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| 02:40 Uhr

Rettungsdienstvertrag für Spree-Neiße offiziell unterzeichnet

Bo Eklund (l.), Europaverantwortlicher bei Falck, nimmt den Vertrag vom Beigeordneten Olaf Lalk (r.) entgegen.
Bo Eklund (l.), Europaverantwortlicher bei Falck, nimmt den Vertrag vom Beigeordneten Olaf Lalk (r.) entgegen. FOTO: Kreisverwaltung
Forst. Nun ist es offiziell: Am gestrigen Mittwoch wurde im Kreishaus in Forst der Vertrag zur Erbringung des Rettungsdienstes im Landkreis Spree-Neiße an Vertreter der Firma Falck Rettungsdienst GmbH übergeben. Damit ist der Trägerwechsel zum 1. Januar 2013 besiegelt. Bodo Baumert

Erstmals übernimmt damit in Brandenburg ein Privatunternehmen den sonst meist vor Wohlfahrtsverbänden durchgeführten Rettungsdienst.

Die Krankentransporte Herzig GmbH hatte die Ausschreibung gewonnen, die der Landkreis zur Vergabe des Rettungsdienstes gestartet hatte. Alleinige Gesellschafterin ist die Falck Rettungsdienst GmbH mit Sitz in Köln, die wiederum zur dänischen Falckgruppe gehört, die europaweit einer der größten privaten Anbieter von Rettungsaufgaben ist.

Der Europaverantwortliche des Mutterhauses Falck Danmark A/S, Bo Eklund, und der Geschäftsführer der Falck Rettungsdienst GmbH, Klaus Runggaldier, nahmen die Papiere am Mittwoch aus den Händen des Beigeordneten des Landkreises, Olaf Lalk (CDU), in Empfang.

Falck verspricht Qualität

In einem ersten Statement erklärten die zukünftigen Betreiber des Rettungsdienstes, dass die Gespräche mit dem gegenwärtig verantwortlichen Unternehmen und deren Mitarbeitern für eine Fortsetzung eines qualitativ hochwertigen Rettungsdienstes obersten Vorrang haben. Ziel sei es, eine nahtlose Fortsetzung aller Leistungen des Rettungsdienstes im Landkreis Spree-Neiße sicherzustellen.

Kritik äußerte unterdessen der Linken-Kreistagsabgeordnete Ingo Paeschke zur Vergabe des Rettungsdienstes und dem Sieger der Ausschreibung. Im Malxeblatt schreibt Paeschke: "Hier geht es mit Kampfpreisen um Markteroberung. Damit erklärt sich auch, warum dieses Unternehmen ein Angebot abgeben konnte, das um mehr als 20 Prozent günstiger war als das der Konkurrenz. Bei den Qualitätskriterien dagegen wurde das Unternehmen am schlechtesten von allen Bewerbern bewertet."

"Die Zeche werden die heutigen Mitarbeiter des Rettungsdienstes zahlen", warnt Paeschke. Ähnlich hatte sich zuvor bereits die Gewerkschaft ver.di geäußert.

Bis Ende des Jahres wird der Rettungsdienst in Spree-Neiße noch vom Deutschen Roten Kreuz gestellt. Anschließend geht das Personal an den neuen Betreiber über. Der Rettungsdienst war europaweit ausgeschrieben worden, nachdem der Kreistag im vergangenen Jahr einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Die Vergabe gilt für fünf Jahre, kann aber verlängert werden.