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| 11:49 Uhr

Spree-Neiße
Entscheidung zur Richtlinie für Tageseltern vertagt

Jugendhilfeausschuss weist Vorschlag an Verwaltung zurück. Pauschalen bleiben auf Niveau von 2010 Von Katrin Kunipatz

Die geänderte Richtlinie zur Förderung der Tageseltern wurde am Montag im Jugendhilfeausschuss nicht beschlossen. Mehrheitlich verwies der Ausschuss die Vorlage zur Überarbeitung an die Verwaltung zurück. Die anwesenden Tageseltern um Frank Henschel verbuchen dies als kleinen Erfolg. Er hofft, dass die vom Verein Spremberger Tagesmütter vorgebrachten Kritikpunkte berücksichtigt werden.

Dabei habe es bereits ein Gespräch mit dem Verein gegeben, berichteten die Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie Jana Ullrich, Koordinatorin Sozialplanung Kerstin Schulz und Marlene Knobloch, Leiterin des Sachgebiets Sozialer Dienst, übereinstimmend. Nach Auffassung der Kreisverwaltung habe man strittige Punkte in der geänderten Richtlinie besprochen und erläutert. „Für uns ergab sich daraus kein Handlungsbedarf“, so Kerstin Schulz im Ausschuss.

Und doch bestehen weiter Kritikpunkte, die Ausschussmitglied Anita Schreiber, die für die Linken-Fraktion im Spremberger Stadtparlament sitzt, mit Änderungsanträgen zu korrigieren suchte. So solle die Eingewöhnungszeit nicht auf zwei Wochen beschränkt werden, denn viele Kinder brauchen länger. Schulz entgegnete, man wolle die unbezahlte Eingewöhnungszeit reduzieren, unabhängig von der Zeit, die ein Kind tatsächlich braucht. Weiterhin kritisierte Schreiber die trotz Erhöhung noch zu geringe Sachkostenpauschale pro Kind. In anderen Landkreisen Brandenburgs würden höhere Sätze gezahlt. Dies bestätigte nach der Sitzung auch Ingrid Pliske-Winter, Vorsitzende des Landesverbands für Kindertagespflege Brandenburg. Bildungsdezernent Hermann Kostrewa verwies auf die Berechnung des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, deren Sätze dem Landkreis als Grundlage dienen. Grundsätzlich müsse eine höhere Sachkostenpauschale mit den Kommunen besprochen werden, die letztlich die Kosten tragen, so Kostrewa. Problematisch sieht Anita Schreiber die Weiterzahlung der Geldleistung für maximal 26 Tage, von denen 20 für Urlaub, vier für Krankheit und zwei für Weiterbildung vorgesehen seien. „Hier muss dringend aufgestockt werden, Tageseltern sind nicht mit selbstständigen Unternehmern vergleichbar, sondern leisten etwas für die Gesellschaft“, so Schreiber. Unterstützt wurde sie von Birgit Kamenz, die vorschlug, in diesem Punkt Tageseltern und Erzieher annähernd gleichzustellen.

Letztlich folgten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses dem Vorschlag Jörg Raketes, der die Vertagung beantragte. Die gewonnene Zeit solle genutzt werden, um die Tageseltern in die Erarbeitung der Richtlinie einzubeziehen und mit den Gemeinden über die zusätzlichen Kosten zu sprechen. Ebenfalls forderte Rakete die Tageseltern auf, einen Sprecher zu finden, der ihre Interessen darlegt.

Einen neuen Termin, wann über die Richtlinie zur Förderung der Tageseltern gesprochen wird, gibt es noch nicht. Die geplante Änderung und damit auch die vorgesehene Erhöhung der Pauschalen können nun nicht, wie ursprünglich von der Verwaltung geplant, zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. Die 2010 beschlossene Richtlinie zur Förderung von Tageseltern bleibt in Kraft.