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| 02:35 Uhr

Sackgassen und Stichstraßen sind Hürden für Müllabfuhr

Spree-Neiße. Rückwärts fahrende Müllautos bergen Gefahren. Wenn jedoch in Sackgassen das Wenden des Fahrzeugs nicht möglich ist, gibt es kaum Alternativen. kkz

Bei der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Neiße-Spree mbH (AGNS) wird üblicherweise an diesen Gefahrenstellen mit einem Einweiser gearbeitet. Auch weiterhin wolle man nicht in Rückfahrsysteme investieren, erklärte Dezernent Olaf Lalk den Mitgliedern des Werksausschusses Abfallwirtschaft. Es gebe noch keine allgemeinen Qualitätsstandards für diese technischen Systeme, letztlich bleibe das Risiko beim Entsorgungsunternehmen.

Eigenbetriebsleiterin Susanne Neuer schilderte Erfahrungen aus Berlin. Der von der Berliner Stadtreinigung verwendete Rückwärtsfahrassistent sei sehr sensibel. Die Fahrer würden auch bei Bodenwellen vom System gewarnt, müssen sich vor der Weiterfahrt vergewissern, dass keine Gefahr besteht, und kommen deshalb schlecht voran.

Der Landkreis Spree-Neiße ist immer noch dabei, die verschiedenen Gefahrstellen zu erfassen. Derzeit sind 598 Sackgassen und Stichstraßen bekannt. Die Zahl schwankt, weil durch Sperrungen und Baumaßnahmen neue Gefahrenstellen dazu kommen, andere wegfallen. Jede Einzelne wird im Detail betrachtet, um eine Lösung für die sichere Abfallentsorgung zu finden. Dies passiere auch in Abstimmung mit den Grundstückseigentümern.

Insgesamt 165 der fast 600 Gefahrenstellen sind bereits abschließend bearbeitet worden. Dabei stellte sich heraus, dass 35 Straßenabschnitte keine Sackgassen waren und in 38 Fällen eine Wendeanlage vorhanden ist oder die Grundstückseigentümer die Mülltonnen an öffentlichen Straßen zur Abholung bereitstellen können. Bei 15 Gefahrstellen kann die Entsorgung weiterhin nach den Regeln der Berufsgenossenschaft in gewohnter Weise erfolgen. In 52 Fällen wurde festgelegt, dass die Leerung der Mülltonnen nicht direkt am Grundstück, sondern an einem vereinbarten Sammelplatz erfolgt. Und an 23 Straßenabschnitten fanden Baumaßnahmen in Abstimmung mit dem jeweiligen Straßenbaulastträger statt. Es wurden Wendemöglichkeiten oder Bereitstellungsplätze für die Abfallwirtschaft eingerichtet.

Der Landkreis arbeite auch in Zukunft daran, die Zahl der Gefahrstellen zu reduzieren - was laut Olaf Lalk noch einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen werde. Jede umgesetzte Maßnahme sei ein Beitrag zur Sicherheit der Beschäftigten der AGNS sowie die Bürger und deren Kinder.