Anschließend suchte sie einen neuen Lebensinhalt. „Ich will noch nicht in Rente. Ich brauche eine Aufgabe!“, sagte die Sängerin. Seit zwei Jahren lebt Cindy Berger nun in einer WG in Berlin und betreut hochbetagte Menschen. „Für die bin ich die Jutta“.

 Cindy Berger begeisterte die Zuhörer im Pavillon. Mit ihr im Gespräch: Lutz Hoff.
Cindy Berger begeisterte die Zuhörer im Pavillon. Mit ihr im Gespräch: Lutz Hoff. FOTO: Angela Hanschke