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"Sauberhaftes Forst" gewinnt an Zuspruch

Sammelten Müll in den Keunischen Alpen: Sechstklässler der Grundschule Keune zeigen, was sie bei ihrem Einsatz im Wald und am Straßenrand gefunden haben. Sogar ein altes Bettgestell gehört dazu.
Sammelten Müll in den Keunischen Alpen: Sechstklässler der Grundschule Keune zeigen, was sie bei ihrem Einsatz im Wald und am Straßenrand gefunden haben. Sogar ein altes Bettgestell gehört dazu. FOTO: Hartmut Landes
Forst. Annähernd 700 Bürger haben am gestrigen Mittwoch in Forst zu Schaufel, Harke oder Besen gegriffen, um bei der Aktion "Sauberhaftes Forst" mitzumachen. Das sind fast doppelt so viele wie bei der Premiere im Vorjahr. Hartmut Landes

So viel Müll hatten die Sechstklässler der Grundschule Keune im Wald vor ihrer Haustür nicht erwartet. Mehrere Säcke mit leeren Flaschen, Kunststofftüten und Bechern trugen sie binnen einer Stunde zusammen, sogar ein rostiges Bettgestell schleppten sie aus dem Wald. "Das ist doch bekloppt, was die Leute so alles wegwerfen", meint Johann Böttcher angesichts des Bettgestells. Und seine Klassenkameraden bekennen ehrlich, manchmal auch nicht den Papierkorb zu nutzen. Aber das sei sehr selten der Fall.

Nach ihrem ersten Einsatz im Rahmen der Aktion "Sauberhaftes Forst" wollen die Schüler noch mehr darauf achten, dass Müll dorthin kommt, wo er hingehört. Eine Erkenntnis, die auch ihre Lehrer freut. Die haben nicht nur Schüler begleitet, sondern auf dem Schulhof auch selbst Hand angelegt und Mutterboden auf einer Grünfläche verteilt.

Die Keuner Schüler und Lehrer waren nur eine von 30 Gruppen mit 700 Bürgern, die sich an der zweiten Aktion "Sauberhaftes Forst" am Mittwoch beteiligten. Bündnisse, Einrichtungen, Mitarbeiter der Verwaltung, Unternehmen und zahlreiche Privatleute gehörten dazu.

Offiziell schickte die freiwilligen Helfer Verwaltungsvorstand Jens Handreck in die Spur. Und er tat es mit dem Wunsch, dass die Aktion abfärben und auch jene erreichen möge, die bewegliche Dinge einfach so fallen lassen. "Wir wollen, dass unsere Stadt schöner und sauberer wird", meinte Handreck und packte dann selbst beim Frühjahrsputz im Forster Jubiläumsjahr an.

25 Container, 70 Laubkratzer, zig Schaufeln, Besen, Hacken und weiteres Arbeitsgerät hat das Betriebsamt im Vorfeld der Aktion im Stadtgebiet bereitgestellt. "Wir haben neun Mitarbeiter und Technik im Einsatz, um den Müll einzusammeln", erklärt der Chef des Betriebsamtes Roland Obst.

Auch Stadtteilmanagerin Kathleen Hubrich freut sich über die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsene Resonanz. Ziel sei es, die Pflege des Gemeinwesens und die Achtung vor der Arbeit anderer zu verstetigen, sagt sie. Damit die Stadt für ihre Menschen noch lebens- und liebenswerter wird.

Während sich die Container in der Cottbuser Straße mit Grünschnitt und Unrat füllen, sind Mitglieder der Rettungshundestaffel an Rabatten in der Promenade am Wirken. Auf dem Lindenplatz fegen und harken Bewohner der suchttherapeutischen Wohnstätte der Miteinander GmbH "Rosenhaus". Warum sie mitmachen? Weil es auch unsere Stadt ist. Und die soll schön sein, heißt es.

Mitglieder verschiedener Stadtratsfraktionen "kehren" vor ihrer eigenen Haustür. Sie machen sich vor ihren Geschäftsstellen oder Vereinslokalen nützlich. Das gilt auch für Mitglieder des Nix-Vereins. Sie packen in der Cottbuser Straße an, säubern Rabatten. Jan Kupski nennt die Aktion "wichtig für Forst" und sie mache Spaß. Im nächsten Jahr soll es eine Neuauflage geben.

Zum Thema:
Die Aktion "Sauberhaftes Forst" mit dem Frühjahrsputz fand erstmals im Vorjahr am 2. April statt. Damals beteiligten sich rund 400 Bürger, die auf Reinigungstour gingen. Das Betriebsamt verteilte 26 Besen, 46 Laubbesen, 23 Unkrauthacken und war beim Transport mit sechs Fahrzeugen unterwegs. Einige Patenschaften zur dauerhaften Pflege von Objekten und Flächen wurden angeschoben.