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Veranstaltung
Zwischen Baum und Erfolgshits

Chris Doerk erfreute die Zuhörer auf dem Forster Weihnachtsmarkt mit ihrer unverwechselbaren Ausstrahlung.
Chris Doerk erfreute die Zuhörer auf dem Forster Weihnachtsmarkt mit ihrer unverwechselbaren Ausstrahlung. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Sängerin Chris Doerk begeisterte als Stargast auf dem Forster Weihnachtsmarkt. Von Angela Hanschke

Am Samstag, dem vorletzten Tag des diesjährigen Weihnachtsmarktes, zog es die Forster Einwohner und zahlreiche Gäste aus dem Umland bei Einbruch der Dunkelheit geradezu magisch zum Festplatz rings um die hell erleuchtete Stadtkirche. Um sich aufs Fest einzustimmen, um nach Geschenken Ausschau zu halten und nicht zuletzt, um sich mit Freunden und Bekannten zu treffen.

„Es gibt viele Angebote und freundliche Gesichter bei den Dahinschlendernden“, kommentierte Michaela Temesvari das festtägliche Gewusel. Zufriedene Gesichter gab es auch bei den Standbetreibern. Frischkäse und Schmalzstullen ließen sich die Besucher am Stand des „Ziegenhof Pusack“ schmecken. Auch das noch recht milde Wetter habe es mit den Händlern gut gemeint, meinte Karsten Glanck. „Die Soljanka und die großen doppelten Backschinken waren schon am späten Nachmittag verkauft“, sagte Bäckermeister Klaus Merschank, der flugs noch weitere Exemplare nachorderte. Antje Kirschner, Personalleiterin im Unternehmen, portionierte unentwegt die zarte Delikatesse, die an Ort und Stelle im Holzbackofen gegart wurde. Auch die frisch zubereiteten Quarkspitzen erwiesen sich als kulinarische Renner. „Der Glühwein der Forster Likörfabrik schmeckt am besten“, kommentierte Mario Raak aus Groß Schacksdorf nach einer Kostprobe. Das winterliche Wetter kurbelte auch den Verkauf von warmen Mützen am Stand der Familie Singh an. „Vor allem ältere Marktbesucher griffen zu“, berichtete Kevin Singh erfreut.

Viel bewundert wurde der schöne Weihnachtsbaum. „Das war meiner“, entgegnete mit sichtlichem Stolz Bringfried Ibsch aus Noßdorf, wo die Tanne zur ursprünglich stattlichen Höhe von 16 Metern heranwuchs.

Unfreiwillig endete ein Ausflug von vier jungen Berlinerinnen, die eigentlich den Weihnachtsmarkt an der Frauenkirche Dresden anvisiert hatten, im für sie völlig unbekannten Forst. Gut gelaunt inspizierte das Quartett stattdessen den Forster Markt an der Sankt-Nikolaikirche. „Klein und süß“, lautete nach einer Runde die Einschätzung von Melissa Emperholff und Viviane Kindereit. „Für die Jugend hätte es etwas mehr geben können“, sagten sie. Auch süße Crepes vermissten die Hauptstädterinnen, ließen sich jedoch stattdessen Zuckerwatte und die Kartoffelteigtaschen der polnischen Standbetreiber gut schmecken.

Kurz vor 18 Uhr war das Festzelt mit der Bühne rappelvoll, wie sonst nur beim traditionellen Stollenanschnitt. „Ich bin vor allem wegen Chris Doerk hierher gekommen. Das ist ja unsere Zeit“, meinte Hildegard Pichler aus Forst. Wie ein Paukenschlag wirkten die Textzeilen „Brav sein kann ich alle Tage“ aus dem Hit „Was erleben“ des Defa-Kultfilms „Heißer Sommer“, mit dem sie ihr großes Weihnachtskonzert eröffnete.

Kaum zu glauben, dass die populäre Künstlerin im Februar dieses Jahres ihren 75. Geburtstag gefeiert hat. Mit ihrer unkomplizierten Natürlichkeit, Herzlichkeit, Temperament und ihrer unverwechselbaren Stimme eroberte sie in Forst sofort alle Herzen.

Die Fans feierten die Sängerin, die seit einigen Jahren stets mit einer Baskenmütze auftritt, mit frenetischem Applaus. Als sie „Jedes junge Mädchen wird mal geküsst“ und „Kariert, kariert, kariert“ anstimmte, brachte sie die Fans zum Toben, zauberte den zumeist gleichaltrigen Zuhörern ein versonnenes Lächeln ins Gesicht. Doch auch Besinnliches aus alten Zeiten wie „Wenn Du gehst“ sowie einen Hit, den sie aus Cuba mitbrachte und Titel „der jüngsten Vergangenheit“ wie „Das Rad der Zeit“ und „Erinnerung“ hatte sie im Gepäck. „Es gibt ja Tage, wo alles schief geht“, bekannte sie. Aus solch einem Anlass habe sie den Titel „Sei ein Clown“  geschrieben. Das Weihnachtslied „Ein Schnee fällt in der Nacht“ widmete sie ihrem Enkel Samson. Kollektives Seufzen, als der letzte Titel erklang. Doch Chris Doerk ließ sich von den Zugabe-Rufen mitreißen.

Renate Hesse war die erste in der langen Reihe der Autogrammjäger. „Einfach wunderbar, diese Erfolgshits aus den 1960er- und 1970er-Jahren“, sagte Angelika Marlow. „Ich hatte mich schon lange auf ihren Auftritt gefreut. Sie hat noch immer ihr ansteckendes Lachen“, schwärmte Monika Andres, die sich freute, „dass die Stadt solche Künstler nach Forst holt“. „Das Konzert hätte noch länger sein können“, meinte auch Joachim Garbe. „Wenn man sie sieht, ist die Erinnerung an die eigene Jugend wieder ganz frisch.“