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| 18:48 Uhr

Abreißen oder stehen lassen?
Streit um Groß Schacksdorfer Grundschule geht weiter

Noch immer sind sich die Schacksdorfer über das Schicksal der leeren Grundschule uneinig. Ein Abriss scheint für viele die einfachste Lösung zu sein.
Noch immer sind sich die Schacksdorfer über das Schicksal der leeren Grundschule uneinig. Ein Abriss scheint für viele die einfachste Lösung zu sein. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Schacksdorf. Abriss oder nicht Abriss? Das leerstehende Gebäude lockt Vandalen an. Die Gemeindevertretung ist für Abriss, andere für eine Nachnutzung. Von Jenny Theiler

Seit knapp vier Jahren steht die ehemalige Grundschule in Groß Schacksdorf leer. Lange wurde über die Besitzverhältnisse des Schulgebäudes diskutiert, wodurch die Frage nach einer sinnvollen Nachnutzung des Objektes immer mehr in den Hintergrund gerückt sei, beklagt der ehemalige Amtsdirektor Günter Quander, der genügend Ideen für eine Nachnutzung sieht.

Die Schule gehört der Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf und ist mit Zäunen und Verbotsschildern abgesperrt worden. Dennoch wurden Scheiben eingeworfen und Jugendliche haben sich in der Vergangenheit immer wieder Zugang zum Gebäude verschafft. Das Gebäude wird  in der Gemeinde als Gefahr wahrgenommen. „Der Dachstuhl ist marode und wegen fehlender Wartung einsturzgefährdet“, so  Bürgermeister Wolfgang Katzula. Bleibt das Groß Schacksdorfer Schulgebäude stehen, müsse man auch die Straßen- und Verkehrsanbindung erneuern, hieß es vonseiten des Amtes. Diese Kosten könne die Gemeinde nicht aufbringen.

„Die Schule abzureißen, würde aber auch knapp 150 000 Euro kosten“, wendet Günter Quander ein. „Außerdem ist das Gebäude erst Mitte der 90er Jahre saniert worden. Es würde nicht nur Bauschutt, sondern auch eine erhebliche Menge Sondermüll zustande kommen, der ordnungsgemäß abtransportiert werden müsste“, so Quander, der in der Gemeinde wohnt. Zudem sei der Kredit, der für das Schulgebäude aufgenommen wurde, noch nicht einmal abbezahlt.

Der Groß Schacksdorfer Peter Otto stimmt Günter Quander zu. „Wir hatten überlegt, ein Interreg-Projekt mit Polen zu starten, damit wir Fördergelder aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung beantragen können“, erzählt er. „Das Schulgelände hätten wir für regionale Sportvereine nutzbar machen können.“ Auch im Sinne des Strukturwandels, habe man über Solaranlagen und die Verpachtung des Geländes an Energieunternehmen nachgedacht. Ideen allein nützen aber nichts, wenn es kein Nachnutzungskonzept gibt. Ein solches Konzept auszuarbeiten, das am Ende potenzielle Geldgeber überzeugt, kostet Zeit, Geld und die Zusammenarbeit der Gemeinde. In diesem Zusammenhang sei die Abwägung von Prioritäten innerhalb der Gemeinde einfach nicht gelungen, bedauert Günter Quander.

Bürgermeister Wolfgang Katzula sieht die Probleme jedoch woanders: „An Ideen und der Bereitschaft, das Gebäude wieder nutzbar zu machen, hat es nie gemangelt. Das Problem ist, dass das Gebäude in seinem jetzigen Zustand einfach nicht mehr nutzbar ist.“ Der jahrelange Leerstand und die fehlenden Instandsetzungsarbeiten, hätten der Schule schwer zugesetzt. „Die Rekonstruierung würde Investitionen in Millionenhöhe kosten, die die Gemeinde nicht schultern kann“, bedauert der Bürgermeister. Denn letzlich seien auch alle gut gemeinten Nutzungsvorschläge, die es in der Vergangenheit zweifelsfrei gegeben habe, immer an fehlenden Fördermitteln gescheitert. Ein Abriss sei daher für alle Beteiligten noch immer die kostengünstigste Lösung. Einen entsprechenden Beschluss hat die Gemeindevertretung bereits gefasst, so Bauamtsleiter Uwe Eppinger.

Wegen der Kosten soll das Schulgebäude auch in der kommenden Gemeindeversammlung thematisiert werden, bei der es auch um den Haushalt gehen soll (Dienstag, 20. November, 19 Uhr, Haus der Vereine).

Noch immer sind sich die Schacksdorfer über das Schicksal der leeren Grundschule uneinig. Ein Abriss scheint für viele die einfachste Lösung zu sein.
Noch immer sind sich die Schacksdorfer über das Schicksal der leeren Grundschule uneinig. Ein Abriss scheint für viele die einfachste Lösung zu sein. FOTO: LR / Katrin Kunipatz