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| 17:36 Uhr

Veranstaltung
Anhäufel-Tipps aus erster Hand

Steffen und Nadine Gnoth aus Bohsdorf beim Einpacken einer Rose im Hochstammgarten des Rosengartens Forst.
Steffen und Nadine Gnoth aus Bohsdorf beim Einpacken einer Rose im Hochstammgarten des Rosengartens Forst. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Beim Seminar im Rosengarten zeigten die Experten, wie Pflanzen winterfest gemacht werden. Von Steffi Ludwig

Mit geübten Handgriffen wickelt Maja Avermann im Hochstammgarten eine Rose mit Jute ein. „Der Naturstoff ist luftdurchlässig“, erklärt die Teamleiterin des ostdeutschen Rosengartens Forst. Darüber bringt sie einen dunkelgrünen Verbissschutz an. „Damit die Hasen und Rehe nicht dran ­knabbern – gerade in der letzten Zeit, als der Mühlgraben abgelassen war, hatten wir mindestens drei Rehe im Park“, sagt Maja Avermann.

Die Teilnehmer des Rosenseminars beobachten die Arbeiten der Expertin genau und versuchen, sie mit dem eben im Veranstaltungszentrum gehörten Theorieteil zu verbinden. Denn gleich sind sie selbst an der Reihe.

Nadine und Steffen Gnoth aus Bohsdorf aus der Gemeinde Felixsee haben so etwas noch nie gemacht, sind mit ihrem Ergebnis aber durchaus zufrieden. Beherzt ordnen sie das Tannengrün zwischen den Trieben der Rose an, das als Kälteschutz dienen soll. Maja Avermann hilft beim Festbinden. Darüber kommt eine Haube aus Vlies, die ebenfalls mit einer Schnur festgebunden wird. Nach einigem ­Herumzupfen sitzt auch diese. „Sieht ja fast aus wie auf dem Foto aus dem Vortrag“, lobt schmunzelnd Parkmanager Stefan Palm.

Die beiden Bohsdorfer wollen Rosen an ihrem Haus pflanzen. „Und dafür wollen wir uns hier Fachwissen verschaffen“, berichtet Nadine Gnoth. Ihr Mann hat ihr das Rosenseminar zum Geburtstag geschenkt. „Denn wo soll man das sonst am besten lernen, wenn nicht in Forst im Rosengarten?“, sagt Steffen ­Gnoth. „Denn hier geht man dem Thema doch am ehesten auf den Grund.“

Es ist nur ein kleines Grüppchen von sieben Teilnehmern, das an diesem grauen Freitagnachmittag im Rosengarten unterwegs ist. Geschuldet sei dies wohl dem Freitagstermin und der Jahreszeit, so Parkmanager Palm. So sei das ursprünglich zusätzlich am Vormittag geplante Rosenseminar wegen zu geringer Resonanz gar nicht zustande gekommen, zudem habe es noch einige Krankmeldungen gegeben.

Im März, zur Premiere der Veranstaltungsreihe Rosenseminare, hatte es noch ganz anders ausgesehen: Die zwei Seminare zum Thema Rosenschnitt an einem Samstag waren mit jeweils 20 Hobbygärtnern, Garten- und Rosenfreunden komplett ausgebucht gewesen. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Forst, sondern bis aus Cottbus und dem Spreewald. Ein zusätzliches Seminar war anberaumt worden.

Auch die Forsterin Elke Menzel, die sich dieses Mal Anhäufel-Tipps von den Rosengarten-Experten holt, war im Frühjahr mit beim Seminar dabei. „Das Rosenseminar hat mir sehr geholfen, meine Rosen sahen in diesem Jahr viel besser aus“, schwärmt sie. So habe sie sich beispielsweise getraut, die Rosen tiefer herunterzuschneiden. „Darauf wäre ich nie alleine gekommen.“ Auch heute hat sie wieder viel mitgenommen, ebenso wie die anderen Teilnehmer aus Forst und Guben. „Denn auch im Winter kann man offenbar bei den Rosen viel falsch machen“, sagt Elke Menzel.

Maja Avermann zeigt, wie man auch Kletterrosen winterfest macht. Hier wird Reisig in den angehäufelten Boden nahe der Wurzeln gesteckt. „Das muss vor dem ersten Frost passieren“, sagt sie. Um die ganze Pflanze wird wiederum ein Vlies gewickelt.

Der Rosengarten mit seinen zehntausenden Rosenstöcken wird laut Stefan Palm seit dem 1. November winterfest gemacht. „Bisher haben wir die Rosen angehäufelt, was auch schon vier Wochen dauert“, erzählt er. Und wenn man die Rosen zu zeitig einpacke und es noch keinen Frost gebe, könnten sie anfangen zu schwitzen. „Zu Weihnachten müssen wir mit dem Winterfestmachen, auch der Brunnen, fertig sein“, sagt der Parkmanager.

Auch im nächsten Jahr sollen die Rosenseminare stattfinden. Für das Frühjahr gibt es bereits den 10. März als Termin. „Auch im Herbst wollen wir wieder ein Seminar anbieten, dann aber an einem Samstag“, sagt Stefan Palm.

Die Teilnehmer jedenfalls sind des Lobes voll: „Die Experten haben das sehr schön gemacht, wir nehmen viele Tipps mit in unseren Garten“, freut sich Nadine Gnoth.