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Robinsonade mit Happy End

Überlebenskampf in düsteren Zeiten: Lucy Abendrot, Dirk Ruhbach, Chris Ruhbach und Anja Abendrot (von links).
Überlebenskampf in düsteren Zeiten: Lucy Abendrot, Dirk Ruhbach, Chris Ruhbach und Anja Abendrot (von links). FOTO: Angela Hanschke/aha1
Forst. Bilder voller düsterer Dramatik, gleichzeitig aber auch mystischer Schönheit zeigt die 20-minütige Produktion "Resurrection", bei der im Oktober nicht nur die derzeit zwölf "Rabenkinder" um die Kathlower Familie Ruhbach, die Tanzgruppe "Rondo Lusatia", sowie der große Freundeskreis der Feuerkünstler vor der Kamera standen. Am Freitagabend hat der Endzeitstreifen seine Premiere im Forster Hof. Angela Hanschke / aha1

Darsteller dafür zu finden war kein Problem. "Die Nachricht von unserem neuen Kunstprojekt verbreitete sich rasch mittels Mundpropaganda. Anfragen erreichten uns auch über Facebook. Jeder war willkommen", erklärt Chris Ruhbach.

Aufmerksamkeit erntete das Team bereits vor anderthalb Jahren mit einem Steampunkvideo, in dem die viktorianische Zeit und die Abenteuerromantik des Franzosen Jules Verne anklingen. "Eine Vergangenheit, die es so nie gab", umschrieben die Filmmacher damals ihr Werk. Nun lassen die Vertreter des romantischen Gothik-Stils einen Film "über eine Zukunft, die es hoffentlich nie geben wird" folgen. In Anklängen erinnert er mit dem Gleichnis auf den Sieg menschlichen Überlebenswillens über Gewalt und Zerstörung sowie mit dem Hohelied auf die Kraft der Freundschaft an das "Malevil" des französischen Romanciers Robert Merle.

Die in alle Winde verstreuten Rabenkinder sind in dem Endzeitstreifen unter widrigsten Umständen auf sich allein gestellt. Als ausgesandte Rabenfedern eintreffen, folgen sie dem Ruf, um die eingeschworene Gemeinschaft wieder herzustellen, umreißen Chris und Dirk Ruhbach die Handlung. Und natürlich nimmt auch das Feuer bei der opulenten Wiedersehensfeier einen gebührenden Platz ein. Schließlich sind Ravenchild für ihre Feuershows bekannt.

Das Drehbuch verfasste der Forster Schriftsteller Bernd Beyer mit. Allerdings sei die Idee ein echtes Gemeinschaftswerk gewesen, betont Chris Ruhbach. Während langer nächtlicher Heimfahrten von den Auftrittsorten sprudelten die phantasievollen Eingebungen. Knapp 70 Komparsen zwischen fünf und 69 Jahren und auch die Drehorte entdeckte Ravenchild quasi "direkt vor der Haustür". Der morbide Charme der ehemaligen Forster Tuchfabrik C.H. Pürschel in der Heinrich-Werner-Straße bildet nur eine Kulisse neben dem einstigen Forster Heizkraftwerk und einer märkischen Sandwüste, die sich hinter meterhohen Sanddornhecken versteckte, sowie einem See bei Kathlow. Für einige Szenen fanden Levon Ruhbach und der Berliner Kameramann Florian Henniges, dessen Firma Flomotion Kameraführung und Schnitt übernahm, leer stehende Berliner Wohnblöcke als idealen Hintergrund für die besondere Robinsonade.

Begleitet wurden die Filmemacher auch vom Cottbuser Fotokünstler Jörg Friebe. Dabei entstand auch die Aufnahme fürs Premierenplakat, die neben anderen Werken noch bis zum 16. März in seiner Ausstellung in Cottbus im Spremberger Turm zu sehen ist. Stimmungsvolle Naturaufnahmen aus Drohnenperspektive steuerte Dirk Junge bei. Unterstützung gab es auch durch die Mitglieder des im Forster Heizkraftwerk trainierenden Klettervereins "International Ropenatics".

Musikalisch untermalt wurden die Aufnahmen unter anderem von der Berliner Formation "Feline & Strange" sowie durch die Band "SISC" aus Berlin, die auch bei der Premiere dabei ist.

Präsentation des dritten Kurzfilms "Resurrection" von "Ravenchild", Freitag, 24. Februar, 18 Uhr, Forster Hof.